Wie ein Dorf in der Stadt

12 Uhr mittags in der Altstadt und gefühlte 35 Grad im Schatten. Trotzdem treffen sich Uwe Baumann, Rolf Schulze, seine Frau Annette, Friedhelm Bschor und Peter Schroer, seine Frau Wibke und ihr Sohn Marvin am Kortum-Brunnen vor der Petrikirche, um ihr Wohnquartier im historischen Herzen der Stadt zu präsentieren.

Alle engagieren sich im Verein Pro Altstadt. Uwe Baumann ist außerdem in der Vereinten Evangelischen Kirchengemeinde aktiv. Er führt die Gruppe unter anderem zum Tersteegen-Gedenkstein hinter der Petrikirche.

Der Mystiker und Menschenfreund Tersteegen („Ich bete an die Macht der Liebe“) und der Schöpfer der urkomischen Jobsiade rund um den faulen Theologiestudenten Hieronimus Jobs waren während des 18. Jahrhunderts Nachbarn in der heutigen Altstadt, obwohl sie als Menschen in unterschiedlichen Welten lebten. Das Gefühl, in eine ganz andere Welt einzutauchen, hat man schon, wenn man mit den Schroers und Uwe Baumann in die wunderschönen Gartenhöfe am Hagdorn und an der Kettwiger Straße eintritt, die man beim ersten Blick auf die historischen Hausfassaden nicht erkennen kann. Was beim Rundgang auffällt, sind die liebevoll gestalteten Blumenkübel, mit denen sehr viele Altstadtbewohner vor ihren Häusern auf dem Kopfsteinpflaster grüne Akzente setzen. „Das ist hier, wie ein Dorf in der Stadt. Wir haben hier eine ausgeprägte Nachbarschaft, in der jeder jedem hilft“, betont Rolf Schulze. „Hier wohnt man sehr ruhig und entspannt und ist gleichzeitig mitten in der Stadt“. freut sich Peter Schroer.

Besonders freuen sich die Altstadtbewohner, dass Muhrenkamp, Hagdorn und Kettwiger Straße Ende Juli zur Fußgängerzone werden.

Nächster Treff in unserer Serie „Um 12 in“ ist am Donnerstag, 11. Juni: Dann möchten wir mit Ihnen von der Klosterpforte aus durch das Dorf Saarn gehen.