Baumaschinen hängen in den Seilen

An den Stahlseilen des fast 70 Tonnen schweren Fertigerwindenwagens, der auf der Dammkrone steht, wird die Fräsmaschine auf der Dammoberfläche abgelassen.
An den Stahlseilen des fast 70 Tonnen schweren Fertigerwindenwagens, der auf der Dammkrone steht, wird die Fräsmaschine auf der Dammoberfläche abgelassen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Spektakuläre Bilder bieten sich dem Betrachter bei den Sanierungsarbeiten am Haptdamm des Biggesees.

Attendorn..  Die Sanierung der Asphaltdichtung des Biggehauptdamms läuft. Seit Mitte der Woche ist die Firma Walo Bertschinger dabei, mit Spezialfahrzeugen die obere Asphaltschicht des Damms abzufräsen.

Dazu hängt eine aus dem Straßenbau bekannte, für diesen Einsatz auf einer Schrägen mit einer Neigung von 30 Grad speziell umgerüsteten Fräse an den Stahlseilen eines mächtigen, rund 70 Tonnen schweren sogenannten Fertiger-Windenwagens, der auf der Dammkrone steht. Mit einer weiteren Winde dieses gelben Giganten wird parallel dazu eine Mulde auf Rädern bewegt, in die das Fräsgut über ein Förderband befördert wird.

Oben angekommen, wird dieses mit einem Bagger auf Lkw, umgeladen die es zum Recyceln zu einem Asphaltmischwerk transportieren. Hinter der Fräse wird die Fläche von Arbeitern mit einem Wasserschlauch abgespritzt und gereinigt.

Am Fuß der Arbeitsfläche, kurz über der Wasseroberfläche, wurde eine Blechkante eingezogen, um zu verhindern, das Fräsgut ins Wasser rollt. Sie wird mit einem Minibagger gesäubert. Auf der Wasseroberfläche schwimmt eine Ölsperre.

Kostenrahmen wird eingehalten

Da sich, wie Stefan Klahn, zuständiger Projektleiter für die Maßnahme beim Ruhrverband erläutert, während der Arbeiten herausgestellt hat, dass es sinnvoll ist, die obere Deckschicht sechs Höhenmeter tiefer als zunächst geplant komplett abzufräsen und dort nicht nur partiell Ausbesserungsarbeiten vorzunehmen, hat sich die Gesamtfläche von geplanten 14- auf jetzt 20 000 m² vergrößert. Diese wird zudem neun statt sieben Zentimeter tief abgefräst, so dass Mehrkosten von 400 000 Euro entstehen.

Da dafür aber die zeitaufwendigen Flickarbeiten wegfallen, ist sich Klahn sicher, dass weder der prognostizierte Kostenrahmen für die Gesamtmaßnahme von rund 7 Millionen Euro, noch der Zeitrahmen überschritten wird. Klahn: „Bisher läuft alles sehr gut. Wichtig ist, dass das Wetter weiter mitspielt.“

In etwa eineinhalb Wochen will man mit den Fräsarbeiten fertig sein. Dann werden noch kleinere Sanierungsarbeiten an der Dichtschicht erledigt und diese mit einem Haftgrund abgespritzt. „Anfang August soll mit dem Aufbringen der neuen Asphaltschicht begonnen werden“, sagt Stefan Klahn.

1 800 Kubikmeter neuer Asphalt

Dann werden aus einem Mischwerk in Lindenberg mit Lkw insgesamt 1800 Kubikmeter einer speziellen Asphaltmischung mit einer Temperatur von 175 Grad zum Biggedamm transportiert und in geplant eineinhalb Wochen mit einem speziellen Fertiger aufgebracht und mit Walzen, die ebenfalls an Windenwagen hängen, festgewalzt. „Das wird noch spektakulärer als das Abfräsen“, meint Ruhrverbands-Betriebsleiter Ralf Stötzel.

Nachdem eine spezielle Verschleißschicht auf die Fläche aufgespritzt worden ist, kann mit dem Wiederaufstau der Biggetalsperre begonnen werden, wenn auch noch weitere Restarbeiten, wie die Wiederherstellung der Anlagen auf der Dammkrone, zu erledigen sind.