Das aktuelle Wetter Mülheim 10°C
Mülheim

Werbung auf Bussen für ein Leben ohne Gott?

02.04.2009 | 18:10 Uhr

Mülheimer Kirchenvertreter haben grundsätzlich kein Problem mit der Kampagne von Atheisten und Agnostikern. Die Mülheimer Verkehrsgesellschaft setzt bei religiösen Kampagnen auf eine Einzelfallentscheidung.

Von Londons Bussen sind sie nicht mehr wegzudenken: Atheisten, Nicht-Religiöse und Agnostiker werben für ein Leben ohne Gott. In Deutschland haben sich nun Organisationen wie die Giordano-Bruno-Stiftung oder der Internationale Bund der Konfessionslosen zusammengeschlossen. Auf der Homepage Buskampagne.de werben sie Gelder ein, um auch in NRW Busse auszurüsten. Zur Wahl stehen Slogans wie „Es gibt mit (an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott”, „Gottlos glücklich” oder "Gott ist eine Behauptung. Menschenrechte sind real".

Könnten Busse mit diesen Slogans durch Mülheim fahren? „In einem solchen Einzelfall behält sich die Geschäftsführung die Entscheidung vor”, sagt MVG-Pressesprecher Peter Beine. In den Statuten festgelegt sei, so Beine, dass Werbung mit rassistischem und sexistischem Hintergrund und Werbung für politische Parteien tabu sei. Im Gegensatz zu den Ruhrgebietsstädten Dortmund und Essen gibt es in Mülheim derzeit auf Bussen gar keine religiöse Werbung.

Keine Probleme mit Buskampagne.de haben die Kirchen. Helmut Hitzbleck, Superintendent des Ev. Kirchenkreises an der Ruhr: „Die Frage, ob es Gott gibt, stellt sich, seitdem es die Kirche gibt.” Stadtdechant Michael Janßen verwundert die Initiative: „Warum kämpft man gegen etwas, von dem glaubt, dass es nicht da ist? Warum dann der Aufstand?” Er rät Christen, nicht auf die Aktion zu reagieren: „Der Glaube lässt sich nur im Gespräch vermitteln. Das muss ich mit meiner Person bezeugen.” Dass Deutschland Missionsland sei, stehe außer Frage, so Hitzbleck. Auch, dass die Kirche in der Mission neue Wege beschreiten müsse: „Aber ob plakative Überschriften der richtige Weg sind, ist die Frage.”

Mehr zum Thema:

Atheisten wollen auf NRW-Bussen werben

Fotostrecke: Es gibt keinen Gott

Daniela Städter



Empfehlen
Kommentare
Kommentare
28.05.2009
21:47
Werbung auf Bussen für ein Leben ohne Gott?
von Galgenvogel | #8

Ein allwissender und gütiger Gott hätte die Kampagne der Atheisten doch sicherlich augenzwinkernd geduldet, oder?

07.05.2009
11:47
Werbung auf Bussen für ein Leben ohne Gott?
von Earonn | #7

Auch als nicht-monotheistische Gläubige macht mir dieser Vorgang Angst.
Christen dürfen ihren Glauben propagieren, Andersgläubige (und Atheisten sind insoweit Gläubige, als sie ihre Überzeugung auch nicht beweisen können) dürfen das nicht?

Wie weit soll dieser vorauseilende Gehorsam gehen? Keine Entbindungsbetten für ledige Mütter im Krankenhaus mehr, weil die Christenheit sowas nicht will?

Diese Aktion zeigt aber auch, wie viel Angst das Christentum offenbar vor Konkurrenz haben muss.
Wären sie überzeugt, dass ihr Gott wirklich so mächtig ist, wie sie behaupten, könnte er uns ja alle selbst ohne Probleme bekehren.
Doch er scheint ja auf sehr traurige Art von menschlicher Hilfe abhängig zu sein...

07.05.2009
10:38
Werbung auf Bussen für ein Leben ohne Gott?
von O. Schmidt | #6

Es wird endlich Zeit, dass wir uns trauen unser religiöses Erbe abzuschütteln und uns zu freien Menschen zu erheben. Gott existiert nicht! Das ist einfach, klar und doch eine Botschaft, die jedem Menschen abverlangt, den Sinn seines Daseins zu klären. Es gibt kein Leben nach dem Tod, nur dies eine, das wir haben. Alles andere sind nur psychotische Hypothesen.

05.04.2009
16:54
Werbung auf Bussen für ein Leben ohne Gott?
von Tobi M. | #5

@lykos: aber scheinbar keine Achtung vor Menschen, die nicht an einen Gott glauben. Jede Religionsgemeinschaft darf ihren Glauben (provokativ, ihre Worte) in die Welt hinaus posaunen und aggressiv missionieren und dabei teilweise haarsträubende Dinge behaupten, aber eine atheistische Organisation soll gefälligst schweigen!? Ein Mensch der nicht an Gott glaubt kann ja auch nur ein schlechter Mensch sein, nicht war? Leider musste ich immer wieder feststellen dass viele echte Atheisten viel stabilere, besser begründete moralische und ethische Grundwerte und Überzeugungen haben als viele (Pseudo-)Gläubige, die sich nur aus Angst vor einer eventuellen Bestrafung Gottes korrekt verhalten (eventuell nur gegenüber Glaubensbrüdern?).
Glauben Sie auch an Feen und Kobolde? Nein natürlich nicht, Menschen die an so etwas glauben spinnen ja, ist doch total Blödsinn, ab in die Psychatrie! Wir werden schon als kleine Kinder so stark auf Gott indoktriniert, dass uns später der Gedanke an dessen Existenz wie ein unverrückbares und indiskutables Naturgesetz erscheint.

05.04.2009
13:35
Werbung auf Bussen für ein Leben ohne Gott?
von lykos | #4

Tatsache ist, dass vieles, was die Religionen anbetrifft von den Menschen erfunden wurde, aber dass es überhaupt keinen Gott gibt? Das scheint mir ein Traum ohne Inhalt zu sein.
Jeder soll glauben, was er will, aber lass bitte die
provokative öffentliche atheistisceh Propaganda gegen Gott ausserhalb des Geschehen
Bin kein Frommer aber christlich erzogen
und habe Achtung für jeden Glauben.

04.04.2009
21:16
Werbung auf Bussen für ein Leben ohne Gott?
von Robert Z. | #3

Was haben christliche Feiertage bitteschön damit zu tun? Diese werden weder von den Kirchen noch von den Christen bezahlt, sondern schlich von allen, die arbeiten, also auch von Atheisten. Den Kirchen haben wir höchstens zu verdanken, daß diese Feiertage auf bestimmte Termine gelegt wurden.

Tannenbaum und Geschenke haben wohl auch nichts mit christlichen Glaubensinhalten zu tun, das könnte man als Winterfest oder ähnliches durchaus auch ohne religiösen Hintergrund feiern, so wie Geburtstage oder Silvester ja auch.

Stadtdechant Michael Janßen versteht nicht, wogegen sich die Kampagne richtet, wenn Gott doch laut Kampagne gar nicht existiert. Nun, die Kampagne richtet sich eben gegen die immer wieder zu hörenden Behauptungen, wir hätten den Kirchen, Gott oder den Christen Sachen zu verdanken wie chistliche Werte (sind diese irgendwie andere Werte als humanistische Werte?) oder Feiertage.

03.04.2009
07:58
Werbung auf Bussen für ein Leben ohne Gott?
von Atteh Ist | #2

Vor allen Dingen hat Weihnachten nix mit Christentum zu tun, dass vergessen die lieben Klerikalen immer. Wenn die lieben Missionare mal nicht gemordet haben, haben sie alte Feste umgedeutet und wer nicht hören wollte, ach ja, denn konnte man dann ja wieder abschlachten......

02.04.2009
22:51
Werbung auf Bussen für ein Leben ohne Gott?
von Zuschauer | #1

Aber wehe ein christlicher Feiertag wird abgeschafft! Und Weihnachten gehört ja einfach dazu - schon den Kindern zu liebe.... Hat ja gar nichts mit Religion zu tun ^^

Die sind doch alle viel zu christlich geprägt um Atheisten zu sein! Zudem wettern die ja irgendwie nur gegen den christlichen Gott.

Aus dem Ressort
Kostengünstiges Theater
Kultur
162 Euro Zuschuss für eine Theaterkarte – zuviel? Mit der provokanten Frage nach hohen Subventionskosten für Schauspiel- und Opernhäuser im Lande hat der Bund der Steuerzahler eine streitbare Bühne aufgemacht.
Sanierung zieht sich hin
Grundschule
Gutachter entdeckten ungeahnte Mängel am Gebäude der GGS am Saarnberg. Die Sanierungszeit verlängert sich. Die Schüler müssen vermutlich bis Ostern im Ausweichquartier - dem Altbau des Broicher Gymnasiums an der Ritterstraße - bleiben. Nach ihrem Auszug könnte dort vielleicht eine Kita untergebracht...
Vermeulen nimmt erste Hürde
Politik
Der Kreisvorstand der Krefelder CDU schlägt den Mülheimer Bau- und Planungsdezernenten Peter Vermeulen einstimmig für die Oberbürgermeister-Kandidatur vor. Eine Delegiertenversammlung im Januar soll Vermeulen nominieren.
Mülheimer Stadtrandperle schließt zum Jahresende
Innenstadt
Die Angst vor der Großbaustelle ist ein Grund, warum Floristin Petra Neitzel ihr Geschäft an der Althofstraße aufgibt. Damit verliert die Innenstadt auf einen Schlag zwei „Stadtrandperlen“. Die verbleibenden Händlerinnen hingegen wünschen sich etwas mehr Gelassenheit.
Urnengräber werden eingeebnet
Ihr Tipp – unser Thema
Eine Witwe wartet seit dem April darauf, dass ein Urnenfeld auf dem Mülheimer Altstadtfriedhof eingesät wird. Das Grünflächenamt erinnert daran, dass sechs Monate gewartet werden müsse, bis sich die Erde wieder gesetzt hat.
Umfrage zur VHS
Eine der großen politischen Debatten im Herbst wird sich um die Zukunft der Volkshochschule drehen. Wie soll es mit der maroden VHS weitergehen?

Eine der großen politischen Debatten im Herbst wird sich um die Zukunft der Volkshochschule drehen. Wie soll es mit der maroden VHS weitergehen?

 
Fotos und Videos
Rockerkrieg in NRW
Bildgalerie
Bilderchronik
Ferientipps im Herbst
Bildgalerie
Herbstferien
Night for Masters
Bildgalerie
Voll auffe Omme