Wer lacht, lebt länger

„Marmorstein und Eisen bricht, aber unsere Liebe nicht.“ Das ist nur ein Ohrwurm, den Schlagersänger Peter Strauß zum Besten gibt. Das Lied passt zur Seniorensitzung, die der Hauptausschuss Groß-Mülheimer Karneval und seine 13 Gesellschaften am Montagnachmittag über die Bühne im Theatersaal der Stadthalle gehen lassen. Denn die Liebe der reifen Jecken zu ihrer Sitzung ist ungebrochen. „Wenn man einen vollen Theatersaal der Stadthalle sehen will, muss man zur Seniorensitzung kommen“, sagt Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld angesichts von über 1000 Jecken. Mühlfeld nutzt die Gelegenheit, sich bei den Karnevalisten nicht nur für die Seniorensitzung in der Stadthalle, sondern auch dafür zu bedanken, dass sie den Frohsinn zur fünften Jahreszeit auch in die Altenheime bringen.

Derweil gehen die reifen Narren nicht nur bei der Schlagertour von Peter Strauß mit. Ob „Warum schickst du mich in die Hölle?“ oder „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben.“ Die Jecken singen mit. „Ich merke schon. Ihr seid textsicher. Das klingt ja wie die Fischer-Chöre“, schwärmt Strauß. Auch den Tanzshows, die das Doppelmariechen der KG Stadtwache (Kati Fonk und Maren Meyer) und die Gardedamen der KG Blau Weiß auf die Bretter der großen Stadthallenbühne zaubern, merkt man an, dass sie vom begeisterungswilligen Publikum und von den großzügigen räumlichen Rahmenbedingungen inspiriert – und so noch ein bisschen besser als normal werden.

„Eine Veranstaltung, wie diese, hält die Gemeinschaft zusammen und lässt die Alltagssorgen vergessen“, freut sich Prinz Max. Und seine Prinzessin Lisa erinnert die Jecken im Saal daran, „dass Menschen, die viel lachen, eine höhere Lebenserwartung haben“. Das lassen sich die Senioren im Saal nicht zweimal sagen. Da kommt ihnen Kai Kramosta mit seinen Witzen, die direkt aus dem Bauch herauskommen und aufs Zwerchfell treffen, gerade recht. Sein Motto: „Über Gewicht spricht man nicht. Übergewicht hat man.“ Auch seine offensichtlich fehlgeschlagenen Diäten nimmt er mit Humor: „Ich habe dasselbe Gewicht wie John Wayne, allerdings mit Pferd.“ Selbst, wenn nicht jeder seiner Witze vom Stuhl reißt, ist ihm der Applaus des dankbaren Publikums sicher. Kein Wunder, dass er am Ende seines Auftritts meint: „Ihr Applaus war für mich wie ein BH, einfach erhebend. Und wenn ich zwischen einer Kreuzfahrt durch die Karibik und Ihnen wählen müsste, würde ich Sie wirklich vermissen.“