Alkohol im Blut, Auto im Wald - und jetzt?

Mario Arns koordiniert in der Rettungsleitstelle des Kreises Olpe den Einsatz nach Eingang eines Hilferufs
Mario Arns koordiniert in der Rettungsleitstelle des Kreises Olpe den Einsatz nach Eingang eines Hilferufs
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Rettungsleitstelle des Kreises Olpe nutzt Handy-Ortung für Gestrandete und Unfallopfer.

Kreis Olpe..  Über Alkohol kann man denken, was man will, aber für ein paar interessante Rettungseinsätze ist er immer gut. So erinnert sich Jan Falke von der Leitstelle des Kreises Olpe noch gut an jenen Bochumer, der es „voll wie ein Eimer“ am Steuer seines Wagens von Bochum bis ins Sauerland geschafft hatte, dann aber irgendwo in der Nähe von Rahrbach die Orientierung verlor, die Polizei (!) anrief und um Hilfe bat. Besonders viel konnte er zu seiner Ortung nicht beitragen. „Bäume“ war alles, was er um sich herum noch wahrnahm.

Frage: „Was sehen Sie?“

„Damals hätten wir die App schon gut gebrauchen können“, sagt Jan Falke, denn der Besucher aus Bochum hatte sich erst gemeldet, als die Dunkelheit bereits hereinbrach.

Ähnlich der Fall des Zechers aus Kirchhundem, der sich vollgetankt und zu nächtlicher Stunde mit ein paar Kumpels zu Fuß auf den verschneiten Heimweg gemacht hatte und an einem Baum eine längere Pause eingelegt hatte. Als er fertig war, hatte er zwar keinen Druck mehr auf der Blase, aber auch keine Begleitung (die Kollegen waren weiter gezogen) und keine Orientierung mehr. Betrunkene, die im Schnee und bei Frost nur noch Bäume sehen, sind schnell ein Fall für den Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera.

Seit ein paar Wochen greift die Rettungsleitstelle des Kreises Olpe in solchen Fällen auf eine Technik zurück, die moderne Smartphones anbieten. Und das natürlich nicht nur für Autofahrer, die nach dem Einparken nur noch „Bäume“ sehen, sondern für Wanderer, Radfahrer, eben jeden, der Hilfe braucht, aber seinen Standort nicht genau beschreiben kann.

Antwort: „Bäume!“

Über GPS speichern Smartphones ständig die eigene Position ab und diese lässt sich im Falle eines Falles abfragen. Das Prozedere ist wie folgt: Im Notfall wählt man die 112 und erhält dann von der Leitstelle eine SMS, die alles Weitere erklärt und beantwortet werden muss. Einfacher ist es, wenn man WhatsApp auf dem Handy hat, dann kann man die eigene Position mit einem oder zwei „Klicks“ senden. Android-Handys haben es etwas leichter als iPhones. Wichtig aber: Wer unterwegs ist und sich im Notfall orten lassen will, sollte auf jeden Fall den Ortungsdienst des Handys aktiviert haben. Man kann das zwar auch nachträglich noch einschalten, das kostet aber Zeit.

In der Leitstelle wird die mit Längen- und Breitengraden übermittelte Position elektronisch auf eine Karte übertragen, mit der dann Feuerwehr und Notarzt an die Unfallstelle herangeführt werden können.

Ab sofort mit Bus und Bahn

Nicht Feuerwehr oder Notarzt fanden den Gast aus Bochum in der Nähe von Rahrbach, sondern am nächsten Morgen der Polizeihubschrauber. Der Besucher weiß jetzt vermutlich auch, wie man mit Bus und Bahn nach Bochum kommt.