Alle Anlieger in Heinsberg müssen mitziehen

Heinsberg/Siegen..  Die unendliche Katastrophen-Geschichte der Ortsdurchfahrt in Heinsberg scheint nun doch nach jahrzehntelangen Bestrebungen ein glückliches Ende zu nehmen. Ludger Siebert (Straßen NRW in Siegen): „Wir hoffen, die Baumaßnahme noch in diesem Jahr ausschreiben und den Auftrag vergeben zu können. Auf jeden Fall rücken wir Anfang des kommenden Jahres mit den Baumaschinen an.“

Bis dahin müsse nicht nur die Straßenbauer mit dem Grundstückserwerb ihre Hausaufgaben erledigt haben, sondern auch die Gemeinde Kirchhundem, die vor dem Straßenbau Versorgungsleitungen (Wasser etc) und Kanal mit Hausanschlüssen verlegt haben muss. Siebert: „Bei beiden Bauabschnitten ist dasselbe Ingenieurbüro eingeschaltet. Wir haben es also mit einer perfekten Koordinierung und damit Synergieeffekten zu tun, die sicherlich ein günstigeres Kostenergebnis zur Folge haben werden.“

Versprechungen

Warum die Ortsdurchfahrt in Heinsberg trotz Versprechungen der Landesregierung auch in diesem Jahr nicht über die Bühne geht? Das lag nach Recherchen unserer Zeitung an Finanzproblemen des Landes samt seiner Haushaltssperre. Dadurch entstand ein Finanzierungsstau bei der Straßensanierung. Dadurch verzögerte sich auch eine Baumaßnahme in der Stadt Halver für die jetzt der Jahresetat im Bereich der Bezirksregierung Arnsberg von 1 bis 1,2 Millionen Euro draufgeht. Im Regionalrat wurden jetzt Begehrlichkeiten anderer Kommunen zurückgewiesen mit dem Hinweis auf die absolute Priorität des Straßenbaus in Heinsberg. Das Gesamtprojekt, so Siebert, werde rund 2,5 Millionen Euro kosten, die Finanzierung müsse also auf mehrere Jahre verteilt werden. In Abstimmung mit der Gemeinde Kirchhundem könne diese aber sicherlich schon in diesem Jahr tätig werden.

Verhandlungen

Derzeit laufen die Verhandlungen von Gemeinde und Landesbetrieb mit rund 50 Eigentümern zwecks Grunderwerbs, um den Straßenausbau durchführen zu können. Zwei Häuser werden dem Abrissbagger zum Opfer fallen. Eines in den Sommerferien, eines danach, also wahrscheinlich Anfang September, weil es noch bewohnt ist.Ein großes Thema werden die Stützmauern sein. Die meisten (sechs) werden Stahlbetonmauern, die mit Porphyr verkleidet werden, einige andere sind in Gabionen-Bauweise geplant. Wenn Anlieger diese ablehnen, werde man auf diese Möglichkeit der Einfriedung verzichten. Seit den 60er Jahren sei an der Straße keine Sanierung erfolgt. Nur Flickschusterei, die zum desolaten Zustand der Fahrbahn beigetragen habe. Siebert: „Alle sollten sich über diese endliche positive Perspektive freuen. Jetzt müssen nur noch alle mitziehen. Der Ausbau der Heinsberger Ortsdurchfahrt bedeutet auf jeden Fall einen Quantensprung in Sachen Wohnqualität und Ortsbild.“