Welchen Weg geht die Via?

Seit sechs Jahren ist die Verkehrsgesellschaft „Via“ im westlichen Ruhrgebiet am Start und dokumentieren mit dem Namen, dass sie sich auf den Weg gemacht haben, doch der ist steiniger als erwartet. Die drei Nahverkehrsunternehmen MVG (Mülheim), DVG (Duisburg) und Evag (Essen) fahren aber immer noch auf getrennten Gleisen – von wenigen Ausnahmen abgesehen. Gemeinsamer Fahrzeugkauf, wie gerade bei den neuen Straßenbahnen für Mülheim und Essen, reicht nicht, um dauerhaft Kosten zu sparen. Die drei Oberbürgermeister wollen „Via weiter entwickeln“, hieß es nach deren Treffen. Klare Ziele, die der noch zu bestellende Moderator wann und wie erreichen soll, ist dem schwammig formulierten Papier nicht zu entnehmen.

Aufforderung aus Düsseldorf

Die Fortentwicklung von Via soll „ein politischer Lenkungskreis, bestehend aus den Fraktionsvorsitzenden der drei Städte, eng begleiten“, erklären die drei Stadtspitzen. Sechs Jahre haben Via-Aufsichtsräte und Via-Chefs dazu bereits Zeit gehabt. Der Fahrgast spürt davon wenig. Nach der deutlichen Mahnung der Regierungspräsidentin Anne Lütkes folgten bisher zwei Oberbürgermeistertreffen. Ob das nicht zu viel wenig sei, wollte die Redaktion von Lütkes wissen. „Sie war nicht mit dabei. Wenn Frau Lütkes über das Treffen informiert wurde, wird sie dazu auch etwas sagen“, erklärte ihr Sprecher Bernd Harmacher.

„Die Ziele sind seit langem klar. Oberziel muss die schnellstmögliche Verschmelzung der drei Verkehrsgesellschaften im westlichen Ruhrgebiet sein – mit Oberhausen“, weist Lothar Reinhard (MBI) den Via-Verantwortlichen den Weg. „Wenn sie nicht wollen, muss das Land sie zwingen, z.B. über Streichung von Zuschüssen.“ Landesverkehrsminister Groschek und Regierungspräsidentin Lütkes müssten den „Fusionsprozess moderieren und steuern, kein externer Gutachter.“ In Mülheim seien bereits vier Gutachten zur Zukunft des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs auf der Strecke geblieben. „Das nächste für erneut 130 000 Euro sei bereits in der Mache. Ineffektive Steuergeldverschwendung, weil die Kirchtürme ja nicht in ihrer Entscheidungshoheit eingeschränkt werden wollen“, resümiert Lothar Reinhard. „Der ÖPNV-Karren wurde bereits ziemlich vor die Wand gefahren.“

Auch für Dieter Wiechering, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion, gibt es bei Via kein Zurück mehr in die Einzelkrämerei: „Wir müssen die Fusion jetzt angehen, wie im Rat beschlossen.“ Alle Verkehrsbetriebe hätten Probleme, die nun wirklich gemeinsam gelöst gehörten. Das hätten die Chefs dort längst leisten müssen. „Ich bin ein heftiger Verfechter dieser Zusammenarbeit in Via“, sagt Wolfgang Michels, Vorsitzender des MVG-Aufsichtsrates. Mülheim habe schon gute Vorarbeit geleistet, erklärt der Christdemokrat. Er macht vor allem in Essen die Blockierer der beschlossenen und erwarteten Fusion aus.