400 Meter sind das Minimum

Attendorn..  Der Ausschuss für Planung und Umwelt hat gestern Abend sogenannte „harte Tabuzonen“ für die Genehmigung von Windenergieanlagen verabschiedet. Als harte Tabuzonen sind gemäß Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 13. Dezember 2012 Flächen definiert, „auf denen die Errichtung und der Betrieb von Windenergieanlagen aus tatsächlichen oder rechtlichen Gründen ausgeschlossen“ ist.

Ökologie berücksichtigen

Ergänzt werden könne diese „harten“ Bereiche durch sogenannte „weiche Tabuzonen“, in denen die Stadt die Windenergienutzung in ihrem Sinne weiter einschränkt. Im Rahmen der weichen Tabuzonen wäre es zum Beispiel möglich, die Abstände zu Wohnbereichen über die 400 Meter hinaus zu vergrößern.

Da bei der Ausweisung der Tabuzonen auch ökologische bzw. artenschutzrechtliche Aspekte berücksichtigt werden müssen, gab der Strukturausschuss gestern auch ein Gutachten in Auftrag, durch das ein „Arten und Habitatschutz“ in der Planung gewährleistet werden soll. Die Anfertigung dieses Gutachtens wird etwa ein Jahr benötigen.

Carsten Graumann warnte davor zu glauben, dass durch Tabuzonen jede Ablehnung von Windenergie durchgesetzt werden könne. Eine spätere Überprüfung des „Teilchflächennutzungsplanes Windenergie“ müsse ergeben, „dass der Windenergie substanziell Raum gegeben worden ist“.

Als „harte Tabuzonen“ gelten:

Allgemeine Siedlungsbereiche, Wohngebäude (+400 Meter), Wohnbauflächen (+400 Meter), gemischte Bauflächen (+400 Meter) Flächen für den Gemeinbedarf mit Wohnen (+400 Meter), Flächen für den Gemeinbedarf ohne Wohnen, Sonderbauflächen für die Erholung wie Hotel oder Campinganlage (+400 Meter), Wohngebäude im Außenbereich (+400 Meter), gewerbliche Bauflächen und Grünflächen.

Hinzu kommen Bereiche für den Naturschutz und Naturschutzgebiete, Biotope, Naturdenkmäler und geschützte Landschaftbestandteile. Stehende Gewässer, fließende Gewässer und Wasserschutzzonen sind ebenfalls eine Tabuzone. Ebenso Straßen, Gleise, Hochspannungsleitungen und der Flugplatz Attendorn / Finnentrop.

Die Stadt strebt darüber hinaus die Ausweisung von Konzentrationszonen an. Es sollen keine Einzelanlagen gebaut, sondern in der Regel eine bis drei Anlagen an einem Standort zusammengefasst werden.

Referenzanlage

Darüber hinaus legte der Ausschuss gestern die Dimensionen für eine Referenzanlage fest. Hier geht man von einer Anlage mit ca. 200m Gesamthöhe aus. Diese sei der aktuelle Stand der Technik.