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Karneval 2012

Attendorn und Grevenbrück beim Veilchendienstagszug außer Rand und Band

22.02.2012 | 12:20 Uhr
Attendorn und Grevenbrück beim Veilchendienstagszug außer Rand und Band
Veilchendienstagszug in Attendorn: Ein Prunkwagen nimmt die Stationen von Ex-Prinz Rüdiger Höffken aufs Korn. Foto: Sander-Graetz

Attendorn/Grevenbrück.  Attendorn und Grevenbrück waren beim Veilchendienstagszug außer Rand und Band. Die Kattfiller setzten lokale und überregionale Themen gekonnt in Szene und zogen vor wieder mehr als 20 000 Besuchern diverse „Größen“ durch den Kakao. Der Umzug in Grelau lebte von den phantastischen Fußgruppen und toller Stimmung.

Mehr als 1750 Teilnehmer waren als Höhepunkt der Session wieder in Attendorn auf den Beinen. Für einen kurzen Augenblick traten beim Veilchendienstagszug auf dem Alten Markt die Karnevalsschlager in den Hintergrund und der ABBA-Hit „Money, Money, Money“ sorgte für gute Laune.

„Kein Zufall“, meinte Zug-Kommentator Pitjes Höffer, der den gerade passierenden Wagen der Gruppe „Wir sind Wir“ mit „ein schöner Gruß aus Bochum“ kommentierte. Er war unter der Überschrift „Trifolium in Personalunion“ dem Attendorner Ex-Prinzen Rüdiger Höffken gewidmet. Prinz in Attendorn, Bauer in Köln, Jungfrau im Knast. Der Wagen zeigte Höffken in allen drei Lebensphasen, zuletzt vornübergebeugt mit Keuschheitsgürtel.

Kattfiller ziehen Angela Merkel durch den Kakao

Wie jedes Jahr hatten sich die Kattfiller lokale und überregionale Themen gesetzt. Die Rückkehr der weltgrößten Konfettikanone im Attendorner Zug stach zwar ins Auge der mehr als 20 000 Besucher , aber das Karnevalsmonstrum blieb wegen eines Defekts stumm. Lauter trumpften die Darsteller in der Narrenkarawane auf, die diverse Promis durch den Kakao zogen. So waren neben Angela Merkel und den Finanzhaien, die den Euro bedrohen auch der Musikschulstreit zwischen Attendorn und Finnentrop ein Thema.

Veilchendienstagszug in Attendorn

Weiterer Lokalkolorit kam auf die Schüppe. Das reichte von praktischer Lebenshilfe durch die Pfadfinder Ennest, die zeigten, wie man Starkstromleitungen in die Erde bekommt, über Mitleid („Wer ewig sitzt in Ewig ein, der hat nicht viel vom Sonnenschein“, Valbert) bis zur Schelte am Kreis Olpe, der den Attendorner das Geld aus den Taschen zieht („Attendorn findet es nicht toll, der Kreis macht sich das Säckel voll“, Holzweg).

Grevenbrücker Zug lebt von phantastischen Fußgruppen

Nicht so politisch ging es in Grevenbrück zu. Der Veilchendienstagszug in Grelau lebt eindeutig von den phantastischen Fußgruppen und einem bestens aufgelegten Publikum an den Straßenrändern. Da können fünf Grad Celsius und ein lausig kalter Wind der tollen Stimmung nichts anhaben. Ob Sistaz of Dance oder Genever-Fußsoldaten, ob die Wilde Horde oder die strahlenden Sonnen, Märchen und Bewohner aus aller Welt oder fröhlich scheppernde Blechdosen - die Fußgruppen in Grelau sorgten auch dieses Mal wieder für absolute Hingucker und einen wahren Augenschmaus.

Veilchendienstagszug in Grevenbrück

 Neben den fetzigen Karnevalshits aus den Lautsprechern rund um die örtliche Schützenhalle sorgten die ebenfalls toll kostümierten Musikvereine und Tambourcorps für eine unvergleichliche Stimmung im Veilchendienstagszug und an den Straßenrändern. Garden und Funkenmariechen, Akrobatik und zackiger Marschtritt - es war von allem etwas dabei. Auch die Wagenbauer haben sich in den letzten Jahren systematisch gesteigert.

Karnevalisten aus dem gesamten Kreis in Grelau dabei

Der Veilchendienstagszug in Grevenbrück lebt von bunten Fußgruppen aus dem Kreisgebiet. Foto: Riedel/Voss/WP

Fuhren vor Jahren noch relativ schlicht dekorierte Wagen - natürlich mit überschäumend feiernder Besatzung - im Zug mit, so hat sich in Bezug aufs Feierpotenzial nichts geändert, wohl aber an der Schönheit und Klasse der Wagen. Etliche Schiffe kämpften sich durch die närrischen Wogen in Grelau, dazu kamen die Prunkwagen der Gäste aus Bamenohl, Hülschotten, Rönksen, oder Schönholthausen/Ostentrop.

Überhaupt zieht Grevenbrück karnevalsbegeisterte Gruppen aus dem gesamten Kreisgebiet an: aus Bilstein und Kirchveischede, aus Lenhausen und Halberbracht, aus Langenei und Kirchhundem, Welschen Ennest, Hülschotten und sogar aus Drolshagen. Christian Korte, DJ Remo, Ede Dietermann und Wolfram Wienand sorgten für eine tolle Zug-Kommentierung, bevor es zur Karnevals-Sause in die örtliche Schützenhalle ging.

Gunnar Steinbach, Werner Riedel

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