Wer bin ich?
20.04.2009 | 20:29 Uhr 2009-04-20T20:29:00+0200
Fragen zum Thema „Identität” beantworten Zwölftklässler im Rahmen eines Kunstprojektes
Woran lässt sich die eigene Identität ausmachen? Woher weiß ich, wer ich bin? Was sind Identitätswerte? Fragen wie diese beschäftigen die Menschheit schon seit Epochen. Eine universale Antwort darauf zu finden - unvorstellbar. Und doch haben sich 24 Schüler eines Kunst-Leistungskurs an der Otto-Pankok-Schule eben dieser Herausforderung gestellt: Sie haben versucht, Identität zu definieren. Ganz individuell. Das Ergebnis haben sie festgehalten. In Form von Fotografien sind die Arbeiten unter dem Titel „Wer vergleicht, verliert?! - Auf der Suche nach der Identität” zusammengefasst.
Auf die Suche nach dem, was ein Individuum vom Rest abgrenzt, begaben sich die Schüler ganz am Anfang ihres Leistungskurses. Von verschiedenen Gymnasien kommend, trafen sie zum ersten Mal in ihrer ersten Unterrichtsstunde nach den Sommerferien 2008 aufeinander. „Gemeinsam spürten wir der Frage nach, was unsere Identität ist. So lernten wir uns selbst, aber auch die anderen besser kennen”, erinnert sich Kristina Geisel. Der Effekt: Schnell wurde aus den vielen Individuen eine Gruppe, die sich fortan gemeinsam künstlerisch auf die Frage nach dem „Ich” machte.
Unterstützung fanden die 21 Schülerinnen und drei Schüler dabei nicht nur in Kunstlehrer Joachim Servatius, sondern auch in Lubo Laco, künstlerisch arbeitender Fotograf. Workshops, Museumsbesuche und viele kleine Gedankenschritte folgten – der gemeinsame Austausch bildete dabei immer den Mittelpunkt.
Am Ende der Projektentwicklung stand die fotografische Teamarbeit. Teams wurden gebildet, die sich individuell mit der Identität auseinandersetzten. Nicht nur in einem Konzept und hinter der Kamera. Auch vor der Kamera gaben die Schüler ihr „Ich” preis. Das Ergebnis sind Fotoserien wie „Freundschaft - Identitätskarneval”. Menschen mit Masken sind auf den Arbeiten zu sehen. Sie zeigen die Angst, die jeder Mensch davor hat, seine wahre Identität preiszugeben. Die Reihe „Ursprung” zeigt hingegen, welche natürlichen Einflüsse der Umwelt unsere Identität hat. Ingesamt sind sechs Serien entstanden. Allesamt sehenswert und daher auch ab dem 18. September als Ausstellung im Bismarkturm für die Öffentlichkeit zu begutachten.
Doch die Einfälle und Umsetzung der Schüler ist nicht nur sehenswert, sie ist auch preisverdächtig. Beim Wettbewerb „Kinder zum Olymp” reichten die Verantwortlichen das Projekt ein. In der Kategorie „Neue Medien” soll der Mülheimer Beitrag nun punkten. Die Chancen stehen nicht schlecht. Von knapp 800 Anmeldungen haben 355 die Endrunde herreicht. Darunter auch das Projekt der Mülheimer Schüler. In ihrer Kategorie müssen sie sich nur noch gegen 34 Konkurrenten durchsetzen, dann sind sie am Ziel. Am 18. und 19. Mai heißt es Daumen drücken. Denn dann tagt die Jury. Vielleicht besteigen dann die 24. Schüler den Gipfel des Olymps. Wenn nicht, ist es auch nicht tragisch.
Denn irgendwie haben sie ja schon gewonnen.

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