Wertpapiere für Wissen?
30.11.2011 | 19:19 Uhr 2011-11-30T19:19:00+0100
Mülheim.„Geben wir jedem Menschen die Wertpapiere, die seinem Wissenspotenzial entsprechen, und im selben Augenblick repräsentieren Europas Menschen einen Wert, der alle Ölquellen, Solarkraftwerke vielfach übertrifft“: Wissen als Wirtschaftsgut.
Über Griechenland hinaus könnten solche Bildungszertifikate der Hebel für Europas Krise sein. Die starke Behauptung, die damit postuliert wird, hat etwas von „Rettung der Welt“. Und der Lösungsansatz kommt aus Mülheim, genauer vom „Netz innovativer Bürger (NiBB)“, das Hans-Georg Torkel 2000 ins Leben gerufen hat. Auf dieser Plattform versammeln sich Menschen und Gruppen, die Ideen haben, die Gesellschaft neu zu gestalten. Quasi Erfinder aus allen Bereichen.
Erfinder und Forscher oft nur müde belächelt
Der Entdecker des Konzeptes ist der Hamburger Diplom-Ingenieur Hans-Dieter Kreft, Mitglied im NiBB, und Innovationspreisträger. Vorgestellt werden soll das Papier am Freitag, 2. Dezember, 18 Uhr, im Unperfekthaus in Essen. „Eine Sensation zur Lösung der Finanzkrise in Griechenland“, meint Torkel: „Und dennoch will sie kaum jemand hören.“ Denn viel zu häufig würden Erfinder, Forscher und Entdecker nur müde belächelt, fänden kaum Förderer.
Dabei seien Visionen und ihre Entwicklung für die Zukunft in einer sich immer schneller verändernden Gesellschaft doch wichtig. „Wo sind die Erfinder in Mülheim?“, fragt Torkel weiter: „Und warum vermarktet man solche Erfindungen nicht?“
Steve Jobs vor Augen führen
Man müsse sich nur mal Steve Jobs vor Augen führen, als er damals in einer Garage den ersten Macintosh-Computer erfand. Torkel ist Mülheimer, Diplom-Ingenieur und Schulleiter am Berufskolleg für Technik und Information in Neuss, und neben zahlreichen anderen Aktivitäten in Sachen Bildung, Technik und Fortschritt sitzt er auch im Vorstand des Deutschen Erfinderverbandes (DEV).
Hier finden Sie die Serien der WAZ-Lokalredaktion in der Übersicht, zum Beispiel alle "Gesichter des Jahres" und "Menschen in Mülheim".
Im Sinne eines lebenslangen Lernens hat Torkel die bundesweite „KIT-Initiative“ aufgebaut, die Kinder, Jugendliche und Erwachsene für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik und Handwerk begeistern will und Projekte fördert. Als Impulsgeber für das Ruhrgebiet wurde die Bildungsbewegung in der Verknüpfung mit Kultur auch ins Kulturhauptstadtjahr aufgenommen.
„Innovationen ins Ruhrgebiet holen“
Als ein Mann des Reviers sei es sein Wunsch, „Innovationen ins Ruhrgebiet zu holen“, betont Torkel. In Essen jedenfalls wird morgen erstmals das Konzept zum Ausweg aus der europäischen Finanzkrise vorgestellt. Die soziale Marktwirtschaft, so Torkel habe einen „Webfehler“, weil sie Wissen als Wirtschaftsgut ausschließe. Denn das Wissen sei die einzige erneuerbare, nicht versiegende Quelle unseres Wohlstands.

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