Zwei Schulen in Mülheim bekommen Gütesiegel des Schulministeriums
17.01.2011 | 19:49 Uhr 2011-01-17T19:49:00+0100
Mülheim.Förderung mit Spielideen und Kleingruppen: Die Hauptschule Dümpten und die Grundschule am Krähenbüschken kümmern sich besonders um die ihnen anvertrauten Kinder: Das Schulministerium hat beiden nun das "Gütesiegel individuelle Förderung" verliehen.
Die Hauptschule Dümpten und die Grundschule am Krähenbüschken kümmern sich besonders um die ihnen anvertrauten Kinder: Das Schulministerium hat beiden Schulen jetzt das „Gütesiegel individuelle Förderung“ verliehen. Eine Auszeichnung, die nicht mit der Gießkanne verteilt wird. „Man wird“, berichtet Ulrike Nixdorff, Leiterin der GHS Dümpten, „zu allen Dingen auf Herz und Nieren befragt.“ Die Jury, die die Schulen für eine mehrstündige Prüfung aufsucht, sieht genau nach, ob das eingereichte Konzept „auch wirklich so gelebt wird“, ergänzt Silke vom Bruch, die die GGS Krähenbüschken leitet.
Nun fünf Schulen in Mülheim ausgezeichnet
Landesweit bekamen bisher erst 217 Schulen das Siegel, in Mülheim wächst mit der ersten Grund- und der ersten Hauptschule die Zahl der zertifizierten Schulen auf fünf (mit Realschule Stadtmitte, Gustav-Heinemann-Gesamtschule, Luisenschule). Ein schöner Erfolg, denn nun können die Schulen ihren Einsatz um die individuelle Förderung nicht nur dokumentieren. Auch das Vernetzen untereinander und die Weiterbildung sollen erleichtert werden.
Am Krähenbüschken etwa widmen sich die Pädagogen besonders dem Übergang vom Kindergarten in die Schule, und später auch dem Wechsel zur weiterführenden Schule. Die angehenden Grundschüler werden beinahe ein Jahr vor der Einschulung zu einen einstündigen Gespräch eingeladen, bei dem eine Lehrerin spielerisch mit dem Kind den Wortschatz, die mathematischen Fähigkeiten oder auch die Motorik testet. Mit den Erzieherinnen werden die Erfahrungen ausgetauscht und so genannte „Förderbriefe“ verfasst, die helfen sollen, mögliche Defizite besonders zu fördern. Zum Beispiel dadurch, in dem den Eltern bestimmte Spielideen an die Hand gegeben werden.
Fördergruppen für schwache und starke Schüler
Im Mai vor der Einschulung, wenn die Kinder dann noch einmal in Kleingruppen zusammenkommen, sieht man „bei vielen schon eine Verbesserung“, so Schulleiterin vom Bruch. Diese Kenntnisse, ergänzt um das Wissen um das Sozialverhalten (stilles/lebhaftes Kind) helfen, die Zusammensetzung der Klassen nicht dem Zufall zu überlassen. „Da haben wir dann schon Daten und es gehen die ersten Wochen nicht verloren.“ Fördergruppen – sowohl für schwächere, als auch für die besonders starken Schüler und auch im Sport – gibt es dann bis zur vierten Klasse.
„Für uns“, betont Schulleiterin Ulrike Nixdorf, „ist wichtig, wie wir unsere Kinder unterstützen können.“ Dafür gibt’s in Dümpten ein Gesamtkonzept – für jedes einzelne Kind: „Bei uns hat jeder Schüler einen eigenen Fahrplan.“ Das beginnt mit dem Kontakt zur Grundschule und endet, im besten Fall, mit der Entlassung in eine gesicherte berufliche oder auch schulische Zukunft: Nicht selten wechseln Dümptener Hauptschüler in die gymnasiale Oberstufe.
Für optimale Lernbedingungen sorgt an der GHS Dümpten auch eine enge Bindung zwischen Lehrern und Schülern: Möglichst wenige Lehrkräfte begleiten die Schülerinnen und Schüler durch die sechs Schuljahre. Vermittelt wird, wie sich Kinder organisieren können, wie Strukturen helfen: Lernen, wie man lernt und später auch, wie man sich bewirbt. Ein Konzept, das sich offenbar bewährt: Über 47% der Schulabgänger werden in eine betriebliche oder schulische Ausbildung entlassen.

09:55
herzlichen glückwunsch! leider kann ich nur als elternteil eines kinders, das auf die luisenschule geht, feststellen, das das gütesiegel nicht allzu viel bringt. die luisenschule hat dieses siegel auch bekommen und dort kann man von individueller förderung nicht viel entdecken. ganz im gegenteil wird der schulalltag dort durch vertretungsstunden, die ihren namen nicht verdienen, stundenausfällen und demotivierte lehrern bestimmt.
aber das gütesiegel ist dort ja auch schon etwas älter!
15:25
Das so etwas überhaupt möglich ist, ist auch den engagierten LehrerInnen zu verdanken, die die Konzepte erstellt haben und mittragen.
Aus unserer Praxis sehen wir die Effekte bei Kindern mit Leistungsdefiziten von fördernden Schulen deutlicher, als bei den Kindern auf fordernden Schulen, die es leider zu viele gibt. Es kann eben nicht jeder ein Einstein werden, aber jeder hat das Recht auf seine persönlichen Bestleistungen. Das ganzheitliche Konzept der Bildung ist ja auch schon über 100 Jahre alt (Pestalozzi, Fröbel, Montessori etc.) und endlich fangen einige Schulen es richtig an!
Frau Nixdorf zeigt mit ihrer Schule auch ganz deutlich, warum die Hauptschule noch nötig ist und nicht den Abstieg bedeuten muss.
10:25
Herzlichen Glückwusnch Frau Nixdorf und Frau vom Bruch!
An Ihren Schulen sollten sich viele andere, besonders Grundschulen, ein Beispiel nehmen. AD(H)S scheint für die Lehrer dort eine ansteckende Krankheit zu sein. Dabei braucht man dabei nicht viel, um diese Kinder zu integrieren. Positiv schätze ich auch die Zusammenarbeit mit Eltern und extrenen Einrichtungen, wie Therapeuten.
Die kath. GS Zastrowstraße hätte auch einen Preis verdient, die können auch was.