Weg frei für Studentenwohnheim

Nach dem Abriss blieb an der Wissollstraße nur das Haus 55 bewohnt.
Nach dem Abriss blieb an der Wissollstraße nur das Haus 55 bewohnt.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
An der Wissollstraße erzielen die Mieter und Tengelmann einen Vergleich: Mit einer nicht genannten Summe ermöglicht das Unternehmen der Wohngemeinschaft einen Neustart.

Die Auseinandersetzung zwischen Tengelmann und den Mietern des letzten der ursprünglich drei Häuser an der Wissollstraße hat jetzt eine überraschende Wendung genommen. Die Mieter hatten gegen die Kündigung schon vor Monaten juristische Schritte eingelegt. Nach einer Entscheidung des Amtsgerichtes zugunsten des Handelsunternehmens hatten die Bewohner Berufung eingelegt. Eine Verhandlung des Landgerichtes im November war zunächst verschoben worden. Jetzt haben sich beide Parteien in einem Vergleich geeinigt.

Die Kontrahenten haben sich darauf verständigt, dass die Mieter das Haus Ende Februar verlassen. Im Gegenzug zahlt Tengelmann eine Summe, mit der die Mieter hoffen, ein Nachfolgeprojekt stemmen zu können. Die Höhe der Summe wird von beiden Seiten nicht genannt. „Ziel ist es“, so heißt es in einer Mitteilung der Mieter auf ihrer Internetseite, „in absehbarer Zeit ein Haus in Mülheim zu kaufen, das im Stil der Wissollstraßen-WG geführt und kollektiv betrieben werden kann.“

Hängepartie ist beendet

Somit ist eine seit über zwei Jahren anhaltende Hängepartie beendet und für Tengelmann der Weg frei, an dieser Stelle ein privates Studentenwohnheim zu realisieren. Da es bis zum neuen Campus nur wenige hundert Meter sind, bietet sich für das Unternehmen, dessen Immobilientochter auch in anderen Städten Wohnheime realisiert hat, an dieser Stelle ein Wohnheim an. Bis zu 65 Apartments sind dort vorgesehen. Das Planungsamt hat eine Bauvoranfrage im vergangenen Jahr bereits positiv beschieden. Zu einem möglichen Zeitplan konnte Tengelmann gestern auf Anfrage der NRZ noch keine Auskunft geben.

Den Abriss der Gebäude halten die Bewohner nach wie vor für „falsch und unsozial“. „Durch den Abriss der beiden Nachbarhäuser hat Tengelmann aber Fakten gemacht, die eine Verhandlungslösung zur Verhinderung des Abrisses unwahrscheinlich machten. Unser Widerstand basierte also zunehmend auf der juristischen Seite“, schreiben die Mieter. Dass das Landgericht einen Gutachter bestellen wollte, so heißt es weiter, könnte den Druck auf das Unternehmen erhöht haben, zu einer einvernehmlichen Lösung zu gelangen.

Ein weiteres Wohnheim entsteht auf einer städtischen Grundfläche an der Bülowstraße. Dort sind 100 Appartments vorgesehen. Ein Bauantrag liegt bereits im Amt seit einigen Tagen vor. Bis zu einer Genehmigung dauert es aber nach Auskunft des Amtsleiters noch etwas.