Wie gewonnen, so zerronnen

Ich schlendere die Leineweberstraße entlang und traue meinen Augen nicht. Im alten Schlecker-Geschäft, das schon seit einer gefühlten Ewigkeit leer steht, arbeitet tatsächlich ein Handwerker. Es scheint so, dass er das Geschäft für einen neuen Mieter auf Vordermann bringt. Endlich mal wieder ein Schritt gegen den Geschäftsleerstand in der City. Und es soll, wie ich von dem Handwerker erfahre, ein Laden aus der bunten Mode-Branche einziehen. Hoffentlich auch etwas für junge Leute. Und während ich so weiter schlendere, male ich mir aus, dass dort ein stylisches Geschäft wie Snipes, Blue Tomato oder Urban Outfitters eröffnen könnte. Und ich stelle mir vor, wie die Leute voll bepackt und Freude strahlend den Laden wieder verlassen.

Ich hätte nicht so voreilig träumen sollen, denn ehe ich mich versehe, muss ich feststellen, dass es bei der Vorstellung, hier könnte sich Hipster-Mode etablieren, um ein Hirngespinst handelt. Denn tatsächlich zieht lediglich die Mode-Boutique „Black and White“ vom Kurt-Schumacher Platz auf die Leineweberstraße um. So wandert der Leerstand nur von einem Platz zum anderen. Damit ist der Traum von der Hipster-City genauso schnell zerplatzt, wie er gekommen ist. Die Realität ist nicht immer bunt und farbig, meist ist sie eher schwarz und weiß.