Zweite Chance für „Quincy”
11.05.2009 | 19:29 Uhr 2009-05-11T19:29:00+0200
Mit seinem Hundeschule-Projekt will der Tierschutzverein die Vermittlungschancen für seine Tiere erhöhen.
„Quincy” hat sichtlich Spaß, dass er draußen herumtollen darf. Mit „Diva” tobt der kastrierte Rüde über die Wiese vom SV Raadt. Toben ist erst mal angesagt, danach steht gutes Benehmen auf dem Stundenplan: Einmal in der Woche übt die Hundetrainerin Linda Krick mit derzeit vier Hunden aus dem Städtischen Tierheim.
„Das hat schon sehr viel gebracht, die Tier sind ruhiger geworden”, urteilt Krick. Wenn's rausgeht aus dem Zwinger im Tierheim, sind die Hunde erst einmal außer Rand und Band. Aber sitzen bleiben, andere Hunde nicht ankläffen, nicht an der Leine ziehen, kommen, wenn man sie ruft und auf „Nein” reagieren – das klappt schon ganz prima.
Die kleine Kinderstube beherrschen Familienhunde und Hunde mit festem Herrchen oder Frauchen entspannt. Die Heimhunde haben zum Teil zwar ihre festen „Gassigeher”, die für die herrenlosen Tiere ihre Freizeit opfern, aber das ist ja kein Ersatz für eine Vermittlung in ein neues Zuhause.
Das soll sich möglichst bald ändern für „Quincy” und seine Genossen. Es sind ziemlich junge Tiere, die zum Teil schwer zu vermitteln sind. Der verspielte Riese „Quincy” zum Beispiel ist ein prachtvoller Vertreter seiner Rasse mit dem typisch gestromten Fell: Er ist ein Alano, eine kanarische Dogge. Diese Hunde (und ihre Halter) unterliegen nach dem Hundegesetz NRW bestimmten Auflagen. Davon weiß „Quincy” der so treuherzig gucken kann, natürlich nichts.
Einmal in der Woche dürfen die Tierheim-Hunde zwei Stunden lang unentgeltlich auf dem Gelände des Schäferhunde-Vereins „SV Raadt” am Flughafen „trainiert” werden. Neben „Quincy” sind das „Diva”, eine Malinois-Mix-Hündin (belgischer Schäferhund); „Lexa” ist eine Deutsche Schäferhündin, „Tommy” ein Deutscher Jagdterrier-Mix.
Die eine mag nicht allein im Zwinger bleiben, der andere hat Stress mit kastrierten Rüden – „daran kann man arbeiten”, so die Trainerin. Eine zweite Chance hat das muntere Quartett bestimmt verdient.

17:19
#kleinlupo
Ich kann das nur unterstreichen. Aber ich glaube der Stadt nicht, dass sie die Vermittlung wirklich will. Der Tierschutzverein ja, dem unterstelle ich ehrliche und Arbeit und Tierliebe. Die Politik aber will diese Hunde nicht auf der Straße sehen und zieht das brutal durch. Für die ist Tierliebe ein Fremdwort. Keiner von denen macht sich die Mühe zu erfahren, wie groß der Unterschied zwischen einem noch so engagiert geführten Tierheim und einem eigenen Zuhause für ein Tier ist. Naja, man sitzt ja auch so schön weit weg und muss den Tieren nicht in die Augen sehen.
07:11
Vielleicht steht sich die Stadt bei der Vermittlung dieser sogenannten Gefährlichen Hunden selber im Weg. Einerseits wird monatlich hunderte Euros ausgegeben, um diese Hunde in einer Hundepension unterzubringen, andererseits besteht die Stadt auf ihren erhöhten Hundesteuersatz von 504 € pro Jahr pro Gefährlichen Hund. Zwar sind Hunde aus dem Tierheim für zwei Jahre von der Hundesteuer befreit, aber mal ehrlich, bei 42 € Hundesteuer im Monat, plus Tierarzt, Hundefutter, evtl. Hundeschulenbesuch, wer entscheidet sich dann doch eher für einen Hund, der nicht in die Kategorie Gefährlicher Hund gehört??!!
Die Vermittlung solcher Gefährlcihen Hunde sollte den zukünftigen Haltern leichter gemacht werden. Trotzdem wünsche ich jedem Einzelnen dieser Hunde ein schönes Zuhause! Auf der Internetseite des Tierheims kann man sehen, dass fast jeder dieser Hunde schon seit 8-9 Jahren kein Zuhause mehr hat.