Zu viele Häuptlinge
16.06.2010 | 16:00 Uhr 2010-06-16T16:00:00+0200
Noch ein Sparkonzept liegt jetzt vor, es kommt von den Mülheimer Bürgerinitiativen (MBI) und es ist eines, das zugleich auch massive Kritik enthält.
Sparen wollen die MBI vor allem am Personal, ab 2011 fordern sie einen Stellenabbau, aber ohne betriebsbedingte Kündigungen. Mittel- und langfristig jedoch plädieren sie für erhebliche Einschnitte, vor allem an den Spitzen: „Wir haben einfach zu viele Häuptlinge“, sagt Fraktionschef Lothar Reinhard. Die Dezernate wollen die MBI von fünf als drei reduzieren. Für eine Stadt der Größenordnung Mülheims müsste es reichen, meinen sie.
Auch als die Haushaltskrise schon vor der Tür stand, habe die Stadtverwaltung munter ihre Stellen weiter ausgebaut, Eigenbetriebe wie GmbHs geschaffen, ein Wirrwarr an Zuständigkeiten, fast undurchschaubar für die Politik, lautet eine Kritik: „Allein im Kernbereich der Verwaltung soll es 39 mehr Beamte und 69 mehr tariflich Beschäftigte bei der Stadt Mülheim geben als vor einem Jahr. In einer schrumpfenden Stadt mit 97 Millionen Haushaltsloch in 2010 indiskutabel“, so die MBI. Sie fordern daher: Sofortiges Einfrieren der Stellen auf den Stand vom 30. Juni 2009, im Jahr darauf beginnender Stellenabbau.
Aus Sicht der Stadtverwaltung ist die Rechnung schlicht falsch: „Äpfel werden hier mit Birnen vergleichen“, heißt es. Die MBI habe die tatsächlich besetzten Stellen von 2009 mit denen 2010 verglichen – statt die Anzahl der vorhandenen Stellen. Danach, so rechnet das Personaldezernat vor, habe die Verwaltung nämlich bei den Beamten neun Stellen abgebaut und bei den tariflich Beschäftigten fünf Stellen aufgestockt, unterm Strich also Stellen abgebaut.
Die Stadtverwaltung selbst hatte in ihrem Sparkonzept die Reduzierung von rund 180 Stellen in den nächsten Jahren empfohlen. Zu wenig ist das der MBI, aber auch CDU und FDP wünschen sich größere Einschnitte. „Wer Stellen streichen will, muss auch sagen, von welchen Aufgaben er sich trennen will“, betont die Stadtspitze. Stadtdirektor Frank Steinfort hebt zudem hervor: Es sei falsch zu glauben, dass der öffentliche Apparat bei den Stellen eine Art Selbstbedienung betreibe. „Wir haben in den letzten Jahren immer neue gesetzliche Aufgaben bekommen, die wir aus unserem Stellenpool nicht immer abdecken konnten.“ Neue Stellen mussten daher geschaffen werden. Steinfort nennt als Beispiel den großen Bereich der Kinderbetreuung. Auch neue Arbeitszeitrichtlinien bei der Feuerwehr erforderten zusätzliches Personal.
Ein Dorn im Auge sind der MBI die Stabsstellen, auch hier hat es aus ihrer Sicht eine ungesunde Ausweitung gegeben. Das seien Stellen, auf denen unter anderem ehemalige Amtsleiter für viel Geld „geparkt“ würden. Wann immer ein Amtsleiter geht, sollte als erstes geprüft werden, ob das Amt mit einem anderen zusammengelegt oder mit einer Nachbarstadt gemeinsam weitergeführt werden könnte, so Reinhard. Stabsstellen, so Steinfort, hätten sehr wohl einen Sinn und seien immer, wie etwa bei Ruhrbania, mit einer Sonderaufgabe verbunden.
Die MBI machen ein ganzes Bündel an Vorschlägen, wo sie Stellen abbauen würden: etwa bei den ÖPP-Projekten, in der Finanzabteilung, beim Amt für Wohnraumförderung, bei der Bauaufsicht. Und auch im direkten Umfeld der Dezernenten sehen sie ein wildes Wachstum an Stellen: Sei früher ein Dezernent mit einem Referenten und einer Sekretärin ausgekommen, so gebe es heute dort bis zu sechs Beschäftigte.
Die Stadt, so die bittere Bilanz der MBI, habe sich in der Personalausstattung übernommen. Um den Haushalt zu sanieren, müsse aber auch an anderen Stellen gespart werden: Als unverantwortlich stufen die MBI die vielen Gutachten ein sowie die Anmietung von zu vielen Räumlichkeiten.

15:52
#10
Weil die Wahllemminge sehen, daß die Schulabgänger in Nadelstreifen nichts anderes gelernt haben als nach unten zu treten äffen sie sie nach. Die Medienverblödung tut ihr Übriges.
11:42
Warum kommt immer als erstes der Vorschlag Stellenabbau? Menschen werden entlassen, ein Jahr arbeitslos, danach Hartz IV und wer zahlt? Doch wieder die Stadt!
23:29
@schnabeltierpfleger
Ihr Text ist kein Kommentar zur Sache. Argumente werden von Ihnen mit pauschaler Diffamierung und persönliche Verunglimpfung beantwortet.
Dumme Beiträge helfen in der Sache nicht weiter - die MBI hat Recht. Die Stadt muss endlich sparen und Stellen abbauen.
21:28
Falsch, zunächst erhebe ich nicht meine Stimme, und wie gesagt haben Lothar und ich uns jahrelang nicht gesehen.
Wie ist es möglich das Ihr sogenannten Meinungsbildner immer euch immer wieder selber in die Ungunst denkender Menschen bringt ?
20:52
Ach Elwer, an Ihrem Satz Im übrigen haben Lothar /sic!) und ich ganz und gar nicht die gleichen politischen Meinungen habe ich Sie doch noch erkannt: Sie sind also der Herr, mit dem sich Herr Reinhard gelegentlich vor der Tür des MBI-Büros wie ein Kesselflicker auf offener Straße streitet....
Na, eines muss man Ihrem Lothar lassen: Rechnen kann er. Hatte er sich doch ausgerechnet, wenn er nach ein paar Dienstjahren als Beamter zur Demission veranlassen lässt, kann er den den überwiegenden Teil seines Lebens von einer schönen Pension prächtig leben. Da ist man dann natürlich automatisch auch gleich Haushaltsexperte, ja sogar Sparkommissar - denn was konnte der Mann sich alles davon ansparen!!!!!! Und zu seinem Glück leben wir ja nicht in den USA, wo Lehrer nur Einjahresverträge haben und daher ständig Leistung bringen müssen.
Von daher kann man Sie, Elwer, nur zu Ihren Freundschaften begückwünschen. Solche Freunde hat nicht jeder....meine müssen alle bis 65 oder gar 67 arbeiten. Deshalb sind sie ja auch keine Mülheimer Haushaltsexperten geworden.
20:24
Als ich gestern einen Kommentar zum Thema sparen abgegeben habe habe ich ausdrücklich darauf hingewiesen das der geneigte Leser gefundene Rechtschreibfehler behalten dürfe.
Natürlich wurde einem der hier Daueranwesenden ein weiterer Kommentar geschrieben aus dem ich erkennen sollte das ich
1. der Deutschen Sprache nicht mächtig sei
2. ich ein Freund des Lothar Reinhard sei
Inhaltlich vermögen die Kommentatoren von 1-3 exakt nichts.
Sollte, wie ich vermute, die Stadtpitze hier an diesem Platz glauben das ihre Erfüllungsgehilfen
( ich soll ja nicht mehr Schergen schreiben ) mit ihren Diffamierungen gegen Kritiker etwas bewirken halte ich sie für ziemlich dumm.
Ich bin der festen Überzeugung das diejenigen die sich mit den Themen beschäftigen die auch mich angehen sich mehr für den Inhalt meiner Kommentare als für Rechtschreibung interessieren.
Ich kann selbstverständlich auch offen zugeben das ich mich in der Tat als Freund von Lothar Reinhard ansehe, leider haben wir aber uns aber schon jaherlang nicht mehr gesehen, selbst zu seinem 60. war ich beruflich verhindert.
Im übrigen haben Lothar und ich ganz und gar nicht die gleichen politischen Meinungen.
Ich stelle meinen Kommentar von gestern gerne noch einmal zur Verfügung :
Ich kenne jede Menge Mülheimer Bürger die sich wünschen das der Wahnsinn Ruhrbania nicht mehr weiterverfolgt wird.
Ich kenne auch jede Menge Mülheimer Bürger die keinerlei Verständnis für die neue Kreuzung Aktienstraße - Nordbrücke haben.
Wenn unsere Stadt sparen muß, und das muß sie wohl, sollte sie aufhören Dinge zu planen, begutachten zu lassen, und auf Gedeih - und Verderb durchzuziehen die am Bürger vorbeigehen.
Neulich war eine Dukumentation auf N24 zu sehen wie Germania entstehen sollte, ich möchte hier die Stadtspitze nicht in das Rechte Licht rücken,das liegt mir fern, aber ist dieses Ruhrbania nicht zu diesem Zeitpunkt unrealistisch ?
Falls die Stadt Mülheim an der Ruhr auf die Idee käme Abrupt größenwahnsinnige und unsinnige Ausgaben zu stoppen, angefangen mit Blumen kaufen für Ehrungen und überhaupt deren Verzicht ( Hafenbecken u.s.w.) könnte Frau Mühlenfeld vieleicht einmal mit dem Vorstand der Siemens in Mülheim darüber reden ob die Siemens nicht die neue Küche im Gymnasium Broich sponsort und ihren Auszubildenden aufbauen lässt.
Genug für heute
PS.: sollte wieder ein Schwachkopf einen Rechtschreibfehler finden darf er ihn behalten
#3 von elwer , am 16.06.2010 um 17:17
14:06
vielen haben ja schon eine mbi-phobie. erstmal gegen alles, was die mbi sagt, schreibt und vorschlägt ohne sich auch nur ansatzweise mit der thematik beschäftigt zu haben. immer schön der obrigkeit hörig hinterher schleimen, vielleicht wirds ja für mich nicht ganz so schlimm, wenn ich den speichel lecke, anstelle mich zu wehren. argh, ist das gruselig.
13:28
Besetzen vielleicht obige Kommentatoren die im Artikel erwähnten Stellen oder ist grundsätzlich alles schlecht was von der MBI vorgeschlagen wird?
12:36
hört hört ihr leute,REINHARD hat gesprochen.
12:13
Mal wieder typisch MBI ....
man könnte doch die MBI einsparen...
dann würde es wieder ruhiger in Mülheim werden.
MBI (Mülheimer Bekloppten Initiative)