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Ziel: Klasse Standort

09.09.2010 | 20:12 Uhr
Ziel: Klasse Standort
Dirk Grünewald, Präsident der Industrie- und Handelskammer für Essen, Mülheim, Oberhausen . Foto: Ulrich von Born

Hinter der Ortswahl für den Jahresempfang steckte eine eindeutige Botschaft: Ein Ja zum Flughafen.

„Ein Geschäftsflughafen Essen/Mülheim verschafft dem mittleren Ruhrgebiet einen Standortvorteil beim Werben um Investoren“, sagte IHK-Präsident Dirk Grünewald in der großen Flugzeughalle an der Brunshofstraße vor rund 350 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Verwaltung.

Der Flughafen trage eindeutig zur Stärkung von Profil und Image der Region bei. Grünewald forderte unter anderem eine Aufhebung des Verbots für die „kleinen Düse“. Dass nach den jüngsten politischen Entscheidungen, die das Ende des Flughafens einläuteten, die Zukunft des Standortes ungewisser denn je ist, räumte auch der IHK-Präsident ein. Kampflos aufgeben will die Wirtschaft ihn jedoch nicht. „Es wäre sicher hilfreich“, so Grünewald, „wenn sich weitere Mittelständler und Konzerne zum Flughafen bekennen würden.“

Was den Handel angeht, spricht Dirk Grünewald in der MEO-Region von einem Top-Standort. Die Ansiedlung der großen Einkaufszentren wie das Rhein-Ruhr-Zentrum, der Limbecker Platz und das Centro sind aus Sicht der IHK Erfolge für die Region. Und doch gibt es Sorgen: „Wir dürfen nicht die vielen kleinen Geschäfte aus dem Auge verlieren, die das Gesicht einer City ausmachen.“ Vor allem die Mülheimer Innenstadt nach der Schließung des Kaufhofes bereitet der IHK Kummer.

„Wir beobachten zunehmend Leerstände und einen deutlichen Qualitätsverlust.“ Das Zentrum in Mülheim müsse wieder zu einem klasse Standort für den Handel werden, betonte Grünewald und hofft auf die Wirkung der neuen Hochschule. In den Stadtteilen stelle man ein Wegbrechen der Nahversorgung fest. Der IHK-Präsident kündigte an, eine Analyse zu erstellen und zu ausgewählten Stadtteilen Maßnahmen zu erarbeiten. Vorhandene Quartiers-Initiativen sollen gestärkt werden. Hoffnung liegt auch auf dem Projekt „Innovation City“.

Etwas stolz blickt man im IHK-Bezirk auf die Bilanz der Ausbildungsverträge: ein Plus von 2,9 Prozent. Aber dieses Plus wird auch dringend benötigt, eher müsste es noch größer sein. Es werde immer schwieriger, den Bedarf der Unternehmen an jungen Leuten zu decken, heißt es. Und Grünewald zitiert eine jüngste Umfrage, nach der 20 Prozent der Betriebe generell ein Problem damit haben, offene Stellen zu besetzen. Fachkräftemangel wird als ein Hindernis von heute und nicht erst in der Zukunft gesehen.

Noch immer gehen aus Sicht der Kammer zu viele Jugendliche nach der Schulausbildung auf ein Berufskolleg und stehen damit den Unternehmen zunächst nicht zur Verfügung. Grünewald befürchtet, dass sich dahinter Unkenntnisse über die Berufe verbergen. „Wir müssen noch intensiver an den Übergang Schule/Beruf ran.“

Einen Appell richtete die Kammer an die neue Landesregierung: „Es kann nicht sein, dass einzig und allein die ökologische Effizienz im Mittelpunkt der Politik steht. Die Unternehmen dieser Region müssen im internationalen Wettbewerb bestehen.“ Sie achteten daher schon im eigenen Interesse auf einen wirtschaftlichen Einsatz der Ressourcen. „Die Industriepolitik muss auch die ökonomischen und sozialen Ziele im Blick behalten.“

Andreas Heinrich

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Kommentare
19.10.2010
12:33
Ziel: Klasse Standort
von Zürn | #8

FEM: in 10 Jahren steht dort
eine Großmoschee mit Minarett,
da die Mehrheit türkisch/arabisch!

11.09.2010
17:11
Ziel: Klasse Standort
von urahn | #7

#6 von zirkonium167: Ganz einfach: die FDP ist dabei, Steuergeschenke an ihre Freunde zu verteilen, nach den Hoteliers an die Atomindustrie und die Pharmabranche. Für anderes ist derzeit in Berlin bei keiner Regierungspartei Zeit vorhanden. Es ist ja auch hoch kompliziert, das Geld bei den Armen wegzunehmen und es den reichen Firmen zuzuschanzen....

10.09.2010
16:45
Ziel: Klasse Standort
von zirkonium167 | #6

IHK braucht kein Mensch. Zwangsmitgliedschaft sofort abschaffen. Warum wird die FDP in Berlin da nicht aktiv ?

10.09.2010
13:23
Ziel: Klasse Standort
von SimonTemplar | #5

Ja zum Airport und Inovation-City, nein zu Dornröschenstadt und Schnarchnasen.

10.09.2010
09:00
Ziel: Klasse Standort
von asdfas | #4

wenn der flughafen doch so großes potenzial hat, warum hat der durchbruch in den letzten jahren nicht geklappt ?

ansonsten würde ich über noch mehr rettungsflüge nachdenken, der markt soll ja bekanntlich BOOMEN !

10.09.2010
08:29
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von reinera | #3

Ich bin ebenfalls Zwangsmitglied in der IHK und entsetzt über das Verhalten dieser eigentlich ehrenwerten Institution.

Meine Interessen vertritt die IHK nicht! Und ich frage mich, wie Herr Wüllenkemper es schafft, dass die IHK seine Interessen so vehement vertritt. Und dies wider besseren Wissens und gegen eine Bevölkerung in Essen, die im vergangen Jahr der Stadt Mülheim rd. 5.000 schriftliche Einwendungen gegen die Wüllenkemperschen Werfthallen am Flugplatz eingereicht hat.

Ich frage mich, woher der Einsatz für dieses Spiel kommt. Wieso läßt die IHK sich so instrumentalisieren?

Die privaten Düsenjets der Manager fliegen ab Bottrop auf einer nagelneuen 1.500 Meter Bahn incl. rechtskräftiger Betriebsgenehmigung - die in Essen/Mülheim fehlt. Und das reisende Fußvolk fliegt am Düsseldorf und ggf. ab Dortmund, Weeze oder Köln mit dem Billigjet.

Objektiv kann die IHK kein Interesse an einem Flughafen Essen/Mülheim haben.

Im Zusammenhang mit dem Bericht des Landesrechnungshofes fiel der Begriff Korruption am Flughafen. Ist mittlerweile etwa alles möglich? Welches Spiel wird hier gespielt und was steckt dahinter?

Oder ist die Sache ganz einfach und die IHK hat mal wieder den Anschluß an die Entwicklung der Wirtschaft verpasst?

10.09.2010
07:37
Ziel: Klasse Standort
von Haffi59 | #2

Ob Herr Grünewald für den Flughafen ist oder nicht spielt keine Rolle. Immer dieses Gefasel von Standortvorteilen. Alles nur heisse Luft. Ob Herr Grünewald schon einmal etwas von innovativem Gewerbe gehört hat. Wo ist den das interkommunale Gewerbegebiet. Nichts passiert. Nur die Privatflieger werden gefördert. Die IHK ist ein Haufen einfaltloser Pinsel.

09.09.2010
23:55
Ziel: Klasse Standort
von mdarge | #1

Also mich vertritt Herr Grünewald nicht, mir ist auch niemand bekannt, der für den Flughafen wäre. Nur von den Herren von RWE in Essen ist bekannt, dass sie gerne im Learjet einschweben. Man ist es ja gewohnt, die Stadt von oben zu sehen.

Kampflos aufgeben? - Seit Jahrzehnten wird der Kampf um den Flughafen geführt. Voe wenigen Wochen wurde er endgültig entschieden. Jetzt wieder ein Fass aufzumachen kommt zur Unzeit. Der Flughafen gehört eingemottet.

Es ist zudem falsch, die Not der Geschäfte in der City in irgend einen Zusammenhang zum Flughafen zu setzen.

Auf das Projekt „Innovation City“ hoffe ich auch. Wenn sich die IHK dort heraushält, könnte es sogar ein Erfolg werden. Ökologische Effizienz steht immer im Mittelpunkt, wenn es um Beschäftigungssicherung geht. Die Industriepolitik muss sich wieder stärker um die Binnennachfrage kümmern.

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