Weiße Flotte legt wieder ab

Nach einer gemütlichen Bootsfahrt sieht es draußen gerade nicht aus, zumal man fürchten muss, dass Niklas einen vom Deck pustet. Joachim Exner, Chef der Weißen Flotte, ist aber noch optimistisch, dass das Salonschiff, die Heinrich-Thöne, wie geplant an Karfreitag um 11 Uhr am Wasserbahnhof zur ersten Tour ablegen kann. Auch an den Ostertagen sind jeweils um 13 und 15 Uhr Fahrten geplant. „Das richtige Wetter an den entscheidenden Tagen zu haben, gehört zu Glücksfaktoren, die ganz wesentlich über den Erfolg der Saison entscheiden“, sagt Exner. Bis zum 26. April, dem richtigen Saisonstart der Weißen Flotte, hängt dann alles vom Wetter ab:

Ist das stabil und sind die Temperaturen im angenehmen zweistelligen Bereich, wird auch vor dem 26. April die Linienroute nach Kettwig befahren. Ob die Schiffe fahren, ist dann kurzfristig in der Touristinfo ( 960960) oder im Schifffahrtsbüro zu erfragen ( 9609996).

Mit der vergangenen Saison kann er zufrieden sein. Mit knapp 65000 Fahrgästen und einem Umsatz mehr als 600 000 Euro sei die Bilanz nur wenig schlechter als im Top-Jahr der Flotte 2013 ausgefallen. Die Linienfahrten ziehen dabei die meisten Fahrgäste an, aber die Charterfahrten seien es, die den Umsatz bringen. Die Weiße Flotte ist nach wie vor bei Mülheimern und den Tagesgästen beliebt. Und auch in diesem Jahr können sich die Fahrgäste über ein Programm aus 62 Fahrten freuen, das sich aus Klassikern und einigen Neuheiten zusammensetzt. Prinzipiell gilt, dass alle Sonderfahrten auch von Gruppen gebucht werden können. In der Winterpause ist auch wieder kräftig in die Boote investiert worden. „Das fällt aber in diesem Jahr weniger auf“, sagt Exner. Es sind vor allem technische Verbesserungen. Sichtbar ist allerdings schon, dass sich das Licht dimmen lässt und bei den beliebten Party-Fahrten energiesparsame LED-Leuchten für Stimmung sorgen.

Nach dem Saisonstart, der mit einer Sternfahrt der Weißen Flotten der Region zum Rhein-Herne Kanal gefeiert wird – werden die drei Mülheimer Schiffe von montags bis samstags alle zwei Stunden von 11 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 18 Uhr vom Wasserbahnhof bis nach Kettwig pendeln.

Die Ticketpreise konnten dank der guten Nachfrage stabil bleiben. Erwachsene zahlen für die Linienfahrt nach Kettwig 6,50 Euro, Kinder bis 14 Jahren 2,30 Euro.

Den beliebten Sonderfahrten wie z. B. der Ü 30-Party, der Fahrt zum Duisburger Matjesfest oder dem Besuch der historischen Brennerei in Uerdingen wurde die Ruhr-Disco hinzugefügt. Der Boots-Ausflug zur Hespertalbahn fällt in diesem Jahr mit dem 26. Juli genau auf den Tag des dortigen Sommerfestes. Also auch das ein besonderes Highlight.

Die kulinarischen Fahrten „Mölmscher Herbst“ wurden erweitert durch die „Rheinische Flussfahrt“ – „und da geht es nicht um eine Fahrt auf dem Rhein, sondern um den gleichnamigen Sauerbraten“, so Heike Blaeser-Metzger vom Mülheimer Stadtmarketing, MST. Unter dem Titel „Freete mack Spaas“ verbirgt sich ein Ausflug mit Buffet, auf dem auch Endivien-Durcheinander nicht fehlt. Bei der „Grubenfahrt: Schicht im Schacht“ bis zum Kattenturm wird Deftiges aufgetischt, wie es damals wohl Bergleute besonders geschätzt haben. Auch die Vorweihnachtszeit wird mit Nikolausfahrten, Adventsfrühstück und Kaffeefahrt auf der Ruhr begangen. Die mittlerweile 4. Mülheimer Schiffsweihnacht ist am letzten Novemberwochenende der Höhepunkt.

Auch Charterfahrten, die auf jeden Anlass zugeschnitten werden können, möchte Joachim Exner nicht unerwähnt lassen. „Sprechen Sie uns an, wir finden das richtige Angebot für Sie!“, schlägt er zukünftigen Kunden vor.