Wer kennt die Geschichte dieses Mülheimer Ausflugslokals?

Wer kennt dieses Ausflugslokal und kann dazu seine Geschichte erzählen? Wann entstand wohl dieses Fachwerkhaus
Wer kennt dieses Ausflugslokal und kann dazu seine Geschichte erzählen? Wann entstand wohl dieses Fachwerkhaus
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Das abwechslungsreiche Treiben auf der Stadthallenterrasse haben viele Leser erkannt. Das Haus mit der hohen Treppe war schwieriger.

Mülheim.. „Das ist doch kein Rummel oder Jahrmarkt. Da haben Sie bestimmt etwas übertrieben.“ So reagiert Ludger Büstkens auf das Bild vom Broicher Ruhrufer. „Das ist der Stadthallengarten. Da haben sich die Mülheimer früher auf der Terrasse unterhalten und gefeiert. Einen Jahrmarkt wie in Saarn habe ich dort nie erlebt. Im Hintergrund, auf der anderen Ruhrseite, stehen das Rathaus und das Stadtbad.“

„Die Aufnahme könnte das Fest und die Verkaufsmesse zur Wiedereröffnung der Stadthalle etwa im Sommer 1957 zeigen“, schreibt Ursula Artelt. „Diese wurde in Anwesenheit von Bundespräsident Theodor Heuss vorgenommen. Ob es genau diese Veranstaltung war, weiß ich nicht mehr ganz genau. Es könnte aber sein, da ich diese mit meinen Eltern und meiner Schwester besucht habe. Ich bin gebürtige Mülheimerin von Ende 1947.“

Rummel in Broich bleibt Mysterium

„Beim angeblichen ,Rummel an der Ruhr’ handelt es sich um das gut besuchte ehemalige Terrassencafé der Stadthalle“, ergänzt Hans-Dieter Strunck. „Die Zeile Rummel ist nicht angebracht, nach meinen Unterlagen. Dieser Blick auf das Stadtbad und den Rathausturm bot sich von der Terrassenwirtschaft der Stadthalle zur Zeit der Eröffnung Ende der 1920 Jahre“, hat Günter Busse der Reihe „Archivbilder: Mülheim an der Ruhr“ entnommen.

Keiner unserer Leser konnte jedoch bisher etwas über eine Kirmes (Rummel) in Broich mitteilen, die entweder an der Ruhr oder in der Nähe abgehalten wurde. Wer kann helfen? „Von Jahrmarkt-Veranstaltungen auf dem Gelände der Stadthalle habe ich keine Neuigkeiten, ich habe nichts gefunden“, muss auch Peter Kölges passen.

Stadtansichten „Das Foto wurde von der Wertgasse aus geschossen, da ich glaube, rechts im Hintergrund die Paulikirche zu erkennen und links im Hintergrund das unzerstörte Casino, bin mir aber nicht ganz sicher“, sagt Herbert Leibold. „Ich hatte zuerst angenommen, dass es sich um die Delle handelt, auf der es viele Häuser mit markanten Treppenaufgängen gab, das berühmteste war das Löwenhaus’ von Stinnes. Vielleicht liege ich mit der Wertgasse richtig und das Foto wurde in etwa auf der Höhe der späteren Tanzschule Knigge-Thielemann gemacht“, erinnert sich Leibold.

„Solche Häuser mit hohen Treppen standen an der Straße Auf dem Dudel. Im Rücken des Fotografen ist die Delle. Die Aufgänge waren wegen des Ruhrhochwassers so hoch“, ergänzt Ute Barth.

Vielleicht ist die Frage nach dem Ausflugslokal auf dem großen Bild oben etwas leichter als die Klärung der Standorte zu den vorherigen Bildern. Das markante Fachwerkhaus hat sich kaum verändert. Was war da früher alles los? Was haben Sie dort alles erlebt?

Tante Malchen war eine beliebte Gaststätte

Die Kahlenbergbrücke und Tante Malchen – das müssen für Mülheimer beliebte Orte gewesen sein. Daher noch ein kleiner Erinnerungsnachleger. „Für uns Saarner war die Kahlenbergbrücke der wichtigste Weg zum Einkauf in die Stadtmitte Mülheims“, schreibt Hans Riesener. „Auf halbem Weg machten wir Rast bei Tante Malchen. Nachdem die Brücke demontiert war, fuhr eine handbetriebene Fähre. Man musste den Fährmann rufen: Hol über!“

„Der Fährmann hieß Bungert. Er war der Bruder des Besitzers von Haus Kron ruhraufwärts“, fügt Friedel van de Wetering hinzu. „Die Straßenbahnen der Linie 13 fuhren von der Stadt bis hinter das Kahlenberg-Restaurant, später Jugendherberge (Der Betrieb Kahlenberg - Wilhelmsplatz endete am 23. November 1931. Im Krieg wurden dort nur Wagen abgestellt). Jahre danach kam mit Betonieren eines Brückenkopfes am Stauwehr darüber eine neue Brücke, die die Verbindung zur Florabrücke und zum Kahlenberg brachte.“

„Pferdefuhrwerke und Fußgänger durften über die Gitterbrücke mit den losen Bohlenbrettern“, erinnert sich Heinz Westphal. Für viele war die Gitterbrücke die schönte in der Stadt.