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Zweischneidig

05.08.2008 | 18:36 Uhr

KOMMENTAR 170 000 Einwohner und keine Frauenberatungsstelle. Das schreit förmlich nach Kritik und Änderung. Die Anträge, die die beiden Ratsfraktionen im Rathaus stellten, lesen sich gut. ...

... Und sie tragen bereits Früchte: Die Oberbürgermeisterin nimmt sich des Themas in der nächsten Woche an.

Sicherlich sind eine rechtliche, psychologische und perspektivische Beratung für Frauen wichtig, die Auswege aus der häuslichen Gewalt suchen. Doch eine Beratungsstelle öffnet nicht nachts die Tür, wenn Frauen mit Kindern vor den Schlägen des Partners flüchten müssen und gibt ihnen spontan ein Bett und Sicherheit. Das Frauenhaus schon.

Vor diesem Hintergrund ist das finanzielle Engagement des Vereins "Hilfe für Frauen" für das Frauenhaus zu loben. Die jährlichen 40 000 Euro kommen durch den Second-Hand-Verkauf, den Einsatz der Ehrenamtlichen und Spenden zusammen. Aber was ist, wenn das Geld ausbleibt?

Würde die Stadt einspringen, wenn sie zusätzlich noch die Personalkosten für eine Frauenberatungsstelle am Bein hätte? Und welcher Politiker würde sich dann trauen zu sagen: Wir müssen die Beratungsstelle schließen, um das Frauenhaus zu retten?

Das Ansinnen der Stadtpolitiker mag populär sein und sinnvoll erscheinen, aber es ist zweischneidig.

Von Irene Stock

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Kommentare
07.08.2008
09:46
Zweischneidig
von Arno Ehaus | #3

Das ist wieder das Problem von Mülheim: Networking impossible!
Wieso kann die Stadt nicht in Kooperation mit dem Frauenhaus eine Beratungsstelle einrichten?
Es geht auch bei diesem Thema um allein erziehende Mütter (und auch Väter) die Probleme mit ihren Kindern haben und nicht beim Jugendamt vorsprechen möchten, aus Angst die Kinder im Heim wiederzufinden. Wieso nutzt die Stadt nicht die freien Einrichtungen (Psychologen, Heilpädagogen etc.) für eine weitere Zusammenarbeit?
Es muss noch viel mehr für Frauen und Familien in Mülheim getan werden, als es zur Zeit stattfindet.

06.08.2008
12:40
Zweischneidig
von hamicha | #2

Manoman,
Wer hilft männlichen Opfern ?
Soll´s auch genug geben.

06.08.2008
08:42
Zweischneidig
von okapi | #1

Es geht bei dieser Einrichtung, den Opfern häuslicher Gewalt Hilfestellung z.B. in der Zeit anzubieten, in welcher der Agressor der Wohnung verwiesen wurde. Hierbei handelt es sich meistens um einen Zeitraum von 10 Tagen, der von den Opfern sinnvoll genutzt werden soll.
Zu bedenken ist auch, dass nicht nur Frauen Opfer häuslicher Gewalt werden, sondern auch Männer zu Opfern werden könne. Aus diesem Grund währe eine andere Bezeichnung wünschenswerter, wie zum Beispiel :
Beratungsstelle für Opfer häuslicher Gewalt.
Dann noch ein Gruß an die beiden Ratsfraktionen:
Ich finde es wirklich toll, wie schnell ein Entwurf der MBI, übrigens mit der Einladung zu gemeinsamer Diskussion und Ausarbeitung an alle im Sozialausschuß vertretenen Parteien und fraktionslosen Mitglieder vom 2.Juli 2008, den Weg in die Ratsfraktionen gefunden hat.

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