18-jährige Olperin hilft auf den Philippinen

Obwohl die Zeit auf Samar schnell vorbei war, hat Svenja Bär aus Olpe viel erlebt und ist dankbar, dass sie diese einmaligen und beeindruckenden Erfahrungen sammeln durfte.
Obwohl die Zeit auf Samar schnell vorbei war, hat Svenja Bär aus Olpe viel erlebt und ist dankbar, dass sie diese einmaligen und beeindruckenden Erfahrungen sammeln durfte.
Foto: Engel, Birgit

Olpe..  Anfang Dezember wütete der Taifun „Hagupit“ über den Philippinen und hinterließ schwere Verwüstungen. Zwar war man in Anbetracht des verheerenden Wirbelsturms „Haiyan“ im Vorjahr besser vorbereitet, dennoch: Angst vor einer erneuten Katastrophe, Überflutungen, zerstörten Gebäuden und vor allem verlorenen Menschenleben sprechen für sich. Und während die Philippinos immer noch mit den Folgen zu kämpfen haben, ist das Geschehen in unserer vermeintlich heilen Welt längst abgehakt und nur eine vergangene Episode unter vielen anderen. Anders bei Svenja Bär aus Olpe.

Windgeschwindigkeit über 200 km/h

Die 18-jährige war diesen Sommer im ehrenamtlichen Einsatz auf der Insel Samar, genau dort, wo „Hagupit“ im Dezember den ersten Landkontakt hatte. Mit Windgeschwindigkeiten von über 200 Stundenkilometern fegte er über die Insel hinweg und blies die Häuser buchstäblich einfach weg.

Bevor Svenja Bär ihr Studium der Ethnologie und Volkswirtschaft in Heidelberg begann, arbeitete sie auf Samar für ein paar Wochen in dem Medical Health Center „Mabuhay-Hilfe für´s Leben e.V“. Der Kontakt wurde über die Olper Franziskanerinnen geknüpft. Es handelt sich um eine Krankenstation, die Sabine Korth, eine Krankenschwester aus Bonn, mit der philippinischen Schwester Veronika aufgebaut hat. In der Krankenstation helfen auch einige philippinische Frauen, alle ehrenamtlich. Ohne sie wäre es unmöglich alle Patienten zu versorgen, da die Menschen nicht nur aus der näheren Umgebung kommen, sondern für den Weg auch weit mehr als einen Tag brauchen.

Zu arm fürs Krankenhaus

Svenja Bär: „Für eine kostenlose Untersuchung von Sabine nehmen sie immer wieder eine lange Anreise in Kauf, da sie ganz einfach zu arm sind, um in ein Krankenhaus zu gehen. Diese Armut wird vor allem deutlich, wenn man sich die Hütten anguckt, in denen die Menschen leben. Wenn es nicht genug Betten gibt, müssen die Kinder auf dem Boden schlafen und eine Haustür hat auch nicht jeder. Wenn ich bei dem Anblick dann an unser eigenes Haus denken musste, kam es mir vor wie ein Palast.“ Dabei bewegte sie die Begegnung mit einem 13-jährigen Mädchen ganz besonders. „Als ich mit ihr durch das Dorf gelaufen bin, sagte sie, nicht als Vorwurf, sondern einfach als Feststellung: „We are so different, I’m poor and you are rich…“.

Samar, die drittgrößte Insel der Philippinen, gehört zu den ärmsten Regionen des südostasiatischen Inselstaates. Der Anbau von Reis, Mais und Süßkartoffeln reicht kaum für die eigene Versorgung. Touristen finden hier im Westpazifik für sich einige interessante Hotspots. Guckt man aber genauer hin, sieht die Situation anders aus. „Im Sommer habe ich hautnah erlebt, was es bedeutet auf Samar zu leben.Leider ist es bei Weitem nicht mit unseren Vorstellungen von süßen Mangos und wunderschönen Muscheln, traumhaften Stränden und exotischen Tauchparadiesen zu vergleichen!“ sagt die junge Olperin.

Voll bis unters Dach

Am Tag von „Hagupit“ war die Krankenstation „Mabuhay- Hilfe für´s Leben e.V.“ bis unters Dach gefüllt. Rund 300 Menschen fanden dort eine schützende Herberge. Ganz abgesehen von dieser besonderen Situation wird der armen Bevölkerung dort Tag für Tag mit wenigen Mitteln der Zugang zu medizinischer Versorgung ermöglicht. „Diesem Engagement gehört mein größter Respekt, denn das Leben auf den Philippinen ist mit vielen Herausforderungen verbunden. Jetzt weiß ich, wie wichtig es ist, dass solche Projekte unterstützt werden“, so Svenja Bär.