Wir machen Museum!

Museumspädagogin Barbara Thönnes (l.) begleitet eine Schülergruppe durch das Kunstmuseum.
Museumspädagogin Barbara Thönnes (l.) begleitet eine Schülergruppe durch das Kunstmuseum.
Foto: Kunstmuseum
Was wir bereits wissen
Für ein Projekt im offenen Ganztagsbereich machen das Kunstmuseum und die Camera Obscura gemeinsame Sache. Aufnahme ins Förderprogramm des Bundes.

Mülheim.. Eine Brücke zueinander schlagen jetzt das Kunstmuseum in der Innenstadt und die Camera Obscura mit dem Museum zur Vorgeschichte des Films am Rande der Müga. Mit der Bildungspartnerschaft im offenen Ganztagsbereich wurde das Gemeinschaftsprojekt „Wir machen Museum!“ jetzt ins Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung aufgenommen. Die Nachricht, die das Kunstmuseum kurz vor Weihnachten erreichte, war so etwas wie ein Geschenk. Bundesweit zählen 30 Museen dazu, im Ruhrgebiet ist neben Duisburg, Recklinghausen, Oberhausen jetzt neu auch Mülheim dabei.

„Wir haben über die Jahre hinweg viele Bildungspartnerschaften mit Schulen geschlossen“, sagt Museumsleiterin Dr. Beate Reese. Aber auch die Camera Obscura hat Berührungspunkte zur ganzen Mülheimer Schullandschaft. „Beide Museen bemühen sich um ein hochwertiges pädagogisches Arbeiten“, erläutert Inge Kammerichs, Geschäftsführerin der Mülheimer Stadtmarketinggesellschaft MST als Betreiberin der Camera.

Beim Projekt „Wir machen Museum!“ sind die Grundschulen an der Trooststraße und die Astrid-Lindgren-Schule dabei. Am Nachmittag im Offenen Ganztagsbereich sollen sich die Kinder mit den vier Themenfeldern Licht, Farbe, Raum und Bewegung beschäftigen – dafür ist die Schnittmenge der beiden Häuser groß. In beiden Museen geht es um die Wahrnehmung.

[kein Linktext vorhanden] Schüler sollen Museumslandschaft entdecken

Eine willkommene Abwechslung für die Schüler, weiß Sandra Hinz, Schulsozialarbeiterin an der Astrid-Lindgren-Schule. „Für die Kinder ist es wichtig, im Nachmittagsbereich vom Lernen wegzukommen, rauszugehen und spannende Orte zu erleben.“ Kinder aus 19 Nationen lernen in der Lindgren-Schule. Für sie und auch für die Kinder aus Flüchtlingsfamilien „sind gemeinsame Aktionen ganz wichtig, um Fuß zu fassen, Freunde zu finden und anzukommen“.

Das Konzept hat Projektleiterin und Museumspädagogin Barbara Thönnes in Zusammenarbeit mit ihrem Kollegen Dr. Jörg Schmitz von der Camera erarbeitet. Dabei sollen die Schüler die jeweilige Museumslandschaft entdecken, zu Themen arbeiten und ein Museumsporträt entwickeln. Unter Anleitung von jungen Kunstvermittlern zwischen zwölf und 16 Jahren, die im Kunstmuseum ausgebildet werden. Als Bonbon gibt’s für die Grundschüler einen Museumspass samt freiem Eintritt, so Thönnes. „Sie sollen Botschafter werden und ihre Familie mit in die Häuser nehmen.“ So sichert man sich künftige Museumsbesucher und setzt auf Synergie-Effekte.