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Aus Schlachtwiese soll Mubea-Platz werden

21.01.2015 | 00:10 Uhr

Attendorn. Die Straße im Bereich des Verwaltungsgebäudes der Firma Muhr und Bender (Schlachtwiese) soll in „Mubea-Platz“ umbenannt werden. Einen entsprechenden Antrag diskutieren Hauptausschuss und Stadtrat in ihren nächsten Sitzungen. Die Verwaltung hat bereits Zustimmung signalisiert.

Im Zusammenhang mit der weiteren Entwicklung des Betriebsgeländes hat das Unternehmen nach Angaben der Verwaltung beantragt, die Zufahrt zur Hauptverwaltung des Firmensitzes mit der bisherigen Bezeichnung „Schlachtwiese“ in „Mubea-Platz“ umzubenennen: „Das bestehende Verwaltungsgebäude wird mit der geplanten repräsentativen Neugestaltung und Erweiterung des Hauses zukünftig die neue Anschrift der Unternehmensgruppe Muhr und Bender am zentralen Standort Attendorn sein“, heißt es in der Vorlage.

Überlegungen nachvollziehbar

Die Überlegungen des global agierenden Unternehmens seien durchaus nachvollziehbar. Die Umbenennung der Zufahrt zum Unternehmenssitz einschließlich des umfassenden Besucherparkplatzes würde die Auffindbarkeit des Stammsitzes erheblich erleichtern. Die Erschließungssituation Dritter sei durch die Namensänderung nicht betroffen, da allein die Firma Muhr und Bender die angrenzenden Liegenschaften nach der Umsiedlung der Werthmann-Werkstätten halte.

Bereits Ende der 80er / Anfang der 90er Jahre hatte es einen Antrag gegeben, die Zufahrt zum Firmensitz umzubenennen. Der Name „Schlachtwiese“, so wurde damals argumentiert, sei für ein international agierendes Unternehmen nicht sonderlich geeignet. Beantragt worden war, die „Schlachtwiese“ in „Josef-Muhr-Straße“ umzubenennen. Damit hatten aber Teile Rates „aus historischen Gründen“, die zunächst nur angedeutet worden waren, erkennbare Schwierigkeiten. Angespielt wurde dabei auf die Rolle Josef Muhrs (1892 - 1984) im Nationalsozialismus. Bevor es zu einer Diskussion im Rat kommen konnte, wurde der Antrag auf Umbenennung von der Witwe Josef Muhrs zurückgezogen, es blieb bis heute bei „Schlachtwiese“.

Differenzierte Betrachtung

Nach Aussage von Stadtarchivar Otto Höffer wird aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Firma 2016 ein Buch zur Geschichte des Unternehmens erscheinen, für das der Historiker Heribert Schwan engagiert worden ist. Schwan ist einer breiten Öffentlichkeit als Kohl-Biograph und durch die Veröffentlichung umstrittener Zitate des Ex-Bundeskanzlers bekannt geworden. „Schwan hat sich“, so Höffer, „intensiv mit der Person Josef Muhr auseinandergesetzt.“ Seine Rolle im Nationalsozialismus müsse heute differenzierter gesehen werden. Josef Muhr war einerseits Kreiswirtschaftsberater der NSDAP gewesen, andererseits habe er die seinem Unternehmen zugeteilten Zwangsarbeiter aber „recht gut“ behandelt. Außerdem sei er aus seinem Amt unehrenhaft entlassen worden, als bekannt geworden war, dass er bei einem Ennester Bauern für seine Familie illegal ein Schwein habe schlachten lassen.

Gunnar Steinbach

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Aus Schlachtwiese soll Mubea-Platz werden
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2015-01-21 00:10
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