André Arenz soll neuer IG-Metall-Chef werden

Stefan Köster, ehrenamtlicher 2. Bevollmächtigter, IGM-Chef Georg Keppeler und André Arenz (von links). Arenz soll Keppelers Nachfolger werden.
Stefan Köster, ehrenamtlicher 2. Bevollmächtigter, IGM-Chef Georg Keppeler und André Arenz (von links). Arenz soll Keppelers Nachfolger werden.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Nach 25 Jahren verabschiedet sich Georg Keppeler in den Ruhestand. Sein designierter Nachfolger hat sich vorgenommen, im Hinblick auf die Betriebsratsdichte im Kreis Olpe auch die letzten weißen Flecken zu beseitigen.

Kreis Olpe..  Eine Ära geht zu Ende: 25 Jahre lang war Georg Keppeler aus Olpe Chef der IG Metall im Kreisgebiet, Mitte des Jahres geht er in Ruhestand. Dann ist er 63. „Man muss akzeptieren, dass die eigene Zeit irgendwann vorbei ist“, so Keppeler. Für einen anderen Gewerkschafter beginnt diese Zeit dann erst: André Arenz (38), derzeit noch politischer Sekretär der IGM-Verwaltungsstelle Olpe, soll die Nachfolge von Georg Keppeler antreten.

In der jüngsten Sitzung des IGM-Ortsvorstandes auch ganz offiziell vorgeschlagen, stellt sich der in Schönau/Altenwenden lebende Metallfunktionär am 28. April dem Votum der Delegiertenversammlung. 84 Vertreter der insgesamt rund 8700 IG-Metall-Mitglieder im Kreis Olpe werden dann im Olper Kolpinghaus den neuen 1. Bevollmächtigten der Verwaltungsstelle Olpe wählen.

Gegenkandidaten wie bei Keppelers Wahl, als Helmut Adler aus Finnentrop sich ebenfalls bewarb, gibt es diesmal nicht. Von der Möglichkeit, die Position auszuschreiben, habe die IG Metall ganz bewusst keinen Gebrauch gemacht, betonte Georg Keppeler am Dienstag. „Wir sind sicher, dass wir einen geeigneten Mann haben.“

Weiße Flecken beseitigen

André Arenz arbeitet seit neun Jahren bei der IG-Metall-Verwaltungsstelle Olpe; Mitglied der Gewerkschaft ist er seit 1994. Der Jugendvertreter will auch als Chef dafür sorgen, dass die Verjüngungskur der heimischen IGM sich fortsetzt. Außerdem, so Arenz, gelte es, im Hinblick auf die Betriebsratsdichte im Kreis Olpe die weißen Flecken zu beseitigen. In den letzten Jahren sei es gelungen, 24 neue Arbeitnehmervertretungen ins Leben zu rufen. Hier will der 38-Jährige am Ball bleiben. Ganz oben auf seiner Agenda steht auch die Tarifbindung der Unternehmen. Davon, dass Firmen miteinander „über den Lohn konkurrieren“, hält er nichts. Um so mehr dagegen vom Flächentarifvertrag und gleichen Arbeitsbedingungen. „Ich freue mich auf die neue Aufgabe“, so André Arenz. Dass der „Neue“ aus dem Kreis Olpe kommt, dürfte ihm die Arbeit erleichtern. Arenz: „Ich weiß ganz gut, wie die Leute hier ticken.“ Und wie schwer wiegt der Umstand, dass Noch-Chef Keppeler und sein designierter Nachfolger Mitglied der CDU sind? Das Christlich-Soziale als eine der beiden Gewerkschaftsströmungen habe dem Kreis Olpe, den Arbeitnehmern und den Arbeitgebern „gut getan“, bekräftigte Georg Keppeler. Leichter habe die CDU-Zugehörigkeit aber nichts gemacht. Das Verhältnis der IG Metall zu den Unternehmen sei nun einmal keine Liebesbeziehung.

Für den Ruhestand hat Keppeler sich einiges vorgenommen: Er will das Klavierspiel lernen und bei einer vierwöchigen Solo-Wanderung über den Alpen-Traumpfad „den Kopf frei bekommen“. Was er nicht möchte, sagte er auch: „Nie mehr samstags in den Garten, sondern nur noch in der Woche.“ Am Wochenende will Keppeler nicht arbeiten, sondern - zum Beispiel in den Olper Straßencafés - die Freizeit genießen.