Attendorner Bäumchensetzer sind wieder unterwegs

Attendorn..  Ende Mai, Anfang Juni gehört in Attendorn und Umgebung ein wohl einmaliges Ritual zum Wochenende wie der König zum Schützenfest: Das Bäumchensetzen der Abiturienten.

Auch am vergangenen Wochenende startete wieder die Karawane aus bunt bemalten Autos und zusätzlich fünf Bussen, weil an diesem Samstag alle ehemaligen Abiturienten eingeladen waren, beim Bäumchensetzen dabei zu sein. Das ließen sich viele nicht zweimal sagen.

500 Teilnehmer trafen sich zunächst in Rauterkusen zum ersten Setzen des Tages. Eine freie, große Wiese erwies sich als idealer Ort. Denn Platz brauchen die Abiturienten und ihre feiernde Masse. Es wird gesungen und gegrölt, denn das Rivius Gymnasium steht mit dem St.-Ursula-Gymnasium in Konkurrenz. Jeder will das Bäumchensetzen möglichst spektakulär gestalten. Es kommt zu Sprüngen von Garagen, Bierduschen und wilden Tänzen. Die „Setzer“ feuern mit Schlachtgesängen der Mitschüler an, fordern sie auf sich zu setzen, zu rudern oder die andere Schule zu verspotten.

Alles begann ganz harmlos

Dabei begann einmal alles ganz harmlos. Zunächst ging eine Handvoll Unterprimaner des Rivius, später auch Ursulinen, zu den Abiturienten und pflanzte in deren Garten als Zeichen für das bestandene Abitur und als Symbol für eine erfolgreiche Zukunft einen Baum. Es gab Kaffee und Kuchen und auf Latein wurde „Gaudeamus igitur“ gesungen. Davon schaffen die Abiturienten 2015 gerade noch die erste Strophe, dann ist die „Caritas“ in Form von Brötchen und Bier angesagt.

Am Samstag war zweites Ziel der Garten von Familie Hamers-Sonneborn in Heggen. Die Menschenmasse sorgte zunächst für eine verstopfte Straße und dann für einen mit Pflanzlöchern übersäten Rasen. Gegen 21 Uhr setzten sich die Karawane in Richtung Frettertal in Bewegung. Hier fand auf einer Wiese der „Joker“ statt, mit Bier, guter Musik und jede Menge Party.