Zweifel an Rumbach-Projekt bleiben

Schon bald nach den ersten Ausschachtungen im Sommer 2014 traten auf dem Gelände Wasserprobleme auf.
Schon bald nach den ersten Ausschachtungen im Sommer 2014 traten auf dem Gelände Wasserprobleme auf.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Mülheimer Behörde will die verschärften Auflagen zu den Bauarbeiten an der Walkmühlenkapelle streng kontrollieren.

Mülheim.. Die Stadtverwaltung hat die Fortsetzung der Bauarbeiten im Rumbachtal an der ehemaligen Walkmühlenkapelle unter Auflagen genehmigt. Doch das Bauprojekt mit neuen Luxus-Wohnungen, das jetzt nahezu ein Jahr lang ruhte, sorgt weiterhin für Unruhe.

Nicht nur, dass sich Anwohner große Sorgen wegen möglicher Erdverschiebungen machen und Schäden an ihren Gebäuden befürchten, auch in der Unteren Wasserbehörde, die zum städtischen Umweltdezernat gehört, gibt es nach wie vor trotz strenger Auflagen Zweifel an der Umweltverträglichkeit des Projektes.

Zentgraf bewertet Risiken anders

Mit der Prüfung des Bauvorhabens, das in direkter Angrenzung zum Rumbach und in einem Überschwemmungsgebiet erfolgt, hatten sich zwei Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde „eingehend und intensiv“ auseinandergesetzt und „erhebliche Bedenken gegen die vorgesehene Maßnahme“ geäußert, wie aus Aktenvermerken hervorgeht, die der WAZ vorliegen. Ulrike Bresa als Leiterin der Unteren Wasserbehörde kommt zu dem Ergebnis: „Ich sehe mich außer Stande, eine Genehmigung mitzutragen, gegen die aus wasserrechtlicher Sicht erneut erhebliche Bedenken bestehen“.

Ev. Kirche musste Gebäude abgeben

Schon bald nach den ersten Ausschachtungen im Sommer 2014 traten Wasserprobleme auf. Die Baufirma pumpte ab, die Stadt stoppte das Bauvorhaben, weil beim Abpumpen auch Grundwasser mit abgesaugt wurde, die Statik der Bauten im Umfeld könnten in Gefahr geraten, hieß es. Inzwischen hat die Stadt strenge Auflagen erlassen. Der Leiter der Umweltbehörde, Dr. Jürgen Zentgraf, bewertet danach die Risiken anders, verweist auf einen Sachverständigen und hält eine andere Vorgehensweise als die Genehmigung zum Abpumpen und zum Weiterbau für „völlig unverhältnismäßig“.

Durch die verschärften Auflagen hält er Grundwasser und Rumbach ausreichend geschützt, dazu gehört eine permanente Kontrolle des Grundwassers beim Abpumpen und eine Beweissicherung, dass an benachbarten Häusern keine Schäden entstehen. Zentgraf genehmigte den Weiterbau. Diese Entscheidung trägt die Untere Wasserbehörde nun gemeinsam. „Wir kontrollieren die Auflagen sehr streng“ sagt Ulrike Bresa.
Bauherr ist die MK Immo Invest GmbH aus München, die als Partner die Kemkes Bautechnik GmbH aus Mülheim und die MBH Mamisch Beteiligungsholding hat. Die Probleme, so betonte Hans Joachim Kemkes, konnten gelöst werden. Es wurden zahlreiche Grundwassermessstellen errichtet, ein Gutachter ein weiteres Mal eingeschaltet. Ganz einverstanden ist der Bauherr allerdings mit den Auflagen nicht. Es droht eine juristische Auseinandersetzung. Seit einigen Tagen wird weiter abgepumpt.