Ab Juli bittet die Stadt Dauerparker zur Kasse

Insbesondere Parkplätze für Dauerparker sind in der Kreisstadt Mangelware.
Insbesondere Parkplätze für Dauerparker sind in der Kreisstadt Mangelware.
Foto: WP

Olpe..  Die Würfel sind gefallen: Dauerparker, aber nicht nur die, werden auf den städtischen Parkflächen in Olpe künftig kräftig zur Kasse gebeten. Wie bereits berichtet, hatte die Stadtverwaltung den Vorschlag ausgearbeitet, den künftigen SIBO-Parkplatz, aber auch weitere jetzt noch kostenfreie Flächen mit Parkscheinautomaten zu bestücken. Und am Dienstag Abend fiel „der Hammer“: Nur 10 Ratsvertreter, darunter die geschlossene SPD-Fraktion, stimmten gegen den Plan der Stadt, 27 dafür.

SPD-Fraktions-Chef Volker Reichel brachte die weitgehend bekannten Kritikpunkte seiner Fraktion zum Ausdruck: „Das wird zu reichlich Unmut bei ganz vielen Beschäftigten von Geschäften, Büros und Kneipen führen.“ Wenn selbst Geschäftsmann Peter Enders in eine ähnliche Richtung argumentiere (wir berichteten), sei das schon ein Signal.

Keiner sagt, er finde das gut

Auf Anfrage unserer Zeitung versicherte Reichel auch gestern noch einmal: „Ich habe noch niemand getroffen, der gesagt hat, er finde die neue Parkregelung gut. Alle sagen: Das ist großer Mist.“

Im Rat war Reichel noch deutlicher geworden: „Die Stadt zockt die Bürger ab.“ Denn Alternativen hätten Dauerparker nicht, die ÖPNV-Infrastruktur rund um Olpe sei zu schwach. Als einen kleinen Erfolg wertete Reichel die Abstimmung, da nicht mehr nur die SPD-Fraktion allein auf weiter Flur gegen die Parkgebühren sei. Unter anderem Andreas Stenzel (FDP), auch Sprecher der Einzelhändler-Interessengemeinschaft „Oberstadt“, hatte gegen die neue Parkregelung gestimmt.

Von „positiven Rückmeldungen“ berichtete gestern allerdings Peter Püttmann vom städtischen Ordnungsamt auf Anfrage: „Wir haben bereits für alle 104 geplanten SIBO-Mietparkplätze Anfragen. Die sind also schon vergeben. Die Leute sehen das ein, die Resonanz war gut.“

Auch CDU-Fraktionssprecher Peter Weber hatte die Parkplatzbewirtschaftung verteidigt. Der Stadt entstünden nun mal Kosten für den Parkraum. Weber: „Entweder wir finanzieren es aus dem Haushalt, oder wir erheben Gebühren verursachergerecht.“

30 Euro pro Monat, 2 Euro am Tag

Was genau ist beschlossen worden? Ab dem 1. Juli soll auf folgenden bisher kostenfreien Plätzen kassiert werden - 2 Euro pro Tag, ein Euro fürs Halbtages-Ticket: P 3 Kreuzkapelle (45 Plätze), P 12 Stellwerkstraße (53), P 13 Am Biggeufer (18), P 14 Alter Bahnhof (167), P 15 Hugo-Rügenberg-Straße/neben Lidl (41).

Die Gebühren für die 104 Mietplätze auf dem ehem. SIBO-Grundstück liegen bei 30 Euro monatlich, ein Antrag des Grünen Christian Hohn, das auf 20 Euro zu reduzieren, fand nur drei Ja-Stimmen, wurde abgelehnt.

Die Parkgebühren werden montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr fällig, samstags von 9 bis 14 Uhr.

Kostenfrei werden nach der neuen Regelung nur noch folgende städtische Plätze sein:

Parkplatz Stadthalle (67 Plätze), Bruchstraße (36) und Parkdeck Winterbergstraße (27). Dazu können noch die wenigen Plätze zwischen Rossmann und Warenkorb gezählt werden, dort plant die Stadt mittelfristig aber ein Parkdeck.