50 Millionen Kubikmeter Wasser müssen raus

Bilder vom Biggesee mit Strandbetrieb und vom Niedrigwasser im Jahrhundertsommer 2003.
Bilder vom Biggesee mit Strandbetrieb und vom Niedrigwasser im Jahrhundertsommer 2003.
Foto: WR
Was wir bereits wissen
Biggetalsperre verliert derzeit täglich acht Zentimeter. Dammsanierung beginnt im Juni

Attendorn..  Acht Zentimeter verliert der Biggesee derzeit täglich an Höhe, „und damit sind wir“, sagt Ralf Stötzel, beim Ruhrverband verantwortlicher Betriebsleiter für die Bigge- und Listertalsperre, „genau im Soll“. Und das obwohl die heftigen Niederschläge zur Osterzeit dafür gesorgt hatten, dass der Pegelstand der Bigge zwischenzeitlich wieder gestiegen war.

Wer sich ein Bild davon machen will, wie der Biggesee an Volumen verliert, kann das im Internet tun. Unter www.talsperrenleitzentrale-ruhr.de/talsperren.html?SID=bigge veröffentlich der Ruhrverband die sogenannte „Ganglinie“. Hier kann die Stauhöhe der letzten fünf Tage verfolgt werden.

Keine Außengastronomie

Um 15 Meter wird die Bigge bis Ende Juni abgesenkt, dann nämlich beginnen die Arbeiten zur Sanierung Dammabdichtung. Den ungestörten Blick von Damm und Leuchtturm auf den See können Besucher nach mit Ende Mai genießen, dann wird der Damm für Fußgänger und Radfahrer gesperrt, weil ab dem 1. Juni die Baustelle eingerichtet wird.

Der Leuchtturm steht dann mitten in der Baustelle und ist über die gesperrte Dammkrone nicht zu erreichen. Auch wird die Außengastronomie während der Bauzeit wegfallen, erreichbar bleibt er aber trotzdem. Vom Parkplatz hinter der JVA und über die Brücken von Neu-Listernohl ist der Zugang möglich. Außerdem soll ein Weg, der bislang zur Pflege und Wartung des Damms dient und von dessen nördlichen Ende zum Kiosk verläuft, geöffnet werden.

Neuer Zugang zum Leuchtturm

Der eigens angelegte Zugang zum Leutturm wird übrigens die einzige Möglichkeit sein, sich ein Bild vom Fortgang der Arbeiten zu machen. Der Aufgang über den kleinen Parkplatz an der L 512 wird durch ein elektrisches Schiebetor gesperrt, wie die ganze Baustelle durch einen Zaum abgeriegelt wird. Diese steile Auffahrt wird ausschließlich den Baufahrzeugen zur Verfügung stehen. Die Sanierung der Asphalt-Deckschicht war fällig. Auf 50 Jahre war ihre Haltbarkeit beim Einstau berechnet worden, exakt die hat sie jetzt hinter sich. Der Verschleiß ist vor allem in den Bereichen sichtbar, die durch die schwankenden Wasserstände mal über und mal unter Wasser liegen. Je tiefer der Asphalt unter Wasser liegt, desto besser hat er die letzten 50 Jahre überstanden.

Rund ein Drittel seiner Wassermenge (50 Mio. Kubikmeter) wird der Biggesee bei der Absenkung um 15 Meter verlieren. Das ist viel, aber kein Rekord: Im Jahrhundertsommer 2003 war der Wasserstand noch niedriger.