Bald läuten in Wenden die Kirchenglocken

Nach dem Spatenstich wurde im Gemeindezentrum angestoßen.
Nach dem Spatenstich wurde im Gemeindezentrum angestoßen.
Foto: WP

Wenden..  Seit fast drei Jahrzehnten existiert das Evangelische Gemeindezentrum am Peter-Dassis-Ring 30 in Wenden. Ein langgehegter Wunsch der Gläubigen war seit geraumer Zeit ein Glockengeläut. Doch der Weg dorthin war steinig, das Geld fehlte. Mittel aus Kirchensteuern gab es nicht. Doch der „Evangelische Kirchenbauverein Wenden“ mit seinem Vorsitzender Ernst-Joachim Weber ließ nicht locker, sammelte und stärkte seine Rücklagen.

Jetzt ist man am Ziel. Am Dienstag erfolgte der Spatenstich für den 11,50 Meter hohen Glockenturm, der nur ein klein wenig höher als das Gebäude ist. „Gottesdienste in Wenden müssen bald nicht mehr still beginnen. Turm in Sicht“, frohlockte Pfarrer Martin Eckey. Und: „Der Turm mit seinem Geläut wirkt wie ein Ausrufezeichen und weist auf die Präsenz eines noch jungen Evangelischen Gemeindebezirkes in einer weiträumigen Diasporagemeinde.“ Der Seelsorger freute sich besonders, dass Bevölkerung, Katholischer Pastoralverbund und Kommunalpolitik den Wunsch unterstützend und wohlwollend begleitet haben.

Mit der Realisierung des freistehenden Turmes wurde der Gerlinger Architekt Guido Ringelhan beauftragt. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt 140 000 Euro. Die drei noch auf einem Rollwagen im Gemeindezentrum gelagerten Glocken sollen ab Herbst erklingen. „Sie ergeben zusammen einen Dur-Dreiklang, der sehr harmonisch zum Geläut der Severinuskirche passt“, so Martin Eckey, der sich über die Anwesenheit der Vertreter der katholischen Kirche freute.

„Läuteordnung“

Die drei Glocken werden in Wenden künftig nach einer vom Prebyterium beschlossenen „Läuteordnung“ erklingen. Das etwa ein- bis zweiminütige „Angelusläuten“ soll täglich um 12 Uhr mittags und um 18 Uhr abends mit der kleinen und der mittleren Glocke hörbar sein. Wenn im Wendener Gemeindezentrum zum Gottesdienst eingeladen wird, soll an dem betreffenden Sonntag bzw. kirchlichen Feiertag eine halbe Stunde vorher - in der Regel also um 9.30 Uhr - für fünf Minuten mit vollem Geläut zum Gottesdienst gerufen werden. Unmittelbar vor Gottesdienstbeginn läuten alle drei Glocken erneut für fünf Minuten. Bei Abendgottesdiensten und kirchlichen Trauungen soll jeweils fünf Minuten vor Beginn das volle Geläut erklingen. Bei Trauerfeiern wird vor und nach dem Gottesdienst nur die große Glocke jeweils fünf Minuten lang geläutet.

Aus Welschen Ennest

Die zwei kleineren Glocken wurden 1987 von der Firma Rincker gegossen und stammen aus dem 2009 stillgelegten Geläut am Gemeindezentrum in Welschen Ennest. „Wir haben sie damals im Paket für 100 Euro erworben. Dafür mussten wir den Glockentrum niederreißen“, erinnert sich Pfarrer Martin Eckey. Zu diesen beiden kleineren Glocken ließ der Kirchenbauverein 2012 die dritte größere Glocke gießen.