Abschluss des Kirchenjubiläums

Attendorn..  „Jauchzet, frohlocket“ – mit Pauken und Trompeten, glanzvoll und voller Vorfreude erzählten die rund 60 Sänger des evangelischen Kirchenchors und des Madrigalchors Attendorn die Weihnachtsgeschichte in der voll besetzten Erlöserkirche nach. Mit dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach setzten die Aufführenden einen beeindruckenden Schlusspunkt im Jubiläumsjahr der Erlöserkirche.

„Als Gemeinde und als Presbyterium blicken wir auf dieses Jahr mit großer Dankbarkeit zurück“, sagte Pfarrer Andreas Schliebener bei seiner Begrüßung. „Wir sind insbesondere dankbar für die vielen Menschen, die sich bei der Vorbereitung und Durchführung der verschiedenen Veranstaltungen engagiert haben.“

Der Dank gelte auch den fast hundert Sängern und Musikern unter Leitung von Gerhard Strub, die dieses großartige Werk der Musikgeschichte hier in Attendorn zu Gehör bringen.

Mottete folgen drei Kantaten

Den ersten drei Kantaten des Weihnachtsoratorium hatte Kirchenmusikdirektor Gerhard Strub die Motette „Exsultate, jubilate“ vorangestellt. Strahlend gestaltete die aus Plettenberg stammende und heute in Innsbruck lebende Sopranistin Vera Schoenenberg dieses Werk, das Wolfgang Amadeus Mozart auf seiner letzten Italienreise im Jahr 1773 komponierte.

Knapp 40 Jahre früher, zwischen dem ersten Weihnachtstag 1734 und dem Epiphaniasfest 1735, wurde Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium in Leipzig uraufgeführt. Eines der populärsten Werke der Musikgeschichte begeisterte auch an diesem Nachmittag - 280 Jahre später - die 400 Zuhörer in der Erlöserkirche.

Die Solisten Vera Schoenenberg (Sopran), Heike Bader (Alt), Mark Heines (Tenor) und Joachim Rück (Bass) überzeugten. Mark Heines als Evangelist führte klar und mit individueller Interpretation durch das Weihnachtsgeschehen. Mit den Arien, teilweise im Duett, zogen Heike Bader und Joachim Rück das Publikum in der Kirche in ihren Bann.

Georg Vielhaber am Cembalo

Die Camerata Instrumentale Siegen, das Trompetenensemble Reinhold Felthaus und der in Attendorn geborene Pianist Georg Vielhaber am Cembalo gestalteten den instrumentalen Part ebenso überzeugend. Die Chorgemeinschaft von Evangelischem Kirchenchor und Madrigalchor krönte ihre intensive gemeinsame Probenarbeit mit einem schönen homogenen Gesang. Gerhard Strub leitete einfühlsam das Meisterwerk.

Das begeisterte Publikum zollte den Solisten, Chören und Instrumentalisten nach dem verklungenem Schlussakkord lang anhaltenden Applaus.