Beifallsstürme für den jungen Stargeiger Elias Moncado

Attendorn..  Nicht enden wollenden Beifall, begeisterte Pfiffe und lautstarke Bravorufe, untermalt von Aussagen wie „unglaublich“ und „wunderbar“, gab es am Sonntag auf Burg Schnellenberg für Elias Moncado. Der 14-Jährige rief eine fast unbeschreibliche Eusphorie bei den Gästen im voll besetzten Saal hervor.

Der Nachwuchsgeiger gehört zur Platin-Scala und fügt sich als „Neuling“ unter den begnadeten Sängern und Musikern perfekt ins Ensemble ein. Der Schüler, dessen Berufswunsch zum Erstaunen des Publikums „Flugzeugbauingenieur“ ist, ließ die Geige bei den Zigeunerweisen förmlich singen. Mit spielerischer Leichtigkeit und faszinierender Virtuosität huschten die Finger des Schülers über sein Instrument.

Fantastisch

Der junge Virtuose und die Geige verschmolzen förmlich, auch als Elias Moncado, am Klavier begleitet von seiner Mutter Mooj Moncado, zum „Rondo Cappriccioso“ aufspielte. Der beste Nachwuchsmusiker Europas des Jahres 2012 hatte sich dafür ein Instrument aus dem Jahr 1845 ausgesucht. „Das können nur die Besten“, zollte Mezzosopranistin Olga Caspruk, die in gewohnt charmanter, unterhaltsamer Weise durchs Programm führte, Lob. Auch vom Dirigenten und künstlerischen Gesamtleiter Prof. Wolfgang Trommer gab es viel Lorbeer: „Ich habe schon viele Geiger gehört, aber Elias ist ein Perfektionist. Der Junge hat ein fantastisches Virtuosentum.“

Vor dem heiteren, lebendigen Stück kamen die Gäste bereits in den Genuss eines hochkarätigen Konzertes, mit dem Josef Hesse, Intendant der Platin-Scala, eine Tradition geschaffen hat. Seit über zehn Jahren stimmen Solisten mit nuancenreichen, starken Stimmen und Musiker, die in den großen Konzertsälen zu Hause sind, die Gäste auf das Fest ein. Das Trompetenduo Cyrill Gussaroff und Alexander Valenstein eröffneten den musikalischen Reigen, begleitet von Prof. Trommer am Klavier, mit dem „Halleluja“ von Wolfgang Amadeus Mozart.

Atemberaubend

Ein gehaltvoller Auftakt mit Eleganz und großer Strahlkraft. Die traumhafte Atmosphäre und das historische Ambiente untermalte Olga Caspruk mit der Arie „An den Mond“ aus der Oper „Rusalka“ von Antonín Dvorák. Die Mezzosopranistin überzeugte mit atemberaubenden leisen Passagen, einer betörenden Frische und viel Einfühlungsvermögen.

Überraschungsgast war Dagmar Berghoff, die mit ebenso viel Beifall empfangen wurde. Die erste Tagesschausprecherin untermalte das Konzert mit einem vorgelesenen Auszug aus dem Buch „Weihnachtstraum“ von Paolo Cuelho. Die Geschichte von drei Zedern, deren Wünsche sich anders realisierten als erwartet, regte nach Nachdenken an.

Auf die Hörgenüsse folgten Gaumenfreuden und schon während des ersten Gangs ließen die Gäste gerne die fantastischen Eindrücke Revue passieren. Der zweite Teil wurde mit einer weiteren Geschichte, der Petersburger Schlittenfahrt und Elias Moncado fortgesetzt, bevor Ivar Helgason, der gerade pünktlich von einer TV-Aufzeichnung eintraf, besinnliche Klänge in isländischer und deutscher Sprache servierte.

Weihnachtsfrieden

Ein perfekter Einstieg in den gesanglichen Teil, bei dem Ivar Helgason, Olga Caspruk und Margret Palmadottir den Gästen mit „Joy to the World“ Weihnachtsfrieden einhauchten. Sowohl bei den Solostücken wie auch bei den Vorträgen als Duo und Trio überzeugten die Sängerinnen und der Sänger mit gefühlvollen Interpretationen. Von einigen Besuchern erwartet, standen nach der Weihnachtsmelodie, die Prof. Wolfgang Trommer eigens komponierte, die Klassiker wie „Alle Jahre wieder“, „Leise rieselt der Schnee“ und „Oh, du fröhliche“ auf dem Programm. Dem schönsten deutschen Weihnachtslied gaben Elias Moncado mit der Geige und Ivar Helgason mit der Gitarre eine besondere Note. Die Nachfrage von Olga Caspruk, ob sich alle im nächsten Jahr wiedersehen, beantwortete die Mehrheit der Gäste mit einem deutlichen „Ja“, das auch Josef Hesse zum Strahlen brachte.