WG-Gründung mit Turbulenzen

Eine packende weibliche Überlebensgeschichte empfiehlt Stadtbibiliotheksleiterin Claudia vom Felde mit dem Roman von Katja Altenhoven: „Willkommen Zuhause“.


Berlin: Renee ist erst 45 Jahre, als ihr Mann bei einem Verkehrsunfall stirbt. Sie ist jetzt alleine in einer noch nicht bezahlten, über 300 qm großen Wohnung in Kreuzberg. Nachdem sie in ihrer Trauer, alle Gegenstände, die sie zu sehr an ihren Mann erinnern, entfernt hat, bringt sie die entstandene Leere auf die Idee der Gründung einer Wohngemeinschaft mit alten Freunden. Sie überzeugt ihre Sandkastenliebe Michael, einen bücherliebenden Arzt, das Ehepaar Anne, Bundestagsabgeordnete und Pavel, Leiter eines Altenpflegeheimes und ihre alte Freundin Judith mit Partner Frank, beide im Gegensatz zu den Anderen immer am Existenzminimum lebend.


Nach zwei Testwochen in einem Ferienhaus in der Uckermark ziehen dann allerdings nur Michael, Anne und Pavel ein, später kommt noch der deutlich ältere pensionierte Musiklehrer Wille hinzu. Die unterschiedlichen Charaktere und Lebensgewohnheiten führen schnell zu Konflikten. Dies ist für den Leser sehr nachvollziehbar, macht neugierig auf die Menschen der WG, die Probleme, Ereignisse und Lösungen, die die Gemeinschaft dann auch sucht.


Katja Altenhoven schafft es, ein aktuelles Thema in ihrem Roman interessant zu beschreiben. Die Handlung zieht den Leser schnell in den Alltag der Charaktere. Berlin Verlag in der Piper Verlag GmbH, 2014, 335 Seiten, ISBN 978-3-8270-1189-3, 19,99 €