Wie Spürhunde bei der Polizei Mülheim trainiert werden

Nadine Hermecke und Alexandra Winkler von der Polizei Mülheim/Essen mit den Personenspürhunden Amber (l.) und Bukow.
Nadine Hermecke und Alexandra Winkler von der Polizei Mülheim/Essen mit den Personenspürhunden Amber (l.) und Bukow.
Foto: Polizei
Was wir bereits wissen
Hunde sind als Schutz- und Spürhunde für viele Einsätze der Polizei unverzichtbar. Die Polizei Mülheim/Essen hat zwei Personenspürhunde ausgebildet.

Mülheim.. Die Partner mit der feinen Nase sind bei vielen Polizeieinsätzen unverzichtbar – sei es als Schutzhunde, etwa bei nächtlichen Einsätzen, oder bei der Fahndung nach flüchtenden Straftätern. 16 Hunde gehören zur Diensthundeführerstaffel der Polizei Mülheim/Essen, und zwei von ihnen haben gerade ihre Ausbildung als Personenspürhunde bestanden. „Amber“ und „Bukow“ sind damit quasi zusatzqualifiziert, denn als Rauschgiftspürhunde sind sie schon trainiert worden. Eine Schutzhundausbildung hat sowieso jeder Polizeihund.

Die Polizeioberkommissarinnen Nadine Hermecke (mit „Amber“) und Alexandra Winkler (mit „Bukow“) sind erfahrene Hundeführerinnen, die mit ihren zwei Kolleginnen und zwölf Kollegen der Diensthundeführerstaffel auch im Streifendienst tätig sind. Ein typischer Einsatz für ihre vierbeinigen Kollegen könnte das Aufspüren eines Straftäters oder auch die Suche nach einem vermissten Kind oder abgängigen Senior sein. Denn die beiden Hunde haben gelernt, über einen Gegenstand – etwa ein Brecheisen, das ein Täter fallengelassen hat – den individuellen Geruch der gesuchten Person aufzunehmen. Insgesamt drei Hunde der 16 Polizeihunde sind auf Personensuche trainiert, neun können Rauschgift erschnüffeln und zwei finden Sprengstoffe. Mehrfachqualifikationen sind nicht selten; zwei weitere Diensthunde werden gerade auf das Auffinden von Sprengstoff und Munition trainiert.

Spieltrieb ist für Polizeihunde wichtig

Bei der Polizei Essen/Mülheim sind überwiegend Malinois (Belgische Schäferhunde) im Dienst, drei Deutsche Schäferhunde und ein Holländischer Herder („Bukow“). Zumeist stammen die Hunde aus der landeseigenen Malinois-Zucht in Holte-Stukenbrock. Aber es komme eben auch vor, wenn auch nicht so häufig, dass ein Hund aus dem Tierheim bei der Polizei Karriere macht, berichtet Polizeisprecher Marco Ueberbach.

Wichtigste Eigenschaft für spätere Polizeihunde? „Der Spieltrieb“, sagt Ueberbach. „Der Hund muss spielen wollen, suchen und finden“, erklärt er. Das nutzen die Hundeführer bei der Ausbildung ihrer Tiere, die in der Regel nach dem Dienst zum sozialen Familienhund zu Hause werden. Und dort auch den Ruhestand erleben. Neun, zehn Jahre alt werden Hunde im Dienst, bevor sie in Pension gehen. Der Hundeführer, die Hundeführerin bildet zumeist parallel einen zweiten Hund aus, „damit ein reibungsloser Übergang stattfindet“, so Ueberbach. Übrigens: Polizeihunde im Dienst wissen, was sich gehört. Wer nicht gebissen werden will, bleibt am besten ganz, ganz ruhig stehen. Ueberbach: „Aktive Personen werden gebissen, passive verbellt.“ Letzteres scheint die bessere Alternative zu sein.