28 Anmeldungen für Schule in Rothemühle

Wenden..  Der Wendener Rat glaubte, seine Hausaufgaben in Sachen Schule gemacht zu haben. Es ist erst eine Woche her, als die Kommunalpolitiker drei Eingangsklassen für das kommende Schuljahr im Grundschulverbund „Wendener Land“ beschlossen. Diese sollten nach dem Votum im Arbeitskreis „Primar“ alle an der Stammschule in Wenden eingerichtet werden, um einen Konflikt bei der Bevorzugung der Teilstandorte Ottfingen oder Rothemühle zu vermeiden. „Es muss wieder Ruhe einkehren in Rothemühle und Ottfingen. Es wäre fatal, wenn wir auf einmal in den nächsten Wochen eine Klasse in Rothemühle haben“, hatte Brigitte Hennecke (CDU) gesagt (wir berichteten). Pädagogische Gründe und eine bessere Lehrerversorgung sprächen für die Einrichtung aller drei Eingangsklassen in Wenden, so die einhellige Meinung von Verwaltung und Arbeitskreis.

Von Empfehlung zu Erwartung

Von einer Empfehlung der Bildung aller Klassen in Wenden war im Beschlussvorschlag der Verwaltung zunächst die Rede. Einige Ratsmitglieder trauten dem Braten jedoch nicht, schließlich obliegt die Bildung der Eingangsklassen der Schulleiterin Britta Halbe. Nach einer Sitzungsunterbrechung baute man schließlich statt der „Empfehlung“ des Rates eine „Erwartung“ ein, dass alle Klassen in Wenden gebildet werden.

„Situation ist eine andere“

Nur eine Woche später kommt alles anders. Nach Informationen dieser Zeitung soll jetzt doch eine Eingangsklasse in Rothemühle und nur zwei in Wenden gebildet werden. Hintergrund: Mehrere Eltern aus Ottfingen haben sich der Elterninitiative Rothemühle angeschlossen. Diese hatte sich vor kurzem mit dem Ziel gebildet, eine Eingangsklasse in Rothemühle einzurichten für Kinder aus Rothemühle und Ottfingen. Wie diese Zeitung erfuhr, handelt es um 13 Kinder aus Ottfingen, die jetzt in Rothemühle eingeschult werden sollen.

„Der Ratsbeschluss wurde unter anderen Gesichtspunkten gefasst. Es war von weniger Kindern die Rede. Die Situation ist jetzt eine andere. 28 Anmeldungen liegen vor. Wenn vor diesem Hintergrund die Schulleiterin jetzt eine Eingangsklasse in Rothemühle bildet, kann ich das nachvollziehen“, sagte Bürgermeister Peter Brüser auf Anfrage.

Klares politisches Signal

Ludger Wurm (CDU), Vorsitzender des Arbeitskreises „Primar“ und des Ausschuss Bildung und Soziales, hielt sich auf Anfrage bedeckt: „Ich tue mich schwer mit einer Kommentierung. Ich möchte nicht noch mehr Hetze hereinbringen.“

Allerdings habe es aus politischer Sicht ein klares Signal gegeben, weder Ottfingen, noch Rothemühle in den Vordergrund zu stellen. Im Arbeitskreis hätten sich Schulrätin, Schulleitung und Verwaltung klar geäußert, alle drei Eingangsklassen in Wenden einzurichten. Dies sei erklärtes Ziel von allen Seiten gewesen.

„Über die Entwicklung bin ich tief enttäuscht“, räumte Ludger Wurm ein. Eines ist jetzt wohl offensichtlich: Für die Zukunft der Schule in Ottfingen dürfte die aktuelle Entwicklung alles andere als förderlich sein.

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