Anmeldungen nur für Gemeinschaftsschule
20.01.2011 | 16:41 Uhr 2011-01-20T16:41:00+0100
Finnentrop. Die Gemeinschaftsschule ist eine Herausforderung für Finnentrop. „Die Frage ist eher nicht, kommt die Gemeinschaftsschule in Finnentrop, sondern kommen wir mit der geplanten Dreizügigkeit aus?“, sagt Bürgermeister Dietmar Heß
„Die Frage ist eher nicht, kommt die Gemeinschaftsschule in Finnentrop, sondern kommen wir mit der geplanten Dreizügigkeit aus?“, ist Bürgermeister Dietmar Heß überzeugt davon, dass die neue Schulform im Rahmen des Pilotprojekts des Landes zum Schuljahreswechsel im Sommer kommen wird.
Zwar steht die offizielle Genehmigung seitens der Landesregierung noch aus, doch habe die Schulabteilung bei der Bezirksregierung in Arnsberg vorgeprüft, und bei nur 19 Anträgen landesweit sieht Heß keine grundlegenden Hemmnisse und rechnet zum Monatsende mit einem positiven Bescheid.
Nur die Eltern der jetzigen Viertklässler, die ihre Kinder im Februar für eine weiterführende Schule anmelden müssen, könnten die Gemeinschaftsschule, die in Finnentrop Perspektivschule heißt, noch verhindern. Und zwar dadurch, dass sie weniger als die für die geforderte Dreizügigkeit der Schule notwendigen mindestens 69 Kinder hierfür anmelden.
Diese Chance ist eher theoretischer Natur, denn das Anmeldeprozedere wird laut Dietmar Heß so sein, dass in Finnentrop währen der ersten Woche der Anmeldefrist keine Wahlfreiheit besteht, sondern nur Kinder für die Gemeinschaftsschule angemeldet werden können. Kinder, die eine Haupt oder Realschule oder ein Gymnasium besuchen sollen, können zunächst nur in Nachbarkommunen angemeldet werden.
Sollte sich zeigen, dass die Dreizügigkeit der Gemeinschaftsschule in Finnentrop nicht erreicht wird, muss man dort reagieren und doch die Anmeldung zur Haupt- oder Realschule in Finnentrop zulassen.
Allerdings sieht Bürgermeister Heß angesichts von 212 Kindern, die die Finnentroper Grundschulen im Sommer verlassen, diese Gefahr nicht. Er sieht vielmehr eher das Problem auf sich zukommen, dass so viele Kinder angemeldet werden, „dass ich nach Düsseldorf fahren und die Vierzügigkeit beantragen muss, was ich dann auch sofort machen werde“. Sogar eine Fünfzügigkeit sei von der Raumkapazität her möglich.
Er rate Eltern, „ihre Kinder möglichst schnell für die Gemeinschaftsschule anzumelden, um ihnen einen Platz zu garantieren“, so Heß. Denn auch aus den Nachbarkommunen gebe es bereits einige Anfragen, die man auch beantworte, „allerdings ohne aggressiv in die Werbung zu gehen“, wie der Finnentroper Bürgermeister betont. Ob man bei einer sehr hohen Anmeldezahl Finnentroper Schüler bevorzugt annehmen könne, müsse noch geprüft werden.
Heß betonte weiterhin, dass die Beschlussfassung zur Gemeinschaftsschule im Gemeinderat die spätere Schaffung einer Gymnasialen Oberstufe an der geplanten Gemeinschaftsschule ausdrücklich umfasse und diese von ihm nach Aufforderung durch das Schulministerium auch angestrebt werde. Auch diese könne, wenn es denn soweit sei, nur noch durch mangelnde Anmeldezahlen verhindert werden.
Kommentar Seite 2
12:41
Hier läuft ein völlig undemokratisches Verfahren ab, bei dem die Landesregierung leider den Ego-Shooter Heß aus vordergründigen Interessen unterstützt. Eine Gemeinschaftsschule in Finnentrop ist nicht vernünftig und bedroht eine funktionierende Schullandschaft rundum.
17:24
Dem Kommentar von Peter Plugge stimme ich vollkommen bei. In Finnentrop ist kein objektiver Elternwille gewollt. Alle Befragungen der Eltern werden zugunsten der Gemeinschaftsschule ausgelegt. Bei der statistischen Auswertung des ersten Fragebogens hätte man genauso zu dem Ergebnis kommen können, dass die Eltern die Gemeinschaftsschule mit großer Mehrheit ablehnen. Eine Statistik ist immer genauso gut, wie der, der sie erstellt und auswertet.
Auf der gleichen Basis wird nun weitergearbeitet. Anstatt den Eltern eine Alternative zu den bestehenden Schulformen zu bieten, wird nur die Gemeinschaftsschule angeboten. Dass diese die Anmeldezahlen gar nicht verarbeiten kann und das Kinder, für die Platz an der Real- oder Hauptschule in Finnentrop vorhanden gewesen wäre, in Nachbarkumunen ausweichen müssen ist ein Armutszeugnis für den Schulstandort Finnentrop und für die Planer des Projektes Gemeinschaftsschule. Zu guter Letzt wird noch geklärt werden müssen, ob die Gemeinde Finnentrop auch die Fahrtkosten zu den Nachbarschulen für die nicht angenommenen Finnentroper Schüler trotz angepannter Haushaltslage übernehmen wird.