Ähnlich wie im Gefängnis mit Freigang

ZUE in Olpe..  Die Meinung von Herrn Sieg in seinem Leserbrief vom 27.1.2015 in der WP, dass es für eine Festlegung auf eine ZUE in Olpe zu früh ist, teile ich. Ich denke aber - anders als Herr Sieg - dass man die Einrichtung einer ZUE im Regenbogenland aus humanitären Gründen ablehnen muss.


In Wikipedia ist zum Thema humanitäre Hilfe folgendes zu lesen: Als humanitäre Hilfe bezeichnet man Maßnahmen zum Schutz und zur Versorgung von Menschen in einer Notlage, die über eine Erstversorgung hinausgehen.


Diese Definition stand für die Namensgebung der humanitären Flüchtlingshilfe Olpe Pate. Da eine ZUE nur eine Erstversorgung leisten will, ist sie im Sinne der angezogenen Definition nicht humanitär. Die Lebensverhältnisse in einer ZUE, wie sie von der Stadt in einer Präsentation am 27. Januar vorgestellt wurden, sind ähnlich wie in einem Gefängnis (eingezäunt und bewacht) mit Freigang, ohne dass die Asylbewerber die Möglichkeit haben, einer geregelten Beschäftigung nachzugehen.


Der Gefängnisinsasse hat dabei den Vorteil, dass er sich in der Regel in eine Einzelzelle (mindestens 6-7 qm groß) zurückziehen kann. Der Asylbewerber muss sich einen 24 qm großen Raum mit drei anderen Bewerbern teilen. Ob ein Frauencafe oder die anderen in der Umbauplanung vorgestellten Einrichtungen ausreichen, um Konflikte zwischen teils schwer traumatisierten Menschen in einer gefängnisähnlichen Unterbringung in Vierbettzimmern zu vermeiden, ist zu bezweifeln. Ich bin überzeugt, dass man so einen sozialen Brennpunkt schafft.


Anlässlich eines Konzerts der Kammersinfonie Stuttgart Anfang des Jahres sagte Bürgermeister Müller : „Eine Stadt bekommt ihr Gesicht durch die Häuser, Straßen, Wege und Plätze, aber ihre Seele erhält eine Stadt durch das Engagement für die Kultur.“ Zweifellos richtig für einen Teil der Seele. Noch stärker zeigen sich Gesicht und Seele einer Stadt durch echtes Engagement für Mitmenschen und nicht durch den Versuch, aus solchen Sachen herauszukommen


Zu der lokal nicht zu leistenden professionellen Betreuung der Asylbewerber in einer ZUE durch das Land, die in der städtischen Bürgerversammlung am 27. Januar immer wieder herausgestellt wurde, sagte ein erfahrener Ehrenamtler, der Zugang zur Burbacher Einrichtung hat: Die Flüchtlingshilfe der Bezirksregierung Arnsberg besteht ausschließlich in der Vermeidung von Obdachlosigkeit.


Hintergrundinformationen findet man reichlich im Internet, auch auf der Homepage HF-Olpe.de
Josef Hähner,

Olpe

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