Zurück in eine bessere Zukunft

Sie gehen zurück - freiwillig: Enton Krekas, seine Frau Manjola und die beiden Kinder Elma und Loran werden am Freitag wieder nach Albanien reisen. Vor zwei Monaten sind sie als Flüchtlinge gekommen, ihr Asylantrag ist abgelehnt worden. Zurück gemusst hätte die vierköpfige Familie also so oder so. Aber Enton Krekas lächelt, wenn er darüber spricht, wie er sich seine Zukunft in Korca, seiner alten Heimat im Osten Albaniens vorstellt. Der Optimismus hat einen Grund: Er hat einen neuen Job bekommen. Allerdings einen, der nicht nur die Familie ernähren kann, sondern der auch zusätzlich noch Erfolgspotenzial verspricht. Geholfen hat ihm die „Albanienhilfe“.

Der Verein hat nämlich in Albanien eine Firma gegründet. Kooperationspartner ist das Schmierstoffwerk Duisburg. Dort wird zum Beispiel Motoröl für Autos produziert. Albanien ist ein durchaus interessanter Markt. Also wurde zusammen mit einem früheren Rückkehrer bereits vor sechs Jahren eine Niederlassung für den Westen des Landes gegründet. Für den Osten fehlte so eine bisher. Sie soll nun Enton Krekas gründen, mit einem kleinen Darlehen im Rücken, wiederum von der „Albanienhilfe“. „Uns geht es dabei nicht um Gewinne“, betont Werner Helmich, der zu den Mitbegründern des Vereins gehört und dieses Projekt mitorganisiert. „Wir wollen dazu beitragen, dass sich vor Ort die sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen verbessern.“ Nur so könne verhindert werden, dass die Zahl sogenannter „Armutsflüchtlinge“ nicht ständig weiter ansteige. Hilfe zur Selbsthilfe - der Grundsatz scheint einfach, doch die Umsetzung kostet Kraft. Sie kann, so ist sich Helmich sicher, nicht nur von solchen Privat-Initiativen wie dieser ausgehen - sie sind vor Ort gerade einmal zehn Mitstreiter. „Das müsste auch das politische Ziel unserer Regierung sein. Die Verhältnisse vor Ort zu verbessern, das ist die beste Flüchtlingspolitik.“

Keine Chance auf Asyl

Familie Kerkas hatte also Glück im Unglück. Seit sie in Deutschland sind wohnen sie in der alten Grundschule am Fünter Weg in Heißen. Sie sind nicht die einzigen Albaner, die dort untergebracht worden sind. Viele ihrer Landsleute sehen in ihrer Heimat keine Perspektive mehr. Dazu kommt, dass sogenannte „Fluchthelfer“ diese Not ausnutzen und mit ihr Geld verdienen wollen. Sie erzählen den Menschen, sie hätten gute Chancen, als Asylsuchende anerkannt zu werden. Enton und Manjola Krekas erzählen nicht von den genauen Umständen ihrer Reise. Eines machen sie jedoch deutlich: Leicht ist es ihnen nicht gefallen, ihre Heimat zu verlassen. Doch in den ländlichen Regionen Ostalbaniens, wo sie herkommen, sahen sie für sich, vor allem aber auch für ihre Kinder - die neunjährige Elma und den sechs Jahre alten Loran - keine Zukunft mehr.

„Unsere Kinder sollen es einmal besser haben als wir.“ Wie so viele Eltern trieb auch diese Familie dieser Wunsch an, und so trafen der 41-Jährige und seine 35-Jährige ihre Entscheidung.

„Albanien gilt als ein sicheres Land. Ich würde die Chance auf Erfolg bei einem Asylantrag auf höchstens zwei Prozent schätzen. Etwa wenn man einer ethnischen Minderheit angehört“, erläutert Werner Helmich. Bei der Familie war also relativ schnell klar, dass sie zurückkehren muss.

Doch einer der Betreuer der Flüchtlinge in der Unterkunft, kannte Helmichs Verein. Er stellte den Kontakt her, schnell stellte sich heraus, dass Enton Kerkas, der früher bei einer Spedition gearbeitet hat, für die Stelle geeignet ist. Der Vertrag wurde unterschrieben und Freitag geht es schon los. „Wir freuen uns“, sagt der Familienvater und lächelt.

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