Bahnhof Hützemert für NRW-Preis nominiert

Hützemert..  Der Treffpunkt Alter Bahnhof in Hützemert gehört zu den landesweit zwölf Projekten, die in die engere Auswahl für den „Engagementpreises NRW 2015“ gekommen sind. das gab Ministerin Ute Schäfer gestern bekannt. Die Auszeichnung lobt das Familienministerium in Kooperation mit der NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege erstmalig aus, um vorbildliche ehrenamtliche Projekte zu würdigen.

Über diese Nachricht aus Düsseldorf hat sich der Dorfverein Hützemert sehr gefreut, machte gestern Geschäftsführer Sascha Koch deutlich. Dort wartet man jetzt auf die schriftliche Mitteilung. Im März soll dann die Präsentation des Projekts auf der Stiftungs-Homepage als „Projekt des Monats“ erfolgen. In Vorbereitung darauf werde man jetzt Bilder und Fakten sammeln, sagte Koch, wertete es als Erfolg, unter die letzten 12 gekommen zu sein, zumal man bei anderen Ausschreibungen nicht so weit gekommen sei.

13 Monate Arbeit

Stillgelegt worden war die Bahnstrecke im Jahr 1979. Im Februar 2008 wurde das Bahnhofsgebäude in die Denkmalliste der Stadt Drolshagen aufgenommen. Dann war es längere Zeit still um das Gebäude, bis die Hützemerter in nur 13 Monaten aus dem Bahnhof ein Dorfhaus mit Jausenstation machten. Zuschüsse gab es von der Regionale 2013, der NRW-Stiftung und privaten Spendern. Die Bürger selbst erbrachten enorme Eigenleistungen. Sascha Koch sprach gestern von mehr als 6000 Stunden, die von vielen Mitstreitern aus dem Dorf erbracht wurden. Dennoch war eine Kreditaufnahme nötig.

Heute ist die Jausenstation, die direkt am Bergischen Panoramaweg und in der Nähe des längsten Fahrradtunnels in NRW (724 Meter) liegt, sonntags von 13 bis 18 Uhr sowie an Feiertagen und nach Absprache geöffnet und kann für private und geschäftliche Zwecke angemietet werden.

Ideenreichtum und Schaffenskraft

Auch für das neue Jahr hat sich der Verein viel Arbeit vorgenommen. Es seien noch Restarbeiten zu erledigen und im Frühjahr werde man auch mit den Außenanlagen beginnen. „Planungen dafür gibt es schon“, sagte Sascha Koch. Und auch die Lok müsse noch überarbeitet werden. „Es ist aber noch nichts wirklich spruchreif“, sagte er weiter.

260 Vereine, Stiftungen und Bürgerinitiativen hatten sich unter dem Schwerpunktthema „Lebendige Nachbarschaften und starke Familien“ für den Engagementpreis beworben. „Die zahlreichen Einsendungen zeigen, wie groß das Potenzial in der Zivilgesellschaft ist, innovative Lösungen für aktuelle Probleme zu finden. Deshalb möchte ich auch allen, die nicht in die engere Auswahl gekommen sind, meine Anerkennung aussprechen“, sagte Schäfer. Froh über so viel Ideenreichtum und Schaffenskraft im Ehrenamt ist Harry Kurt Voigtsberger, Präsident der NRW-Stiftung, die einen Sonderpreis ausgelobt hat.

Ausgewählt wurden die Projekte von einer Jury aus Vertreterinnen und Vertretern des Familienministeriums, der NRW-Stiftung sowie der Stiftung Mitarbeit.

Drei Wege zum Erfolg

Aus diesen zwölf Vorschlägen werden Ende 2015 die drei Träger des Engagementpreises ausgewählt. Ein Preisträger wird durch ein Online-Voting ermittelt, ein weiterer durch einen Juryentscheid. Den Träger des Sonderpreises „Starkes Netzwerk: Heimat NRW!“ wählt die NRW-Stiftung aus.

Weitere Informationen gibt es im Internet, unter www.engagiert-in-nrw.de