Attendorner Hanse wird aufgelöst
09.02.2012 | 17:28 Uhr 2012-02-09T17:28:00+0100Attendorn. Die Attendorner Hanse – Gesellschaft für Stadtmarketing und Tourismus mbH wird zum 1. April aufgelöst. Geschäftsführer Stephan Schefers wird gleichzeitig abberufen und das Unternehmen verlassen.
Die Attendorner Hanse – Gesellschaft für Stadtmarketing und Tourismus mbH wird zum 1. April aufgelöst. Geschäftsführer Stephan Schefers wird gleichzeitig abberufen und das Unternehmen verlassen. Die Aufgaben Tourismus und Stadtmarketing werden zukünftig in der Stadtverwaltung wahrgenommen. Das hat der Stadtrat am Mittwoch mehrheitlich entschieden. So die Stadt Attendorn gestern in einer Presseerklärung. Weiter heißt es:
Ursprünglich war die Gesellschaft 1983 unter einem anderen Firmennamen (Attendorner Reise- und Fremdenverkehrs-GmbH - ARF) gegründet worden. Zum einen hatte dies steuerliche Gründe, zum anderen versprach man sich von einer privatrechtlichen Gesellschaft eine schnellere und flexiblere Aufgabenerledigung. Um eine Finanzierung der Gesellschaft zu gewährleisten, wurde ein Reisebüro integriert. Städtische Zuschüsse in größerem Umfang waren nicht vorgesehen.
Nachdem der Betrieb des Reisebüros Anfang der 1990er Jahre abgestoßen worden war, kam es im Laufe der folgenden Jahre zu einer deutlichen Aufgabenverlagerung, weg von der Vermarktung touristischer Eigenprogramme, hin zu einer Fokussierung auf das Stadtmarketing. Damit aber erfüllt die Hanse heute nahezu ausschließlich originäre hoheitliche Aufgaben, ohne dass eine Refinanzierung durch eigene Einnahmen möglich wäre. In einer über 30seitigen Sitzungsvorlage hat Bürgermeister nun die Auswirkungen dieser veränderten Aufgabenwahrnehmung dargestellt. Die Analyse zeigt, dass die Hanse ohne den Zuschuss der Stadt, der inzwischen über 200 000 Euro pro Jahr liegt, nicht lebensfähig wäre. Trotz dieser Zuschüsse habe die Hanse in vielen Jahren dennoch Verluste eingefahren und könne auch zukünftig bei der Erfüllung öffentlicher Aufgaben nie rentabel arbeiten.
Weiterhin könne die Hanse verschiedene an sich zum Stadtmarketing gehörende Aufgaben wie z. B. das Stadthallenmanagement nicht erfüllen, da politisch beschlossene Kultursubventionen dem Gewinnerzielungszweck der Gesellschaft entgegenstünden. Zudem würden schon heute viele Projekte in der Verwaltung initiiert und vorangetrieben, wie beispielsweise die Regionale 2013 mit dem Tourismusprojekt Naturerlebnisgebiet Biggesee-Listersee.
In der Sitzungsvorlage schlägt der Bürgermeister deshalb eine Neuorganisation des Stadtmarketing und der Tourismusförderung bei gleichzeitiger Reintegration der Aufgabenerledigung in die Stadtverwaltung vor. Um die privaten Akteure auch zukünftig in die Tourismusförderung und das Stadtmarketing einzubeziehen, schlägt der Bürgermeister die Gründung eines Beirats vor. Gewünscht ist dabei auch eine stärkere Beteiligung der Industrie, die bislang nicht in den Gremien vertreten war. „Wir haben bereits Gespräche mit Unternehmern geführt und schon viele Zusagen erhalten, dass man sich zukünftig einbringen möchte“, ist Bürgermeister Hilleke zuversichtlich, mit der Neuorganisation eine Aufbruchstimmung auslösen zu können.
Fest steht allerdings schon jetzt, dass die beiden Mitarbeiterinnen der Hanse, die von der Stadt übernommen werden, in den Räumlichkeiten in der Rathauspassage auch weiterhin Anlaufstation für Gäste und Attendorner bleiben. „Auch die Attendorner Ersatzwährung, den Hansescheck, wird es weiterhin geben“, so Hilleke, der Geschäftsführer Schefers für die geleistete Arbeit dankte.
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