Wies'n-Streit ist beigelegt
09.10.2008 | 20:44 Uhr 2008-10-09T20:44:00+0200Am Auberg gibt es bald mehr Auslauf für Hunde: Ein Gespräch zwischen RVR und Hundefreunden räumt „Missverständnisse” aus.
Cäsar kann sich glücklich schätzen. Wie sich jetzt herausstellt, ist der Lieblingsspielplatz des Vierbeiners im Grünen gesichert: die Wiesenfläche am Auberg. Nachdem bekannt wurde, dass der neue Eigentümer, der Regionalverband Ruhr (RVR), eine andere Nutzung vorsah, trieben viele Hundefreunde Befürchtungen um ihre gewohnte Spaziermöglichkeit um. Zunehmend sahen die Tierfreunde die Freilauffläche für Hunde in Gefahr, arrangierten sogar eine Demonstration, an der 150 Hundebesitzer teilnahmen (die NRZ berichtete). Die angeblich drohende Beschränkung des Auslaufs sorgte für Zündstoff. Doch: Nach einem klärenden Gespräch am Mittwochabend stellte sich heraus, dass der Auslauf-Auflauf wohl eher unter „Missverständnis” einsortiert werden muss. „Es wird sicherlich Einschränkungen im Freigang für Hunde auf diesem Gelände geben, aber nicht in dem Maße wie es die Hundefreunde befürchtet haben”, erklärt Gerhard Klesen, stellvertretener Betriebsleiter des RVR, der die Hundeliebhaber zum Meinungsaustausch in den Növerhof am Auberg eingeladen hatte. Zwei Stunden lang wurde zwar intensiv, aber auch konstruktiv diskutiert. „Mit dem Ergebnis sind wir zufrieden”, wie Werner Lümkemann von den Hundefreunden erklärt. So sieht die Planung des RVR sogar vor, dass die derzeit noch sehr kleine Freilauffläche am Parkplatz Eschenbruch schrittweise erweitert wird. Dort dürfen Hunde dann das ganze Jahr über nach Belieben spielen und toben - ganz ohne Anleinpflicht.
Anders ist dies in jenem Teil des Geländes, das als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist: Hier herrscht absoluter Leinenzwang. Etwa 30 Prozent der Aubergfläche unterliegen diesen strikten Regeln. Die restlichen 70 Prozent sind Landschaftsschutzgebiet. Heißt: Auf den Wegen dieses Gebietes dürfen Hunde ganzjährig und ohne Leine laufen. Und außerhalb der Brutzeit (die sich zumeist von März bis Ende Juli erstreckt), können die Vierbeiner sogar ohne Leine auf den Wiesen tollen.
In der Brutzeit sieht das anders aus. „Es steckt schon ein Sinn dahinter, dass wir auf die Einhaltung dieser Regel pochen”, so Klesen. Denn so genannte „Bodenbrüter” wie Rebhühner, Wachteln und Feldlerche ziehen in dieser Zeit ihren Nachwuchs groß. „Seit vermehrt die Hunde hier herumlaufen, sind diese Tiere nicht mehr anzutreffen”, weiß Klesen. Er hofft, dass die Vögel bald wiederkommen.
Generell, so betont Klesen, tragen nicht allein Hunde dazu bei, dass sich das Federvieh zurückgezogen hat. „Wir werden in Zukunft auch vermehrt Reiter verwarnen, die sich jenseits der gekennzeichneten Wege bewegen”, sagt Klesen. In punkto Hunde plant der RVR am Auberg aber noch mehr. Um die Wiesen sauber halten zu können, werden demnächst Beutelspender und Mülleimer aufgestellt. Zudem wird ein erweiterter Bereich eingerichtet, der zeitweise dem Hundetraining dienen soll. Jetzt liege es an den Hundefreunden die Regeln einzuhalten und „schwarze Schafe” zu ermahnen, damit die Vereinbarungen und Zugeständnisse Gültigkeit behalten.
Der Stein des Anstoßes jedenfalls, der die Tierfreunde so aufgebracht hatte, wird nun geändert: die Infotafel am Parkplatz Eschenbruch, auf der von einer generellen Leinenpflicht die Rede gewesen war. Damit erneute Missverständnisse schneller geklärt werden oder erst gar nicht aufkommen, wollen RVR und Hundefreunde ihren Dialog weiterführen und sich in einigen Wochen erneut treffen.

11:27
Liebe Hundelobby,
ich habe mal auf Ihre HP gestöbert. Zu allererst danke ich den „Machern“ und hoffe, dass viele Hundefreunde an den formulierten Grundsätzen mitwirken.
Aller Anfang ist schwer und ich finde er ist gut gelungen.
Nach den Gesprächen mit dem RVR müsste allerdings Ihr „Teilnehmen Aufruf “ dem Machbaren angepasst werden. Da außerdem viele Beiträge zum Auberg von Unwissenheit und manchmal leider auch von Unverschämtheit zeugen, erlaube ich mir folgende Hinweise:
Auch auf dem Auberg kann nicht alles so bleiben wie es einmal war. Denn durch die „Aktivitäten“ des Menschen (z.B. Bebauung der Saarner Kuppe) werden die Naturräume immer enger und die Verknüpfung von “Fortschritt schaffen“ und “Natur erhalten“ erlangt somit immer mehr an Bedeutung. Unter diesem Aspekt wurde u.a. das Landschaftsgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen (LG-NRW) erlassen.
Auf der Grundlage dieses Gesetzes ist seit dem 28.02.2005 der für die Stadt Mülheim an der Ruhr erstellte Landschaftsplan rechtskräftig. Dieser Plan hat die Aufgabe, im öffentlichen Interesse Regelungen und Festsetzungen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft zu treffen. Hierzu wurden ihrer Bedeutung für den Naturschutz und ihrer Größe entsprechend die Mülheimer Freiflächen durch 18 Naturschutzgebiete, 21 Landschafts¬schutz¬gebiete, 29 Geschützte Land¬schafts¬bestandteile und 51 Naturdenkmale geschützt.
Insgesamt trifft der neue Landschaftsplan fast 500 Festsetzungen von der Pflege einzelner Kopfbäume bis zur Ausweisung großer Naturschutzgebiete.
Da auch für jedes einzelne Schutzgebiet der Schutzzweck und die Ge- und Verbote ausgewiesen sind, sollte man sich entsprechend informieren; denn bekanntlich schützt ja Unwissenheit nicht vor Strafe.
Auskünfte erteilt die zuständige Behörde der Stadt:
Untere Landschaftsbehörde (ULB), Tel.: 0208-4557005
und auf den Internetseiten der Stadt gibt es viele Infos unter:
www.muelheim-ruhr.de/Umweltinformationssystem.html
Für die Überwachung der Schutzziele ist u.a. die Landschaftswacht (LW) zuständig. Mitglieder der LW sind Beauftragte für den Außendienst der Stadt Mülheim an der Ruhr; sie verfügen über Dienstabzeichen und Dienstausweis.
Diese Ausführungen zeigen, dass das „Geschrei“ einiger Hundleute unangemessen ist. Gegenüber dem RVR muss eigentlich genau das Gegenteil erfolgen, denn der RVR versucht nun u.a. durch Ausweisung einer Hundewiese, die Festsetzungen des Landschaftsplanes zu lockern.
Die Erfüllung in Ihrer – Teilnahme – aufgestellte Forderung/Bitte:
„Ja, ich fordere den RVR auf die Anleinpflicht im Auberg wieder aufzuheben. Ich bitte den RVR mir die Nutzung der seit Jahren bestehenden Trampelpfade über die Heuwiesen auch weiterhin zu gestattet und meinen Hund / meine Hunde auf diesen Heuwiesen, auf den Trampelpfaden und auf den Wegen durch den Auberg von der Anleinpflicht zu befreien“
liegt sicher nicht in den Möglichkeiten des RVR.
Und der Schlusssatz:
„Ich verpflichten mich auch in Zukunft die Natur, die Flora und die Fauna im Auberg im gleichen Umfang wie bisher zu respektieren und zu schützen.“
Sollte ohne jegliche Einschränkung eine Selbstverständlichkeit sein.
Nun noch einmal zum Anfang zurück; ich hoffe, dass viele Hundefreunde an den Grundsätzen der Hundelobby Mülheim mitwirken.
08:49
Ist doch super! Nun sind alle Hundebesitzer auch gehalten, dieses Angebot anzunehmen. Ich finde auch schon, dass der Umgang miteinander auf dem Auberg schon rücksichtvoller geworden ist.
Und noch ein Appell: Nutzt die Kotbeutel und meidet sich Drachenwiese und den Fliegelbereich. Das war früher mal ein ungeschriebenes Gesetzt ;-) was prima funktionierte.
14:59
Schön, dass uns Hundehaltern der Auberg als Freilauf-Fläche erhalten bleibt.
Vielleicht war es ganz hilfreich, dass so viele Hundehalter zum Pressetermin vor einigen Wochen gekommen sind und dass auch aktuell immer noch Dialoge mit dem RVR stattfinden.
Danke an alle, die sich für die Hunde in Mülheim engagieren.
Auf der Website der Hundelobby-Mülheim: www.hundelobby-mh.de gibt es viele Infos zur Hundehaltung in Mülheim, zum Wirtschaftsfaktor Hund und zum aktuellen Stand der Verhandlungen.
Das mit dem Wirtschaftfaktor Hund in Deutschlang hat die Uni Göttingen 2006 in Ihrer Studie Ökonomische Gesamtbetrachtung der. Hundehaltung in Deutschland wissenschaftlich untersucht.
Die Ergebnisse:
Hunde bewirken in Deutschland 5 Mrd. Euro Umsatz jährlich.
Rund 100.000 Arbeitsplätze sind in Deutschland mit der Hundehaltung verbunden
Eine Ersparnis von mehr als 2 Mrd. Euro bei den gesamtwirtschaftlichen Gesundheitskosten sind auf die Hundehaltung zurück zu führen.
Und die Hundesteuereinnahmen in Deutschland sind deutlich höher als die staatlichen Ausgaben im Zusammenhang mit der Hundehaltung.
Ich denke einem so wichtigen Wirtschaftsfaktor sollten wir ein wenig Freilauf gönnen.
Liebe Grüße und ein sonniges Wochenende mit unseren Hunden im Auberg.
13:52
Ich versteh nicht wieso man immer den Hundeleuten und sonstigen Tierhaltern die Schuld gibt.. Tiere (ausser Menschen) könnne die Natuer niemals schädigen da sie ein Bestandteil sind!
Der Menscht nimmt zuviel Raum für sich in Anspruch und wundert sich dann das es in den verbleibenden Refugien eng wird....
der Mensch hat genug (zuviel) Platz.. lasst den anderen Tieren und deren Freunden endlich mehr Raum!
Wen Hund und Co dennoch stören der solle bitte in den Stadtpark gehen; es ist ja nicht so das für Menschen nix gemacht wird ;)
09:09
Ich kann nur hoffen, dass die Hundeleute (und nicht nur diese) die hier ausgestreckte Hand des RVR annehmen. Um das Verhalten vieler Bürger in den Schutzgebieten zu verbessern, bedarf es aber viel mehr Information und letztlich auch Bestrafung der Uneinsichtigen.
Der RVR sollte dem entsprechend den Auberg zum Testfeld machen.