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Zwischenstücke überbrücken Zeit bis zum Festival

12.03.2016 | 09:00 Uhr
Zwischenstücke überbrücken Zeit bis zum Festival
Autor Ewald PalmetshoferFoto: Reinhard Maximilian Werner

Mülheim.   Vor den Stücken sind Ewald Palmetshofer und Felicia Zeller mit Lesungen im Medienhaus zu erleben. Beide waren schon häufiger beim Festival präsent und bringen eigene Werke mit.

Bis der Spielplan für das diesjährige Stückefestival (7. bis 26. Mai) steht, ist es nur noch eine Frage von Tagen. Auf das Festival einhören und vorbereiten können sich Theaterfreunde derweil mit den Zwischenstücken, die in Kooperation mit dem Medienhaus laufen.

Am Dienstag, 15. März, liest dort um 19.30 Uhr der Vorjahrespreisträger Ewald Palmetshofer, der mit seinen Stücken, die sich durch einen individuellen musikalischen Umgang mit der Sprache auszeichnen, zu sehen war. Der 38-jährige Österreicher trägt dann unter anderem aus seinem jüngsten Stück vor, seiner Version von Christopher Marlows „Edward II.. Die Liebe bin ich“. In der Neufassung des 1592 erschienenen Königsdramas wird der Konflikt zwischen Liebe und Macht nicht mehr hauptsächlich als kriegerische Auseinadersetzung verhandelt. Form- und Sprachwillen, so lobte die Süddeutsche Zeitung, sei auch hier bezwingend.

Palmetshofer mache aus dem Stoff ein explizites Schwulendrama. Wo Marlow aus Zensurgründen andeutet, spitzt der Österreicher zu. „Die Welt ist eine Zentrifuge“, heißt der Abend.

Eintritt zu Lesung ist frei

Felicia Zeller ist mit „Zweite allgemeine Verunsicherung“ (Schauspiel Frankfurt) auch in der diesjährigen Auswahl vertreten. Für Kaspar Häuser Meer hatte sie 2008 bei den Theatertagen den Publikumspreis erhalten und war seitdem häufiger mit Stücken vertreten. Am Dienstag, 12. April, liest sie aus ihrem preisgekrönten Kurzprosaband „Einsam lehnen am Bekannten“. Das Material testet sie mit ihrem geliebten Stimmverzerrer. Auch sie hat einen ganz individuellen Sprachstil entwickelt, der zuweilen anstrengend wirkt, sich aber nah an Leben bewegt. „Felicia Zellers schwäbisch-berlinisch-phantastisch-analysierender Stil ist voller überraschender, witziger, erkenntnisreicher Wendungen“, lobte ein Kritiker.

Der Eintritt zu den Lesungen ist frei. Sie ermöglichen es, Autoren anders und hautnah zu erleben. Fragen stellen, Statements abgeben, auch das gehört bei den Stücken immer dazu. Und das Festival rückt noch einmal stärker ins Zentrum der Stadt. Am 16. April ist ein Gastspiel des Theaterhauses Jena zu erleben.

Steffen Tost

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2016-03-12 09:00
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