Alles wird zur Gärung gebracht

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Was wir bereits wissen
Man kennt das System des experimentierfreudigen Attendorner Kulturbüros. Es startet immer am Donnerstag seine Versuchsreihe „Milchkulturen“.

Attendorn..  Man kennt das System des experimentierfreudigen Attendorner Kulturbüros. Es startet immer am Donnerstag seine Versuchsreihe „Milchkulturen“. Es soll erforscht werden, in wie fern das lyrische, gesprochene Wort zur subtilen Botschaft melodiösen Gesangs zu feingeistigen Aromastoffen für den Zuhörer führt. Als Petri-Schale steht die Stadt Attendorn zur Verfügung und Harnischmachers Milchbar dient dabei als Nährboden. Das Experiment wird am 28. Mai ab 20 Uhr gestartet. Dabei werden die zwei Ausgangsstoffe Lesen und Musik per Pipette dosiert abgegeben und zur Gärung gebracht. Konkret heißen diese beiden Stoffe Sascha Bisley (Autor/Dortmund ) und Malte von Griesgram (Musiker/Köln).

Verliebt ins Leben

Malte von Griesgram ist selbstbewusst und ständig verliebt: ins Leben, in seine Stadt, die Mädchen dort. Er sagt: „Ich schreibe Songs, weil ich es kann. Und weil ich es will. Denn es bereitet mir Freude.“ Malte und seine Band stehen für zeitlose Songs, die nicht den Regeln eines Genres folgen müssen und auch keiner wie auch immer gearteten Innovation nach hecheln. Malte hat den Mut, eine Botschaft zu haben und kontert damit den Mainstream, der solche Künstler viel zu oft belächelt. Malte von Griesgram singt deutsche Lieder und spielt dazu auf seiner Akustikgitarre.

Das aktuelle Album „Herz? Schlägt!“ hat er in Erfurt aufgenommen. Unter Mithilfe seiner Mannschaft Alexander Meyer-Köring (E-Git) und dem Attendorner Matthias „Fuma“ Fuhrmann (Bass).

Der Piercer aus Dortmund

Dazu fehlt nur noch die gewaltige Kraft des Autors Sascha Bisley. Sascha Bisley wuchs als jüngstes von sieben Kindern im Sauerland auf und sammelte früh Strafverfahren. Bisley lebt heute als Honorarkraft für Jugendämter und das NRW-Innenministerium, Fotograph und Filmemacher, AGT-Trainer, Referent und Dozent sowie Piercer in Dortmund. Er bloggt unter dortmund-diary.de und ist ein gefragter Lesebühnenautor.

An diesem Abend liest Bisley schonungslos und direkt Geschichten aus dem Leben und aus der Gesellschaft. Bisley will nicht gefallen, das wird einem sehr schnell klar. Sascha Bisley erzählt ehrlich, temporeich und mit einem ganz eigenen Sound. Sein erstes Buch „Zurück aus der Hölle“ ist ein krasser Bericht über menschliche Abgründe – und den Versuch, Abbitte für eine große Schuld zu leisten. Totschlag, Suizidversuch, Läuterung – Gewalt ist wie mein roter Faden, sagt der Autor.