„Willkommen in Mülheim“ eröffnet ein Außenlager

Die ehrenamtlichen Helfer Reinhard Jehles und Brigitta Schustalla sortieren Kleidung im neuen Außenlager von „Willkommen in Mülheim“.
Die ehrenamtlichen Helfer Reinhard Jehles und Brigitta Schustalla sortieren Kleidung im neuen Außenlager von „Willkommen in Mülheim“.
Foto: Michael Dahlke
Was wir bereits wissen
Das Mülheimer Hilfsprojekt „Wim“ hat jetzt ein neues Lager an der Solinger Straße, in dem es mehr Platz für Sachspenden gibt. Vor allem warme Winterkleidung wird gebraucht.

Mülheim.. Was Menschen alles bewegen können, wenn sie zusammenarbeiten, beweist „Wim – Willkommen in Mülheim“ im übertragenen Sinne seit vergangenem Juli – und ganz wortwörtlich zeigte sich das nun zwischen den Jahren. 30 Klapptische, die die Styrumer Feldmann-Stiftung der ehrenamtlichen Initiative zur Verfügung stellte, wurden in einem von einer Saarner Kirchengemeinde geliehenen Hänger von der rechten auf die linke Ruhrseite transportiert. Nur deshalb konnte das neue Außenlager des Hilfsprojekts für Flüchtlinge an der Solinger Straße 9 am Samstag früher als erwartet eröffnen.

Die Sachspende der Feldmann-Stiftung, die tatkräftige Unterstützung der an der Solinger Straße ansässigen Gemeinde – beides sind laut Wim-Initiator Reinhard Jehles gute Beispiele für „die glücklichen Umstände, die seit eh und je“ bei Wim zusammenkommen. Denn was mit einer Facebook-Gruppe und einem Spendenaufruf für eine Familie begann, entwickelte sich inzwischen zu einem Warenhaus für Flüchtlinge.

Kooperation mit dem Roten Kreuz

Die Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz, mit dessen Kleiderkammer Wim seit Oktober gemeinsame Sache macht, läuft weiter. Allerdings sei der Platz an der Löhstraße 18 begrenzt, sagt Reinhard Jehles. Die Saarner Außenstelle biete nun Platz, um etwa auch Kühlschränke, Kinderwagen oder Fahrräder zu lagern.

Besonders Letztere sind laut dem Wim-Initiator wichtig, um Flüchtlinge mobil und unabhängiger zu machen. Die Ehrenamtlichen des Hilfsprojekts freuen sich also über jeden gespendeten Kinderwagen sowie über funktionstüchtige Räder.

Bekleidung bleibt aber nach wie vor ein Schwerpunkt im Sortiment des Warenhauses – und die muss derzeit vor allem warm sein. „Wir merken, wie groß der Bedarf an Winterkleidung ist“, sagt Reinhard Jehles, und meint damit „festes Schuhwerk“ ebenso wie „warme Anziehsachen“.

Feuchte Kälte macht Flüchtlingen zu schaffen

Viele Flüchtlinge seien nicht nur Temperaturen um die null Grad nicht gewöhnt, „ihnen macht vor allem die feuchte Kälte zu schaffen“. Spenden in Form von gebrauchter, gut erhaltener Winterbekleidung, aber auch Haushaltswäsche vom Handtuch bis zur Bettwäsche, Haushaltsgeräte sowie Töpfe, Pfannen und Besteck nehmen die ehrenamtlichen Helfer von Wim gerne an. An der Solinger Straße 9 kann dies montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr abgegeben werden. „Das ist auch ein Vorteil der Außenstelle“, betont Reinhard Jehles. „Wir können die Warenannahme erweitern und in Abstimmung mit dem Kommunalen Sozialen Dienst in Notfällen eine Akuthilfe anbieten.“

Das Warenhaus für Flüchtlinge in Saarn selbst öffnet das Wim-Team dienstags, donnerstags und samstags von 14 bis 17 Uhr. Die Kleiderkammer im DRK-Haus in der Innenstadt betreuen Rotkreuzler jeweils montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr.

Nächster Hilfstransport Richtung Syrien und Irak geplant

Erst im vergangenen Oktober packten insgesamt rund 50 Helfer aus 14 Nationen etwa 700 Kartons voller Sachspenden und machten so einen Hilfstransport bereit für eine Fahrt nach Syrien und in den Irak. Alltägliches, das die Not der vom IS-Terror bedrohten Menschen lindern sollte, schickte die Flüchtlingshilfe „Willkommen in Mülheim“ so auf Reisen.

Inzwischen, berichtet Wim-Gründer Reinhard Jehles, ist der zweite Transport in Vorbereitung. Genug Spenden sind jedenfalls schon zusammengekommen, weitere sind aber willkommen und können zu den Annahmezeiten an der Solinger Straße 9 abgegeben werden. Derzeit wird zusammengepackt, starten sollen der nächste Hilfstransport laut Reinhard Jehles voraussichtlich im März oder April – „je nachdem, wann wir einen Lkw bekommen“.

Auch das endgültige Ziel des Hilfstransports steht noch nicht fest: der Norden Syrien, der Irak – weiter eingrenzen kann Jehles es bisher nicht. „Aufgrund der unsicheren Verhältnisse dort kann man das noch nicht festlegen.“