Bauwillige Drolshagener verlassen die Heimat

Drolshagen..  „Es kann nicht sein, dass wir Bürger an die Nachbarkommunen verlieren“: Mit diesen Worten hat Martin Theile (SPD) in der jüngsten Ratssitzung (wir berichteten bereits) die Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplanes (FNP) für die Stadt Drolshagen gefordert.

Theile berichtete von problematischen Entwicklungen in den Drolshagener Ortschaften Frenkhausen und Dumicke: Immer häufiger komme es vor, dass Bauwillige in ihren Heimatorten keinen Bauplatz mehr fänden und ihren Traum vom eigenen Häuschen stattdessen in Nachbarkommunen verwirklichten. Nicht selten seien die Eigentümer der laut Flächennutzungsplan bebaubaren Areale heute nicht mehr bereit, ihre Grundstücke zur Verfügung zu stellen.

Bei Gesprächen vor Ort habe die SPD-Fraktion erfahren, „dass junge Familien nach Eichhagen oder Sondern ziehen müssten, um auch weiterhin heimatnah wohnen zu können“. Das, so Martin Theile, werfe die Frage auf, ob der 2001 erstellte „Flächennutzungsplan der Stadt Drolshagen noch zeitgemäß sei“.

Flächen tauschen

Sein Fraktionskollege Florian Hahnl regte an, Flächen, die entgegen ihrer alten Planfestsetzung mittlerweile nicht mehr für eine Wohnbebauung zur Verfügung stehen, im FNP gegen andere zu tauschen. Auf diese Weise ließen sich die immensen Kosten einer kompletten Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes, laut Bürgermeister Theo Hilchenbach rund 180 000 Euro, deutlich reduzieren.

Superschwierig

SPD-Fraktionsvize Thomas Gosmann wies auf die Probleme hin, die mit einer Nutzungsentziehung verbunden sind. „Das ist superschwierig, aber dann müssen wir eben den steinigen Weg gehen.“

Auf Antrag von Martin Theile beauftragte die Stadtverordnetenversammlung die Verwaltung, dem Fachausschuss in seiner nächsten Sitzung eines ausführlichen Bericht zum Flächennutzungsplan und zur den Schwierigkeiten bei der Umsetzung vorzulegen. Außerdem soll die Verwaltung prüfen, ob ein neuer Flächennutzungsplan entwickelt werden muss, „der sich an den aktuellen Bedürfnissen der Gemeinde orientiert“.

Der Ratsbeschluss kam einstimmig zustande - eine Seltenheit für einen Antrag der SPD. Das sorgte für anerkennende Zwischenrufe im Rat, zumal Antragsteller Martin Theile zur Gruppe der „neuen“ Ratsmitglieder zählt.