Zielsicher mit Pfeil und Bogen

Bogenschießen ist ein Sport für jedes Alter.  Ole, Levi und Tom (von links) testeten ihre Zielsicherheit beim Schnupperschießen.
Bogenschießen ist ein Sport für jedes Alter. Ole, Levi und Tom (von links) testeten ihre Zielsicherheit beim Schnupperschießen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Freilichtbühne in Mülheim hat sich wieder in einen Parcours für Bogensportler verwandelt.

Mitte.. „Achtung! Bogensportveranstaltung. Bitte auf den Wegen bleiben”. Wenn solche Warnschilder am Eingang der Freilichtbühne angebracht sind, gibt es keinen Zweifel: Nahe der Altstadt wird wieder auf Fuchs- und Wildschwein-Figuren geschossen. Schon zum vierten Mal wurde das 3D-Bogenschießturnier in Mülheim abgehalten. Außergewöhnlich ist die Veranstaltung, weil Bogensport-Wettkämpfe sonst in Wäldern stattfinden und nicht mitten in der Stadt. Schaulustige Parkbesucher und umtriebiges Stadtleben sind ein Reiz für die Sportler, ausgebucht waren die 130 Starterplätze bis drei Wochen vor Turnierbeginn.

Berührungsängste nehmen

Die direkte Nähe des Bogenevents zum Stadtkern soll aber nicht nur eine Abwechslung für die Sportler sein. „Wir wollen auch normalen Leuten Berührungsängste nehmen“, sagt Maik Schrake (38), Organisator des Turniers und Trainer bei der Mülheimer Bogensport-Akademie. Denn beim Bogenschießen würden viele Leute Vorbehalte haben und an Jagd auf lebende Tiere denken. „Wir sprechen deshalb lieber vom Bogensport“, sagt Schrake. „Und keiner denkt hier daran, auf richtige Tiere zu schießen“, ergänzt er.

Die Ziele sind trotzdem: Tiere, nur eben aus hartem Pappmaché. Ziel ist es, den Pfeil in das „Kill“ der Tierfigur zu platzieren, also dort, wo Herz und Lunge liegen würden. Vor allem sind die Modelle praktischer als Zielscheiben. „Für einen Menschen ist es einfacher, auf etwas Dreidimensionales zu zielen“, erklärt Schrake. „Die Modelle helfen, die Distanz besser einzuschätzen“.

Auch für die Jüngeren ist der Sport reizvoll. Manche Teilnehmer sind erst zehn Jahre alt, andere wiederum schon im Rentenalter. „Meine älteste Schülerin war 75 Jahre alt“, erzählt Maik Schrake. Schließlich gibt es kaum körperliche Voraussetzungen, um an die 200 bis 2000 Euro teuren Bögen treten zu können. Wer sich mal als Schütze versuchen wollte, hatte an einer Schnupper-Schießbahn die Gelegenheit.

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Unter den Turnier-Teilnehmern waren aber keine blutigen Anfänger – im Gegenteil. Anzutreffen waren der aktuelle Weltmeister Yannic Arnold (17) aus Düsseldorf oder Europameister Justus Poggensee (16) aus Dorsten. Der hat das Bogenevent an der Freilichtbühne zum ersten Mal besucht. „Das macht Spaß, über so ein schönes Gelände zu laufen, statt Kilometer durch den Wald zu wandern.“ Yannic Arnold war besonders scharf auf die Trophäen im Wildtierlook: „Das ist etwas Besonderes, dass man eine Tier-Trophäe gewinnen kann“. Am Ende bekam er, was er wollte: Der Weltmeister stieg beim 3D-Turnier aufs Siegertreppchen.