Attendorn will einen Bürgerwindpark

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Attendorn will gemeinsam mit der Bigge Energie GmbH und der Volksbank Bigge-Lenne eine Projektentwicklungsgesellschaft gründen, die die Voraussetzungen für den Bau von Bürgerwindparkanlagen im Stadtgebiet Attendorn schaffen soll.

Attendorn / Olpe..  Die Stadt Attendorn will gemeinsam mit der Bigge Energie GmbH und der Volksbank Bigge-Lenne eine Projektentwicklungsgesellschaft gründen, die die Voraussetzungen für den Bau von Bürgerwindparkanlagen im Stadtgebiet Attendorn schaffen soll. Das bestätigte Bürgermeister Christian Pospischil gestern auf Anfrage.

Eile sei geboten, deshalb sollen sowohl der Rat Attendorn also auch die Versammlung in Olpe ihren Repräsentanten in der Gesellschafterversammlung der Bigge Energie grünes Licht geben, einer solchen Projektentwicklungsgesellschaft zuzustimmen. Der Zeitdruck, unter dem die Stadt steht, erklärt sich nach Aussage von Christian Pospischil aus der Tatsache, dass Attendorn – wie alle anderen Kommunen auch – auf dem Weg ist, Konzentrationszonen für die Windkraft festzulegen.

Keine Verspagelung

Wenn diese Konzentrationszonen geplant sind, kann die Stadt Windräder an anderer Stelle verbieten und so die befürchtete „Verspagelung der Landschaft“ verhindern. Sicher ist aber auch: Liegen die Konzentrationszonen einmal fest, „werden sich“, so Pospischil, die Projektentwickler darauf stürzen.“ Das soll unbedingt verhindert werden: „Wir möchten die Bürger mitnehmen, aus Betroffenen Beteiligte machen. Ein Bürgerwindpark hat zahlreiche Vorteile, wir sichern uns über das Planungsrecht hinausgehende Einflussmöglichkeiten, vor allem bleiben verantwortliche Ansprechpartner und die Wertschöpfung vor Ort. Hiervon profitiert ganz Attendorn“, so Pospischil weiter.

Wichtig sei ihm, dass die Kontaktaufnahme mit bestimmten Eigentümern eine Maßnahme zur vorsorglichen Flächensicherung und keine Festlegung auf Standorte darstelle. Die Standorte würden sich erst später im Rahmen des weiteren Planungsverfahrens definitiv abzeichnen.

Ein wenig überraschend ist, dass die Stadt die Volksbank Bigge Lenne als strategischen Partner mit ins Boot geholt hat und nicht die Sparkasse. „Wir haben mit beiden gesprochen“, so Pospischil, „die Sparkasse hat ihre Überlegungen noch nicht abgeschlossen.“ Nicht auszuschließen also, dass aus dem „strategischen Trio“, noch ein Quartett wird.

Das Thema für alle öffnen

Michael Griese, Vorstand der Volksbank Bigge-Lenne, hob hervor, dass es der Bank natürlich nicht darum gehe, politisch tätig zu werden, „aber die Windkraft ist beschlossene Sache und die Stadt Attendorn wird Konzentrationszonen ausweisen.“

Im engen Schulterschluss mit Bigge Energie und der Stadt Attendorn wolle man deshalb dafür sorgen, dass das Thema über einen Bürgerwindpark für alle geöffnet wird. Es sei zu attraktiv, als dass man es Großinvestoren und Projektentwicklern überlassen könne, „dann hat Attendorn gar nichts davon.“