Abrechnung in Finnentrop

Zu einer Generalabrechnung mit der 25-jährigen Arbeit von Bürgermeister Dietmar Heß und der „großen heimischen Koalition aus CDU und SPD“ nutzte der Vorsitzende der FÜR Fraktion im Gemeinderat, Christian Vollmert, die Haushaltsdebatte.

Finnentrop.. Vollmert warf Heß vor, 25 Jahre für die Beseitigung des Bahnübergangs gebraucht zu haben, ohne etwas am größten Problem der Gemeinde, die „fehlenden Zentralität“, verändert zu haben. Die Tallage habe den Anspruch, Zentrum zu sein, „seit Jahren verloren“.

Daran ändere auch der Netto-Markt nichts. „Und im ‘neuen Zentrum’ im Umfeld des Rathauses dominieren Tristesse und Leerstand“, so Vollmert. Bamenohl biete zwar Einkaufs-, aber keine Aufenthaltsqualität. „Hier offenbaren sich für jeden sichtbar, die städtebaulichen Sünden der vergangen 25 Jahre, aber auch das Versagen der großen Koalition aus CDU und SPD“.

Feuerwehr auf den Prüfstand

Der vorgelegte Haushaltsplan 2014 weise bis auf das Projekt Lennepark, „wo keine Menschen leben“, für den Bereich der Bamen-ohler Straße keine zukunftsweisenden Investitionen auf. Stattdessen würden Dorferneuerungsmaßnahmen in Weringhausen, Schöndelt und Schönholthausen geplant.

Zu den Plänen für ein neues Feuerwehrgerätehaus für die Löschgruppe Finnentrop stellte Vollmert die Frage, ob man nicht vor Ausgabe von 1,7 Millionen Euro „die strategische Ausrichtung der Feuerwehr auf den Prüfstand stellen“ sollte.

Rundumschlag oder Büttenrede

Hier erhielt er Unterstützung von Günter Linn (UWG), der Bürgermeister, CDU und SPD vorwarf, sich aus „wahltaktischen Überlegungen“ und Angst vor der Feuerwehr weg zu ducken, anstatt Einsparpotenziale durch Überprüfung der Feuerwehrstandorte zu nutzen.

Christian Vollmert begründete die Ablehnung des Haushalts durch die FÜR Fraktion damit, dass die große Koalition aus CDU und SPD mit Bürgermeister Heß an der Spitze die Zukunft Finnentrops verbaut habe. „Die Suppe auslöffeln dürfen die nachfolgenden Generationen“. Linn, dessen UWG den Haushalt ebenfalls ablehnte, prophezeite: „Am Ende heißt es: zahlen, liebe Mitbürger“.

Ralf Helmig (CDU) wollte den „politischen Rundumschlag“ Vollmerts nicht kommentieren, vermisste aber von FÜR Fraktion und UWG konkrete Anträge zum Haushalt, während Henkel (CD) sich „ein Stück weit an eine Büttenrede erinnert“ fühlte. Jens Nagel, dessen SPD dem Haushalt zustimmte, stellte die Frage, warum man gegen Dinge sein solle, „die für die Bürger in Ordnung sind“.