Zur Nachtwanderung ins Mülheimer Museum

Keine Angst vor der Kunst: Im Mülheimer Kunstmuseum gibt es regelmäßig Angebote für Kinder.
Keine Angst vor der Kunst: Im Mülheimer Kunstmuseum gibt es regelmäßig Angebote für Kinder.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Um Menschen zur Kunst zu bringen, entwickeln Museen immer ausgefallenere Angebote. Das Mülheimer Kunstmuseum nimmt besonders Kinder in den Blick.

Mülheim.. Um unnötige Polizeieinsätze zu verhindern: Sollten Sie am Samstag, 17. Januar, Lichtkegel im geschlossenen Kunstmuseum bemerken, sind sie (höchstwahrscheinlich) keinen Kunstdieben auf der Spur. Vielmehr startet das Museum in Kooperation mit dem Kunstverein ein neues Angebot: die Taschenlampenführung. Anderthalb Stunden lang schleichen sich dann Kunstdetektive durchs düstere Museum und werfen ihr Licht auf ausgewählte Kunstwerke. Ein Beispiel für niederschwellige Kunstvermittlung ist das, die auch im nun startenden Jahr 2015 ein Schwerpunkt in der Alten Post sein wird.

Journalisten und Museumspädagogen scheinen etwas gemeinsam zu haben: Es kommt auf die richtigen Fragen an. Für Museumsmitarbeiterin Barbara Tönnes bedeutet das konkret, nicht zu fragen „Was wisst ihr denn?“, sondern „Was seht ihr denn?“ Den Kunstwerken Raum geben möchte sie, das vorurteilsfreie Hinsehen fördern und in Kindern die Angst vor der Kunst gar nicht erst aufkommen lassen. „Man muss nicht mit Wissen ins Museum gehen“, betont sie, „nur mit Interesse.“ Das gelte übrigens auch für Erwachsene.

Angebote werden immer besser angenommen

Und Interesse, hat Barbara Tönnes erfahren, ist in Mülheim auf jeden Fall vorhanden. Die museumspädagogischen Angebote werden mit jedem Jahr besser angenommen. In den vergangenen Sommerferien wurde das Workshop-Angebot deshalb erweitert. Ein Trend, der 2015 fortgesetzt wird: In den nächsten Osterferien ist ein Programm geplant, das sich speziell auf die zeitgleich stattfindende Picasso-Ausstellung bezieht. Wie so oft werden auch diese Kurse in Kooperation mit dem Kunstverein angeboten.

Das Kunstmuseum wendet sich mit einigen Angeboten speziell an Gruppen der Offenen Ganztagsgrundschule (OGS) sowie an Kindertagesstätten. „Es gibt einige Kindergärten, die uns seit Jahren treu sind, aber uns erreichen immer wieder neue Anfragen“, sagt Barbara Tönnes, die eine gute Nachricht vermelden kann: Das Projekt „Er, Sie, es – Ich, Du und das Bild“ wird mit der Stiftung Sammlung Ziegler fortgeführt. Es richtet sich an Vorschulkinder. Ziel ist stets, Kinder ins Museum zu holen, bevor Hemmschwellen aufgebaut werden können. Dazu lässt sich das Team der Museumspädagogik einiges einfallen. Nachtwanderung im Museum, Malen wie Macke, Kaffee zur Kunst: Um Menschen anzusprechen, scheint es, braucht es immer mehr das Besondere. Das will Barbara Tönnes gar nicht abstreiten, jedoch gelte das generell: „Für Museen ist das vielleicht eine etwas größere Herausforderung.“ Der stellt man sich aber gerne.