Wechsel an der Spitze bei Zenit in Mülheim

Gast bei Zenit: Volker Kauder, Vorsitzender der CDU-Bundestagsfraktion.
Gast bei Zenit: Volker Kauder, Vorsitzender der CDU-Bundestagsfraktion.
Foto: Andreas Köhring PR Fotografie
Was wir bereits wissen
Otmar Schuster stand 15 Jahre an der Spitze von Zenit. Er organisierte 110 Unternehmertreffs mit Personen der Zeitgeschichte – jetzt kam Volker Kauder.

Mülheim.. 175 Unternehmertreffen seit 1984 – das muss erst einer mal nachmachen. Angela Merkel war einst gekommen, oder auch der Präsident der Vollversammlung der Vereinten Nationen, Srgjan Kerim, der Nobelpreisträger Prof. Peter Grünberg, der EU Kommissar Peter Verheugen. Am Montagabend zum 176. Treffen reiste ins Zentrum für Innovation und Technik, im Haus Urge an der Bismarckstraße, der CDU-Fraktionsvorsitzende im Deutschen Bundestag, Volker Kauder, an.

Auch ihn hatte Otmar Schuster, der Vorstandsvorsitzende des Netzwerks Zenit, eingeladen. Für Schuster war es der letzte Gast in seiner Amtszeit. 110 Unternehmertreffs mit mehr als 5000 Teilnehmern hat allein er in den vergangenen 15 Jahren organisiert. Jetzt übernahm Thomas Eulenstein, Geschäftsführer des Kunststoffinstituts Lüdenscheid den Vorsitz.

Schicksals- und Wertegemeinschaft

Schuster, Chef des Mülheimer Geohaus, hat sich all die Jahre dafür eingesetzt, dass kleinere und mittlere Unternehmen Raum für privates Wirtschaften bekommen, ihnen Türen zu Europa geöffnet werden. „Wir müssen Europa von unten aufbauen“, betont er, wirbt für das Anbandeln von weiteren Kooperationen und Netzwerken. Er ermutigt zu Innovationen.

In der Verknüpfung von Wirtschaft und Wissenschaft sieht Schuster dabei einen wesentlichen Pfeiler, und er freut sich, dass in vergangenen Jahren hier ein Wandel erfolgt ist, dass Unternehmen und Hochschulen – wie in Mülheim etwa – viel enger zusammenrücken.

„Friedensversicherung sowie Schicksals- und Wertegemeinschaft“

Für seinen Nachfolger Eulenstein kommt es nun darauf an, Mitglieder des Zenit-Vereins dabei zu unterstützen, die beschleunigte Dynamik des aktuellen Wirtschaftsgeschehens und den permanenten Anpassungsbedarf an strukturelle und technologische Gegebenheiten zu bewältigen. „Um Wettbewerbspotenziale auszuschöpfen, wird das Thema Innovation immer wichtiger“, sagt er.

Den Blick stets auf das aktuelle Geschehen, auf neue Entwicklungen und Herausforderungen zu haben, dazu dienen eben auch jene Unternehmertreffs mit Prominenz. „Europas Verantwortung in der Welt. Freiheit und Verantwortung“ hatte Kauder seinen Vortrag überschrieben. Die Frage der Freiheit werde häufig vergessen, das Kleinteilige in der Politik zu sehr in den Vordergrund gerückt, beklagte er und nannte Europa eine „Friedensversicherung sowie Schicksals- und Wertegemeinschaft“. Europa sei eben keine Veranstaltung von Euro und Cent.

Ein Austritt Griechenlands oder Großbritanniens müsse unter fast allen Umständen verhindert werden. „Tiefe Sorgen“ bereiten ihm antiamerikanische Stimmungen. Gerade im Kampf gegen den internationalen Terrorismus sei man auf die Hilfe der USA angewiesen. Die transatlantischen Beziehungen hätten für Europa immer eine große Bedeutung gehabt: „Schließlich sind die USA Freunde und Staaten wie Russland und China Partner.“