Aktive Flüchtlingspolitik

ZUE in Olpe..  Lothar Epe hat sich im „Forum Integration“ leidenschaftlich für das „Konzept zur Dezentralen Wohnraumversorgung und Integration von Flüchtlingen in Olpe“ eingesetzt. Erarbeitet wurde dieses Konzept unter maßgeblicher Mitarbeit der im Caritasverband für Integrations- und Migrationsberatung verantwortlichen Dorothea Clemens. Vorgelegt wurde es in einer von drei Arbeitsgruppen des Forums, war dort aber heftig umstritten. Zum einen zielt es sehr stark auf die Integration anerkannter Asylberechtigter, um die es weder in einer ZUE noch bei der dezentralen Unterbringung geht; zum anderen erfordert seine Umsetzung neben vielen ehrenamtlichen Helfern auch mehrere hauptamtliche Mitarbeiter. Eine ziemlich lukrative und für die Stadt Olpe entsprechend teure Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Dass sich der Vorsitzende des Caritasrates dafür stark macht, verwundert mich nicht - zumal eine ZUE mit größter Wahrscheinlichkeit vom DRK betreut würde. Erstaunt war ich, dass es für Lothar Epe nicht selbstverständlich war, sich im Rat für befangen zu erklären. Bei aller Hochachtung vor seinem Engagement für den Caritasverband.


Die von Lothar Epe favorisierte Lösung, dauerhaft 200 bis 250 Flüchtlinge im Regenbogenland unterzubringen, verspricht nur auf den ersten Blick mehr Integration. Derzeit werden von 100 Flüchtlingen 30 als Asylberechtigte anerkannt, von den übrigen wird ein Teil abgeschoben und die, die nicht abgeschoben werden können (etwa, weil sie keinen Pass haben), werden geduldet. Von den anerkannten Asylberechtigten wird nach bisherigen Erfahrungen der allergrößte Teil Olpe in Richtung einer Großstadt verlassen. Dort finden sie Landsleute und Geschäfte, in denen sie ihre gewohnten Lebensmittel einkaufen können. Im Laufe der Jahre würden sich im Regenbogenland also Flüchtlinge ansammeln, die nur geduldet sind, für die sich also kaum Wohnungen und Arbeitsplätze finden lassen und die nicht einmal Anspruch auf Deutschunterricht haben. Vielleicht die Hilfsbedürftigsten also, aber auch die problematischsten. Solange sie nicht anerkannt sind, kann von Integration nicht die Rede sein.


Aktive Flüchtlingspolitik muss sich auf anerkannte Asylberechtigte ausrichten. Ihnen steht ein langer und schwerer Integrationsprozess bevor, vor allem, wenn sie aus anderen Kulturen stammen. Ihnen dabei zur Seite zu stehen, ist eine Aufgabe, die zu meistern das Gesicht der Stadt und das Lebensgefühl ihrer Bürger verändern würde. Die ZUE wird uns die Möglichkeit bieten, nach Flüchtlingen zu suchen, die dauerhaft in Olpe bleiben wollen. Die zu uns passen und zu denen wir passen.
Heinrich Maiworm, Olpe